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Scan 254
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
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1zeit waren sie an der Tagesordnung, bis eine andere Geschichtsperiode zeitgemässere Weisen forderte.
3Hirtenpfeife, s. Panpfeife und Schalmey.
5His (ital.: si diesis, franz.: si dièse, engl.: b sharp) ist der alphabetisch-syllabische Tonname für das um einen Halbton erhöhte h unserer modernen abendländischen Scala. In der den Tasteninstrumenten eigenen temperirten Tonfolge entspricht His genau dem alphabetisch c genannten Klange und wird durch dieselbe Taste, wodurch dieser angegeben wird, hervorgebracht. In der diatonischen Tonleiter jedoch ist His die übermässige Septime von c, durch das Verhältniss 48:25 = (8:5) + (6:5) bestimmt, welches Verhältniss durch die harmonischen Rechnungsarten, Addition etc., gefunden wird. Bei allen Tonwerkzeugen, wo die Tonhöhe zu bestimmen dem Instrumentisten anheimfällt, sowie im Gesange, ist die Verschiedenheit der His und c zu nennenden Klänge bemerkbar und wird aus diesem Grunde auch die Rechtschreibung derselben bei Tonstücken für Instrumente, deren Ton in der Tonhöhe durch ihre Spieler veränderbar, wie für Gesang, durchaus empfehlenswerth. Man vergleiche z. B. die Saitenstellen beim Cello oder Contrebass, wo der Spieler His greift, mit der, wo derselbe c abgränzt. Man wird diese Stellen bedeutend von einander abweichend finden. Als Fundamentalton einer Tonart findet man His im abendländischen Musikkreise nicht vor, wohl aber als Leitton (s. d.) in Cis-dur (s. d.) und Cis-moll (s. d.). In letzterer Eigenschaft wird die diatonische Stimmung des His, verschieden von c, unserem Musikempfinden durchaus entsprechend gefordert, wenn es irgend möglich ist. Notirt wird der His genannte Klang mit der h zu nennenden Note, vor die das gewöhnlich Kreuz (#) genannte Erhöhungszeichen gesetzt wird.
7Hisis ist der alphabetisch-syllabische Tonname für das um zwei Halbtöne erhöhte h unseres Tonsystems. Aufgezeichnet wird Hisis durch die h zu nennende Note, vor die ein sogenanntes Doppelkreuz (s. d.) (×) gesetzt wird. Die musikalische Orthographie fordert die Aufzeichnung von Hisis noch viel seltener, als die von His, und sei hier um so mehr in Bezug auf Hisis auf den Artikel His verwiesen, als die Erweiterung der dort angestellten Betrachtungen Jedem leicht fallen wird. Noch sei bemerkt, dass die Benennung hishis dieses Klages eine durchaus falsche ist, da die Erhöhung durch einen Halbton durch Anhängung der Sylbe is (s. d.) an den alphabetischen Tonnamen ausgedrückt wird, und die Erhöhung um zwei Halbtöne also durch zweifache Anhängung dieser Sylbe.
9Histiaus, altgriechischer Lyraspieler, welcher aus Kolophon gebürtig war und der Lyra des Hermes oder Mercur die zehnte Saite hinzugefügt haben soll.
11Hita, Don Antonio Rodriguez de, spanischer Kirchencomponist, lebte um die Mitte des 18. Jahrhunderts und war Kapellmeister an der Kathedrale zu Palencia im Königreich Leon. Ausser vielen Kirchencompositionen schrieb er ein Lehrbuch der Harmonie und Composition, betitelt: »Método breve y fácil de estudiar la composicion y un nuevo modo de contrapunto para el nuevo estilo«, und dem berühmten Sänger Carlo Broschi (Farinelli) gewidmet. Die darin geleherte neue Art des Contrapunkts besteht darin, dass H. die natürlichen Dissonanzen ohne Vorbereitung zulässt.
13Hitzelberger, ein geschickter deutscher Flötenvirtuose, war 1786 Kammermusiker der Kapelle des Bischofs von Würzburg. — Seine Gattin, Sabine H., deren Familienname nicht bekannt geblieben ist, war am 12. Novbr. 1755 zu Randersacker geboren. Im Ursulinerinnenkloster zu Würzburg erzogen, erregte sie schon in ihrem zehnten Jahre als Kirchensängerin durch ihre herrliche Sopranstimme Aufsehen. Später liess sie der Fürst Adam Friedrich zugleich mit der als Madame Marx gleichfalls berühmt gewordenen Sängerin durch Steffani, den er eigens nach Würzburg gezogen hatte, gesanglich ausbilden und sie ausserdem noch im Clavierspiel und in den Sprachen unter-
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