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Scan 276
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
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1durchlaufen hatte, bereitete er sich für das Lehramt vor, wurde sehr jung noch Hülfslhrer zu Reichenberg bei Würzburg und besuchte von 1830 bis 1832 das Seminar zu Altdorf. Im J. 1833 übernahm er selbst die verschiedenen Zweige des Musikunterrichts an diesem Seminare, bis er 1843 als Musik- und Rechenlehrer an das neu errichtete Schullehrer-Seminar in Schwabach versetzt wurde. Seinen Ruf als musikalischer Schriftsteller begründete er durch seinen praktischen Lehrgang für den Gesangunterricht in Volksschulen, sowie durch seine Violin- und Clavierschule, drei Werke, die den gewiegten Lehrer verrathen und mehrfach neu aufgelegt worden sind. Ganz vorzüglich ist aber sein »Lehrbuch der musikalischen Composition, nach pädagogischen Grundsätzen bearbeitet« (2. Aufl., Altdorf, 1849; 3. Aufl. in 2 Bdn., Altdorf, 1856 und 1857), welches klares Wissen und selbstständiges Denken bekundet und einen neuen, eigenartigen Lehrgang einschlägt.
3Hohnstock, Karl, trefflicher Componist, sowie guter Clavier- und Violinspieler, geboren 1828 in Braunschweig, stammt aus einer sehr musikalischen Familie und machte schon um 1846 grössere Concertreisen. Von 1848 bis 1860 wirkte er in Philadelphia als hochgeschätzter Musiklehrer und erhielt von der dortigen Universität die Doctorwürde. Hierauf kehrte er in seine Heimat zurück und lebte privatisirend in Blankenburg, sodann und noch gegenwärtig in Braunschweig. Er schrieb Sinfonien, Ouvertüren, Clavier- und Violinconcerte, sowie grössere und kleinere Vocalwerke, veröffentlichte aber nur sehr wenig, obwohl seine im Druck erschienene Concertouvertüre und Sonate für Pianoforte und Violine von einem aussergewöhnlichen Compositionstalent deutlich Rechenschaft ablegten. — Seine Schwester, Adele H., war eine vorzügliche Pianistin, die in Concerten zu Paris und Hamburg 1848 durch ihr Spiel Aufsehen machte.
5Hoinrich, Adam Sigismund, bedeutender deutscher Trompetenvirtuose, starb um 1737 als Stadttrompeter zu Breslau. Er war auch als Componist zu seiner Zeit rühmlich bekannt.
7Hol, Richard, einer der hervorragendsten holländischen Componisten der Gegenwart, geboren um 1840 zu Utrecht, ist Dirigent der städtischen Concerte seiner Vaterstadt. Durch Sinfonien und andere grosse Orchesterwerke (Einleitung zur Legende vom fliegenden Holländer, »Erklärung« u. s. w.), sowie durch Vocalcompositionen hat er sich auch in Deutschland einen geachteten Namen erworben.
9Holbach, Paul Heinrich Dietrich, Baron von, geistvoller materialistischer Philosoph und Schriftsteller, der Sohn eines reichen Emporkömmlings, geboren um 1723 zu Heidelsheim in der bairischen Pfalz, kam in früher Jugend nach Paris, wo er bis an seinen Tod, am 21. Juni 1789, im angenehmsten Lebensgenuss, aber ununterbrochen arbeitsam, lebte. Unter seinen Werken befinden sich auch zwei musikalische Streitschriften, in denen er, gleich J. J. Rousseau und Baron Grimm, im Interesse der italienischen die französische Musikrichtung bekämpft. Es sind dies: »Arrêt rendu à l'amphithéâtre de l'opéra« (Paris, 1752) und »Lettre à une dame sur l'état présent de l'opéra« (Paris, 1752).
11Holbein, Franz Ignaz von, deutscher Musiker, Schauspieler, Maler, Sprachmeister und dramatischer Schriftsteller von ausgezeichnetem Talent, geboren 1779 zu Zippersdorf bei Wien, wurde frühzeitig bei der Lottodirektion in Lemberg angestellt, folgte aber bald seinem Triebe nach Unabhängigkeit und zog unter dem Namen Fontano in die Welt. Um 1797 lebte er als Musik- und Sprachlehrer in Berlin, bis er 1798 durch Iffland bei dem dortigen Theater angestellt wurde, wo er besonders als Bassänger gefiel. Später lebte er als Theaterdichter in Wien, ging dann als Sänger und Schauspieler nach Regensburg und übernahm endlich nach einander die Direktion der Bühnen von Würzburg und Bamberg, die Regie des Theaters in Hannover und die Leitung des Theaters in Prag. In diesen Stellungen hatte er so viel Geschäfts-
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