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Scan 330
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
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1er schnell in Flor zu bringen wusste. Das grösste Aufsehen erregten 1857 seine in New-York ausgestellten sogenannten symmetrischen Flügel, die in Folge dessen eine Preismedaille erhielten. Eine gleiche Auszeichnung wurde H. auf der Weltausstellung zu London 1862 zu Theil, wo seine Erfindungen im Fache des Clavier- und Violinbaues einem hervorragenden Interesse begegneten. Seit 1866 hat H. seine Fabrik nach New-York verlegt.
3Hümmelchen oder Hummel, ein veraltetes Orgelregister, das angezogen zwei schwach tönende Zungenpfeifen, von denen die eine in C, die andere in F oder G gestimmt war, zur Ansprache brachte; beide tönten so lange fort, bis man den Zug wieder abstiess. Ebenso wird die fortklingende Saite der russischen Balalaika und werden die beiden fortklingenden Saiten der Bauernlyra H. genannt.
5Hünten, Franz, vortrefflicher deutscher Pianist und beliebter Claviercomponist, geboren am 26. Decbr. 1793 zu Coblenz, wo sein Vater, Daniel H., Organist war. Dieser führte denn auch den Sohn in die Elemente der Musik ein und lehrte ihn, obwohl er nicht Musiker werden sollte, Clavier und Guitare spielen. Mit zehn Jahren fing H. an zu componiren, mit sechszehn selbst Unterricht zu ertheilen, und 1819, von Henri Herz, einem ehemaligen Schüler seines Vaters, dazu ermuntert, ging er nach Paris und auf das Conservatorium. Dort studirte er zwei Jahre lang mit gutem Erfolge bei Pradher Clavierspiel, bei Reicha Harmonielehre und bei Cherubini Contrapunkt. Vergünstigungen und Stipendien, die ihm seine Lehrer gern zuwenden wollten, wurden ihm als Ausländer abgeschlagen, und er sah sich genöthigt, billigen Clavierunterricht zu geben und Modernmusik, besonders Variationen, Divertissements, Rondos und Fantasien für Pianoforte zu zwei und vier Händen zu schreiben. Diese leichte Waare schlug bei Dilettanten und Schülern durch, und von der Zeit an wurde sein Unterricht gut honorirt und die Verleger in Frankreich, Deutschland und England zahlten ihm für jede gedruckte Notenseite 200 Francs. In wohlhabenden Umständen kehrte er Ende 1837 nach Coblenz zurück, wo er sich ein Besitzthum erwarb und Jahrzehnte hindurch in behaglichster Art dem Unterricht, der Composition und seiner Familie lebte und noch gegenwärtig hochbetagt weilt. Seiner Compositionen sind über 300 und ihr Kennzeichen ist, dass sie leicht hingeworfen, melodisch gehalten sind und dem Tagesgeschmack huldigen, übrigens nicht mehr Werth beanspruchen, als ihnen eigen ist. Auch viele Etüden und eine grössere, sehr verbreitete Clavierschule hat H. veröffentlicht. — Zwei jüngere Brüder von ihm, Wilhelm H. und Peter Ernst H., sind, wenn auch mit weit geringerem äusseren Erfolg, in seine Fusstapfen getreten. Wilhelm wirkte ununterbrochen in seiner Vaterstadt Coblenz als Musiklehrer und Componist für Clavierschüler, während Peter Ernst, geboren am 9. Juli 1799 zu Coblenz, sich in gleicher Eigenschaft in Duisburg niederliess und ausser zwei- und vierhändigen Clavierstücken auch Duos für Guitarre und Flöte, sowie Trios für Guitarre, Flöte und Viola schrieb.
7Huerga, Cyprianus de la, spanischer Cisterziensermönch und Musikgelehrter, gestorben um 1560 im Kloster Alcala, ist der Verfasser einer Abhandlung über hebräische Musik.
9Hürt, Theobald, vorzüglicher Fagottvirtuose, geboren 1793, war Mitglied der kaiserl. Hofkapelle, Solo-Fagottist am Hofopernttheater und Professor am Conservatorium zu Wien und starb daselbst am 9. März 1858.
11Huet, Pierre Daniel, ausgezeichneter und sehr vielseitig, auch musikalisch gebildeter französischer Gelehrter und Dichter, geboren am 8. Febr. 1630 zu Caen, erhielt seine Bildung durch die Jesuiten, lebte von 1652 an mehrere Jahre am königl. schwedischen Hofe und wurde später zu Paris Lehrer des Dauphin, für den er mit Bossuet die berühmt gewordenen Ausgaben der alten Classiker in usum delphini (des Dauphins) besorgte. Nachdem er 1676 die geistlichen Weihen empfangen hatte, erhielt er nach einander die Abteien und Bisthümer Aunay, Soissons, Avranches und Fontenay bei Caen. Um ganz
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