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Scan 357
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
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1das Musikcorps der Pariser Nationalgarde, dessen Mitglied er so wie viele andere ausgezeichnete Musiker geworden war, schrieb er zahlreiche Harmoniestücke und componirte Cantaten, Lieder und Hymnen für die damaligen National- und patriotischen Feste. Im J. 1802 wurde er zum Professor am Conservatorium und 1806 zugleich zum Orchesterchef am Theater Molière ernannt. Seit 1814, nach Aufhebung des Conservatoriums, fungirte er als Gouverneur der Musikpagen bis zum J. 1830, ausgezeichnet 1824 durch den Orden der Ehrenlegion, worauf er pensionirt wurde. Seitdem lebte er meist auf dem Lande bei Montfort l’Amaury und starb um 1840. Für sein grosses Geschick in der Composition zeugen ausser den bereits bezeichneten Gelegenheitsarbeiten eine fast unübersehbare Menge von Instrumentalstücken aller Art, Gesängen und Romanzen, sowie gegen 30 grössere und kleinere zum Theil beliebt gewesene, gefällige Opern, wie: »Amélie de Montfort«, »Les talismans«, »Mahomet II.«, »L’avare puni«, »Le négociant de Boston«, »La superchérie par amour«, »Les bons voisins«, »Les deux lettres« etc. — 2. Hyacinthe J., geboren 1769 zu Versailles, genoss den Clavierunterricht seines Vaters, darauf den Hüllmandel’s und wurde bei Errichtung des Pariser Conservatoriums zum Professor seines Instruments ernannt. Seine Unterrichtsmethode galt als vorzüglich und seine Instrumentalcompositionen, bestehend in Clavierconcerten, Sonaten und Leçons, Trios, Streichquartetten u. s. w., wurden sehr geschätzt. Leider starb er schon 1802 an einem Brustleiden zu Paris. — 3. George J., geboren 1771 zu Versailles, war ein Gesangsschüler Richer’s und lebte bis 1817 als Singlehrer in Paris. Er ist der Componist zahlreicher Romanzen und Chansons, die seinen Namen auch in das Ausland trugen. one of two readings
2das Musikcorps der Pariser Nationalgarde, dessen Mitglied er so wie viele andere ausgezeichnete Musiker geworden war, schrieb er zahlreiche Harmoniestücke und componirte Cantaten, Lieder und Hymnen für die damaligen National- und patriotischen Feste. Im J. 1802 wurde er zum Professor am Conservatorium und 1806 zugleich zum Orchesterchef am Theater Molière ernannt. Seit 1814, nach Aufhebung des Conservatoriums, fungirte er als Gouverneur der Musikpagen bis zum J. 1830, ausgezeichnet 1824 durch den Orden der Ehrenlegion, worauf er pensionirt wurde. Seitdem lebte er meist auf dem Lande bei Montfort l'Amaury und starb um 1840. Für sein grosses Geschick in der Composition zeugen ausser den bereits bezeichneten Gelegenheitsarbeiten eine fast unübersehbare Menge von Instrumentalstücken aller Art, Gesängen und Romanzen, sowie gegen 30 grössere und kleinere zum Theil beliebt gewesene, gefällige Opern, wie: »Amélie de Montfort«, »Les talismans«, »Mahomet II.«, »L'avare puni«, »Le négociant de Boston«, »La superchérie par amour«, »Les bons voisins«, »Les deux lettres« etc. — 2. Hyacinthe J., geboren 1769 zu Versailles, genoss den Clavierunterricht seines Vaters, darauf den Hüllmandel's und wurde bei Errichtung des Pariser Conservatoriums zum Professor seines Instruments ernannt. Seine Unterrichtsmethode galt als vorzüglich und seine Instrumentalcompositionen, bestehend in Clavierconcerten, Sonaten und Leçons, Trios, Streichquartetten u. s. w., wurden sehr geschätzt. Leider starb er schon 1802 an einem Brustleiden zu Paris. — 3. George J., geboren 1771 zu Versailles, war ein Gesangsschüler Richer's und lebte bis 1817 als Singlehrer in Paris. Er ist der Componist zahlreicher Romanzen und Chansons, die seinen Namen auch in das Ausland trugen. one of two readings
4Jäger, eine deutsche Familie von vortrefflichen Musikern, deren ältestes Glied, Johannes J., ein Meister des Violoncellos war. Geboren am 31. Aug. 1748 zu Schlitz in der Grafschaft Görtz in Schlesien, trat er in seinen Jünglingsjahren als trefflicher Waldhornist in holländische Militärdienste und kam hierauf an den herzogl. Hof zu Stuttgart, wo er sich dem Violoncello widmete. Um 1776 wurde er als Kammervirtuose des Markgrafen von Anspach-Bayreuth angestellt und erhielt später den Titel eines markgräfl. Musikdirektors. Seit 1798 lebte J. privatisirend und sich dem Unterricht seiner beiden Söhne widmend, in Breslau. Diese letzteren sind: 1. Johann Zacharias Leopold J., geboren 1777 zu Anspach und schon in seinem neunten Jahre als Violoncellist bewundert, liess sich 1787 am königl. Hofe zu Berlin hören und erhielt von der Königin ein jährliches Stipendium von 100 Thalern bewilligt. Nach mehreren Kunstreisen, die auch später fortgesetzt wurden, liessen sich Vater und Sohn 1798 in Breslau nieder, wo sie als Virtuosen ersten Ranges und als Lehrer ihres Instrumentes hochgeschätzt waren. — 2. Ernst J., geboren 1800 in Breslau, machte als zehnjähriger Knabe in seiner Geburtsstadt sowie auf Kunstreisen, die er mit dem Vater durch Deutschland und Ungarn unternahm, ausserordentliches Aufsehen. Ein vorrübergehender Unterricht bei Bernh. Romberg bewirkte, dass er bald seinen Vater und Bruder in der Meisterschaft auf dem Violoncello übertraf. Mit Beiden lebte er in behaglichen Verhältnissen und wie diese als Concertspieler sehr gesucht, in Breslau bis 1825, in welchem Jahre er einem Rufe als Kammermusiker und Solo-Violoncellist der königl. Kapelle nach München folgte.
6Jäger, Franz, ungemien beliebter deutscher Tenorsänger, geboren 1796 zu Wien, wurde als ausserordentlich stimmbegabt erst, als er bereits Schullehrergehülfe (nach Anderen Schuhmachergeselle) war, vom Kapellmeister Weigl entdeckt und dem Gesangunterricht sowie der Bühne zugeführt. Im J. 1817 debütierte er als Ramiro in Isouard’s »Aschenbrödel« im Theater an der Wien und machte 1820 seine ersten erfolgreichen Kunstausflüge. Bis 1824 war er der bevorzugte Lieblingssänger der Wiener, worauf er sich für das königstädtische Theater in Berlin gewinnen liess und hiermit in die Glanzzeit seiner Künstlerlaufbahn trat. Im J. 1828 ging er nach Stuttgart, wo er jedoch one of two readings
7Jäger, Franz, ungemien beliebter deutscher Tenorsänger, geboren 1796 zu Wien, wurde als ausserordentlich stimmbegabt erst, als er bereits Schullehrergehülfe (nach Anderen Schuhmachergeselle) war, vom Kapellmeister Weigl entdeckt und dem Gesangunterricht sowie der Bühne zugeführt. Im J. 1817 debütierte er als Ramiro in Isouard's »Aschenbrödel« im Theater an der Wien und machte 1820 seine ersten erfolgreichen Kunstausflüge. Bis 1824 war er der bevorzugte Lieblingssänger der Wiener, worauf er sich für das königstädtische Theater in Berlin gewinnen liess und hiermit in die Glanzzeit seiner Künstlerlaufbahn trat. Im J. 1828 ging er nach Stuttgart, wo er jedoch one of two readings
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