Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 358

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875

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1nicht sehr gefiel, so dass er bald den Schauplatz seiner Triumphe, Berlin, wieder aufsuchte. Dort fand man aber seine Stimme dem Verfall anheimgefallen und versagte ihm den früheren Beifall. Auch in München 1831 wollte es ihm nicht gelingen, sich die Gunst des Publikums zuzuwenden. Gastreisen nach österreichischen Provinztheatern und nach Wien, wo er kaum zum Aufreten gelangen konnte, brachten ihm ebenfalls keinen nennenswerthen Erfolg. Eine hartnäckig auftretende Heiserkeit des ermüdeten Stimmorgans setzte diesen letzten Versuchen vollends ein Ziel, und er musste der Bühne gänzlich entsagen. Er nahm 1836 die Stelle als Gesanglehrer am Hoftheater in Stuttgart an, der er sich mit Eifer widmete, und starb daselbst am 10. Mai 1852. Seine frühere vortreffliche Ausbildung unter Weigl's Aufsicht befähigte ihn, auch als Vocalcomponist mit sehr sanggerecht und gemüthvoll geschriebenen Liedern aufzutreten, von denen das »Der Traum des ersten Kusses« überschriebene noch lange nach seinem Tode sich der Popularität erfreute.
3Jäger, Konrad, s. Geiger.
5Jägertrummet, Jägertrommet oder Jägerhorn hiess im 17. Jahrhundert ein kleines, unserem heutigen Posthorn nicht unähnlich gebautes Horn, welches die Jäger führten. Dasselbe war mit dicht kreisförmigen Windungen gefertigt und hatte kaum die Raumausdehnung der damals gebräuchlichen Trompete, weshalb wohl die Benennung J. allgemein gebräuchlich wurde. Eine Abbildung davon findet sich in der »Syntagm. mus.« von Prätorius Tom. II. auf der achten Kupfertafel, und ist diese Darstellung in den meisten später erschienenen musikhistorischen Werken genau wiedergegeben.
7Jähns, Friedrich Wilhelm, königl. preussischer Musikdirektor und Professor in Berlin, wurde am 2. Jan. 1809 daselbst geboren und von sorgsamen Eltern erzogen. Schon früh wurde sein Talent zur Musik erkannt und durch den Unterricht des geschätzten Pianisten Charles Detroit genährt. Seine schöne Sopranstimme und seine äussere Erscheinung interessirten hervorragende Mitglieder des königl. Theaters: den Baritonisten H. Blume und den Schauspieler Lemm; sie lenkten die Aufmerksamkeit des Intendanten Grafen Brühl auf den Knaben, bestimmten die Eltern, ihn der Bühne zu widmen, und bald wurde J. als Sopran in den Chor der königl. Oper eingestellt, wirkte bei Aufführung classischer Werke mit und trat in einigen kleinen Rollen im Schauspiel auf. Da hierdurch jedoch sein Schulbesuch litt, so zogen ihn die Eltern nach etwa einem Jahre von dieser direkten Vorbildung für die Bühne zurück. Die Fortgewährung freien Besuches von Theater und Concertsaal liess aber auch in der Folge alle bedeutenden Werke und Meister der dramatischen Kunst und der Musik an J. vorübergehen. Von diesen künstlerischen, ihn in der Stille fortbildenden Erlebnissen sollte endlich eines entscheidend auf den Knaben wirken: die Erstlingsaufführung des »Freischütz« unter C. M. v. Weber's eigener Leitung (18. Juni 1821). Diese riss ihn zum Enthusiasmus hin und entzündete in ihm jene Liebe zu Weber's Muse, welcher J. bis ins Alter treu geblieben ist. Mit nachhaltigem Fleisse hatte er sich bisher schon dem Studium des Clavierspiels hingegeben; bald empfing er auf dem Gymnasium zum grauen Kloster auch die erste gründliche Unterweisung im Gesange durch Ed. Grell.
9Indessen hielten seine Gönner die Absicht, J. der Bühne zuzuführen, fest, und nach seinem Abgange vom Gymnasium übernahmen, hingebend und un-eigennützig, Lemm die dramatische, Stümer die gesangliche Ausbildung des Jünglings, der nun eine Reihe von Parthien ernsten Faches auf der Privatbühne »Urania« gab, die damals Vorzügliches leistete. Daneben setzte J. seine musikalischen Bestrebungen fort, geleitet von dem königl. Kammermusiker Louis Horzizky, Flötisten und Pianisten, einem trefflichen Schüler Berger's und Zelter's. Dieser feinsinnige Künstler und geschickte Componist blieb bis zu seinem allzu frühen Tode J.'s Lehrer im Clavierspiel wie Theorie. Bald unternahm bei ernstem Weiterstudium J. selbstschöpferische Versuche, die Aner-

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