Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 474

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875

16 lines. Read by computer on 17 September 2026. Printed page 468. See the scan on archive.org.

1Joan, einer der ersten italienischen Geigenmacher, der noch vor Amati gelebt haben soll, über den aber sonst nichts bekannt geblieben ist. Sein Name findet sich vereinzelt in alte italienische Violinen geklebt.
3Joanelli, Pietro, ein italienischer Contrapunktist des 16. Jahrhunderts, geboren zu Gandino bei Bergamo, veröffentlichte eine Sammlung Motetten unter dem Titel »Novi atque catholic i thesauri musici libri quinque etc. 8, 7, 6 5 ac 4 vocum« (Venedig, 1568). Die Proske’sche Bibliothek besitzt von diesem seltenen Werke, welches wegen der überaus grossen Reichhaltigkeit und der darin vertretenen alten Tonsetzer besonders kostbar ist, ein vollständiges und prachtvolles Exemplar.
5Joanelli, Ruggiero, s. Giovanelli.
7Joanini, genannt J. del Violoncello, einer der vorzüglichsten italienischen Violoncellovirtuosen seiner Zeit und zugleich gediegener Tonsetzer, war um die Mitte des 18. Jahrhunderts, ungefähr bis 1760, päpstlicher Kapellmeister an der Peterskirche zu Rom. Er schrieb für Violoncello sowie für andere Instrumente, und einige Claviersachen von ihm waren auch in Deutschland bekannt. Im Uebrigen hat er auch mehrere Kirchencompositionen verfasst.
9Joannes, s. Johannes.
11Joaõ (Juan oder Johann) IV., König von Portugal seit 1640, portugiesischer Tonsetzer und der einzige gekrönte Schriftsteller, den die musikalische Literatur aufzuweisen hat. Als Herzog von Braganza 1604 geboren, lebte er bis in sein 36. Jahr hinein in Zurückgezogenheit den Wissenschaften und Künsten, besonders der Musik. Nur mit Mühe war er zu überreden, als recht-mässiger Kronerbe den portugiesischen Thron zu besteigen, als die Portugiesen 1640 das langjährige spanische Joch endlich abgeschüttelt hatten. Obwohl in einen hartnäckigen Krieg mit den Spaniern verwickelt, liess er sich dennoch nicht seinen Studien entziehen und schrieb sogar gerade damals mehrere Musik-tractate, componirte fleissig und stellte seine Instrumentalübungen vor die Regierungsgeschäfte. Eine reiche Bibliothek von Werken der Componisten aller Nationen von der Mitte des 15. Jahrhunderts an bis auf seine Zeit, die er mit grossem Aufwand zusammenbringen liess, traf das Unglück, beim Erdbeben zu Lissabon im J. 1756 mit zu Grunde zu gehen. Von J.’s schriftstellerischen Arbeiten können genannt werden: »Defensa de la musica moderna contra la errada opinion del obispo Cirilo Franco« (wahrscheinlich 1649 erschienen), worin der königliche Schriftsteller die Musik seiner Zeit gegen die Vorwürfe des ausschliesslich die alte Musik hoch haltenden Bischofs Cirilo Franco von Loreto vertheidigt; dann eine anonym herausgegebene Dissertation, betitelt: »Respuestas á las dudas que se pusieron á la misa „Panis quem ego dabo“ de Palestrina«. Nicht herausgekommen von ihm sind: »Concordancia de la musica y pasos de la colleccionada de los mejores profesores de arte« und »Principios de la musica, que hicieron sus primeros autores y progresos que tuvo«. Wahrscheinlich sind auch diese beiden Schriften, sowie einige seiner Manuscript gebliebenen Motetten ebenfalls durch das oben erwähnte Erdbeben vernichtet worden. Dagegen sind zwei andere seiner Motetten nach seinem Tode im Druck erschienen (Lissabon, 1674). J. selbst starb am 6. Novbr. 1656.
13Joaõ Vaz Barradas Muitopam e Morato, s. Vaz-Barradas.
15Jobel (יובל) nannten die alten Hebräer eins ihrer häufig angewandten Metallblasinstrumente; schon in den fünf Büchern Mosis findet man dasselbe erwähnt. Es tritt diese Benennung oft verbunden mit dem Instrumentnamen Schofar (s. d.) auf, welchen Namen eine Trompete hatte, und bezeichnete dann, dass selbige aus einem Widder- oder Kuhhorn gefertigt war. Die Bedeutung dieses adjektivischen Zusatzes von J. haben mehrere Sprachgelehrte etwas verschieden gedeutet. Gesenius sagt in seinem deutsch-hebräischen Wörterbuche, dass dies Wort ungefähr in der Bedeutung dem deutschen Worte »Jubel« gleich komme. Pfeiffer erklärt es ähnlich, indem er nachweist, dass die Wurzel des arabischen Wortes J. ausser Fest und Freude auch Jubeljahr bedeute,

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