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Scan 518
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1875
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1Concerne mit Orchesterbegleitung. Als Pfarrer 1789 nach Dettingen im Hohenlohe'schen berufen, schrieb er das Melodram »Genoveva im Thurm« (Speier, 1790). Von dort wurde er 1793 an die Kirche zu Landsiedel bei Kirchberg versetzt und componirte »Die Nacht von Zachariä, als musikalische Declamation für's Clavier mit willkührlicher Begleitung einer Violine und eines Basses« (Darmstadt, 1794), sowie ein Clavierconcert, das als op. 2 erschien. Im J. 1795 endlich wurde er als Pfarrer in Rupertshofen bei Kirchberg angestellt, wo er am 30. Mai 1797 starb. — Der geistvolle, ästhetisch gebildete, fein und tief empfindende Mann gilt auch für den Verfasser der unter den Namen Alethi-nopel (1782), Kosmopolis (1783) und Freiburg (1784) herausgekommenen musikalischen Almanache. Seinen musikalischen Bildungsgang hat er selbst im »Württembergischen Repertorium der Literatur« von 1783 (Stück 3) mitgetheilt.
3Jupin, Charles François, einer der vorzüglichsten französischen Violin-virtuosen, geboren am 30. Novbr. 1805 zu Chambery in Savoyen, kam in früher Jugend mit seinen Eltern nach Turin und erhielt daselbst Violinunterricht von Monticelli, dann von Giorgis, Orchestermitglied des Teatro Carignano. Sein erstes öffentliches Auftreten im J. 1817 erregte ein solches Aufsehen, dass sich sein Vater bewogen fand, den Sohn dem berühmten Baillot in Paris anzuvertrauen, woselbst derselbe zugleich in das Conservatorium trat und 1823 den ersten Violinpreis davontrug. Als bald darnach erhielt J. die Stelle als Solo-geiger im Orchester des Odéon-Theater, die er nach 18 Monaten aufgab, um Kunstreisen anzutreten. Von Turin aus folgte er einem Ruf als Orchesterchef und Violinlehrer nach Strassburg und blieb daselbst bis 1835, worauf er nach Paris zurückkehrte und das Amt eines zweiten Orchesterchefs an der Opéra comique annahm. Als solcher starb er schon im Sommer 1839. — Sein Spiel galt als solide und dennoch überaus glänzend. Componirt hat er ein Violin-concert, ein Trio für Pianoforte, Violine und Violoncello, eine Fantasie für Pianoforte und Violine, Violinvariationen u. s. w.
5Jusdorff, deutscher Flötenvirtuose und Componist für sein Instrument, lebte um 1800 zu Göttingen. Von seiner Composition kennt man Variationen für Flöte und kleines Orchester, die 1799 und 1801 bei André in Offenbach erschienen sind.
7Jussov, Johann Andreas, deutscher musikkundiger Theologe, geboren um 1690 zu Göttingen, studirte in Helmstädt und vertheidigte daselbst nach Vollendung seiner Studien seine Dissertation »De cantoribus ecclesiae veteris et novi testamenti« (Helmstädt, 1708). Näheres findet man in Gerber's »Lexicon der Tonkünstler« von 1812.
9Just, Johann August, vortrefflicher Claviervirtuose, Violinist und Componist, geboren um 1760 zu Groningen, studirte den strengen Satz bei Kirnberger in Berlin und später freie Composition bei Schwindel im Haag. Um 1780 ward er Hofmusicus des Erbstatthalters im Haag, Prinzen von Oranien, und lebte dann auch lange Zeit in London, wo er Claviersonaten seiner Composition und eine Clavierschule veröffentlichte und zu Anfang des 19. Jahrhunderts starb. In Holland galt er als einer der fertigsten Clavierspieler seiner Zeit, und seine Trios, Duos, Sonaten, Divertissements, sowie die Opern »Le marchand de Smyrne« und »Le page« waren beliebt.
11Justesse (französ.), Richtigkeit, Reinheit. Man spricht von J. de la voix, d. i. Reinheit der Stimme, sowie nicht minder von J. de l'oreille, d. i. gutes musikalisches Ohr.
13Justinian I., genannt der Grosse, Kaiser des byzantinischen Reichs von 527 bis 565, geboren 483 in Thraxien, besass neben seinen Regententugenden und Untugenden viel Sinn für Kunst und Wissenschaft, namentlich für Musik, die er auch praktisch ausgeübt haben soll. Das Troparium oder die Hymne von der Gottheit Christi, wie sie jetzt noch in vielen griechischen Kirchen gesungen wird, soll von ihm componirt worden sein. J. starb am 14. Novbr. 565 zu Konstantinopel.
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