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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
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1Schauspielen, Trios und Sonaten für Clavier, Variationen, Fantasien, Lieder und Gesänge, Stücke für Harmoniemusik u. s. w., wovon auch manches im Druck erschienen ist. Eine Messe von ihm in As-dur galt lange Zeit hindurch für eine der gediegenen Arbeiten Méhul’s, unter dessen Namen sie aufgeführt wurde.
3Kleinknecht, Gebrüder, eine tüchtige deutsche Musikerfamilie, von der sich ausgezeichnet haben: 1) Johann Wolfgang K., geboren am 17. Apr. 1715 zu Ulm, wo sein Vater, Johann K., Concertmeister und zweiter Organist am Münster war. Von diesem musikalisch unterrichtet, konnte sich K. bereits in seinem achten Jahre vor seinem Landesherrn, dem Herzog von Württemberg, und auf kleineren Kunstreisen öffentlich auf der Violine hören lassen. Schon 1733 trat er als Kammermusiker in die herzogl. Kapelle in Stuttgart und setzte unter dem Kapellmeister Brescianelli seine Violinstudien fort. Als der Herzog starb, ging er wieder auf Reisen, liess sich dann aber als erster Violinist in Eisenach gewinnen, worauf er 1738 einem Ruf als Concertmeister der Markgräfin von Bayreuth folgte. Hier schloss er mit Franz Benda ein Freundschaftsbündniss, das erst der Tod K.’s wieder auflöste. Von Reue gequält, dass er Eisenach heimlich verlassen hatte, kehrte er endlich wieder dahin zurück und verharrte daselbst bis zum Tode des Herzogs, worauf er, einen Ruf nach Kopenhagen ausschlagend, wieder seine frühere Stelle in Bayreuth annahm. Als 1769 die Kapelle nach Anspach übersiedelte, folgte auch K. und blieb daselbst bis zu seinem Tode, am 20. Febr. 1786. Er war einer der bedeutendsten Violinvirtuosen und besten Orchesteranführer seiner Zeit. Dass er auch componirt habe, ist nicht bekannt geworden. — 2) Jacob Friedrich K., geboren am 8. Juni 1722 zu Ulm, glänzte als Flötenvirtuose. Um 1750 trat er als erster Flötist in die Hofkapelle zu Bayreuth, ging mit dieser nach Anspach und wurde später Direktor derselben. Als wirklicher Kapellmeister starb er am 14. Aug. 1794 zu Anspach. Von seiner Composition erschienen Sinfonien, Concerte für verschiedene Instrumente und viele Flötensachen. — 3) Johann Stephan K., geboren zu Ulm am 17. Septbr. 1731, sollte sich den Wissenschaften widmen und musste deshalb das Gymnasium seiner Vaterstadt absolviren. Seine Musikliebe, die sein Vater vergeblich zu unterdrücken suchte, trieb ihn dazu, die Schulstudien zu vernachlässigen und sich unausgesetzt auf der Flöte zu üben, bis der Vater endlich nachgab und ihn nun selbst unterrichtete. Um 1750 ging er zu seinen beiden älteren Brüdern nach Bayreuth und liess sich dort unter Döbbert und Götzel völlig auf der Flöte ausbilden, worauf er ebenfalls Mitglied der markgräfl. Kapelle wurde. Im J. 1766 machte er seine erste grössere Kunstreise durch Deutschland und sah sich auf derselben durch den grössten Beifall ausgezeichnet. Mit der ganzen Kapelle wurde er 1769 nach Anspach versetzt und starb daselbst um 1803. Auch er ist als Componist nicht bekannt geworden.
5Klemczinski, Julian, bedeutender polnischer Pianist und gewandter Componist für sein Instrument, kam 1831 nach Paris, wo er sich als Clavierlehrer niederliess und zahlreiche brillant gearbeitete Salonsachen und Fantasien über Opernthemen für Pianoforte schrieb und herausgab. Er starb im J. 1851 zu Paris.
7Klemm, Friedrich, einer der vorzüglichsten Musikliebhaber, geboren am 29. März 1795 zu Wien, war daselbst Beamter beim Hofkriegsrath. Den ersten Unterricht im Gesang, auf der Violine und dem Violoncello hatte er durch Jac. Schauer erhalten; im Clavierspiel und in der Composition war Jos. Heidenreich sein Lehrer gewesen. Er selbst hat sich durch Messen, Psalme, Violin-Quartette, Lieder u. s. w. vortheilhaft bekannt gemacht. K. war auch lange Zeit Vorstandsmitglied des Conservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.
9Klemm, Johann, berühmter deutscher Orgelspieler, geboren ums Jahr 1593, hatte als Knabe das Glück, dass seine Stimme dem Kurfürsten von Sachsen, Christian, bei einer Tafelmusik so wohl gefiel, dass er ihn sofort unter seine Kapellknaben aufnahm. K. erzählt selbst in einem Schreiben vom 6. April 1628
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