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Scan 101
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
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1an den Kurfürsten Johann Georg I., dass er »vor 23 Jahren (also 1605) vor einen Tafeldiscantisten unter Christian II. 6 Jahre daselbst aufgewartet, nach Mutation der Stimme aber nach Augsburg auf kurfürstliche Kosten 4 1/2 Jahre geschickt worden sei, nach Verfliessung dieser Zeit aber als Exspectant aufgewartet, da dermalen keine Organistenstelle vacirete, und dann nach Absterbung Georg Kretzschmar's vor 3 Jahren (also 1625) an dessen Stelle in Bestallung genommen worden sei.« In Augsburg hatte K. hauptsächlich den Unterricht des berühmten Christian Erbach benutzt; nach Dresden zurückgekehrt, übernahm der kurfürstl. Kapellmeister Heinrich Schütz seine weitere Ausbildung. K., der um 1660 gestorben sein soll, gab folgende Werke heraus: »Teutsche geistliche Madrigalien mit vier, fünff vnd sechs Stimmen nebst dem Basso continuo« (Erster Theil. Freiberg, 1629. In Quart.); »Joannes Klemmii Oederan. Misnic. Partitura seu Tabulatura Italica exhibens XXXVI fugas« (Dresdae, 1631. In Folio.).
2M. F.
3Kleng, Gregorius, deutscher Orgelbauer, blühte gegen Ende des 15. Jahrhunderts, in welche Zeit seine merkwürdige Reparatur der 1364 von Nic. Faber im Dom zu Halberstadt erbauten Orgel fällt, an der sich ausser den beiden Manualen, unter diesen noch ein sogenanntes Bassclavier befand, das wahrscheinlich mit den Knieen gespielt wurde.
4Klengel, August Alexander, meisterhafter deutscher Contrapunktist, wurde geboren zu Dresden am 29. Jan. 1784. Sohn des 1824 in Dresden gestorbenen berühmten Landschaftsmalers und Professors an der Akademie der Künste, Johann Christian K., erhielt er eine ausgezeichnete Erziehung. Schon früh entschied er sich für das Studium der Musik, insbesondere bildete er sich zum Clavierspieler aus. Als Clementi 1803 auf einer Reise durch Deutschland Dresden besuchte, lernte er den angehenden Künstler kennen und schätzen. Der berühmte Meister machte dem jungen Musiker den Antrag, seine weitere Ausbildung ganz übernehmen zu wollen, wenn derselbe ihn auf seinen Reisen begleiten wolle. Natürlich nahm K. das Anerbieten freudig an, lebte nun mehrere Jahre mit Clementi im engen Umgange und besuchte mit ihm die grössten Städte Deutschlands. Im J. 1805 begleitete er seinen Lehrer nach Russland. In Petersburg, wo sie sich trennten, blieb K. bis 1811, theils Unterricht gebend, theils weiter arbeitend an seiner musikalischen Ausbildung. 1811 ging er nach Paris, von wo ihn die Kriegsereignisse 1813 nach Italien trieben. 1814 kehrte er nach Dresden zurück und spielte hier mit Erfolg bei Hofe, begab sich aber schon 1815 nach London und blieb dort bis 1816, zu welcher Zeit er zum königl. sächsischen Hoforganisten ernannt wurde. K. verbrachte seine Tage in Dresden still und eingezogen, ausschliesslich seiner Kunst lebend. Nur einige kurze Reisen nach Paris (1828) und Brüssel (1851 und 1852) unterbrachen diese Ruhe. Nach Belgiens Hauptstadt zog ihn die enge Freundschaft, welche ihn mit F. J. Fétis verband. Im Frühjahr 1852 nach Dresden zurückgekehrt, starb er dort am 22. November desselben Jahres. In früherer Zeit wurde K. als vortrefflicher, feinsinniger Clavierspieler geschätzt. Sein Spiel soll sich besonders durch die grösste Vollendung im vierstimmigen Satze und zunächst im gebundenen Style ausgezeichnet haben; Werke von J. S. Bach soll er besonders schön vorgetragen haben. In Concert- und Salonmusik wurde er als eleganter und solider Componist für sein Instrument geschätzt. Die Zahl seiner gedruckten Compositionen für das Pianoforte ist ziemlich bedeutend. Sie sind aber unseren jetzigen Clavierspielern wohl gänzlich unbekannt und konnten auch den Anforderungen modernen Reizes nicht in dem Maasse mehr entsprechen, dass sie nicht von neueren derselben Gattung sollten verdrängt worden sein. Die zweite Hälfte seines Künstlerlebens hatte K. der strengeren Composition gewidmet. Nach diesem Abschnitte ist nichts mehr von ihm im Druck erschienen; aber er hat viel gearbeitet, und zwar eben in einem Styl, der einer modischen Veränderlichkeit weniger unterworfen ist, als der seiner früheren Compositionen. Sein Hauptwerk in dieser Beziehung
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