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Scan 102
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
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1gab Moritz Hauptmann, eng befreundet mit ihm, 1854 bei Breitkopf und Härtel in Leipzig heraus: »Canons et Fugues dans tous les tons majeures et mineures pour le Piano. En deux parties«. In der interessanten Vorrede sagt der ebenso liebenswürdige wie gelehrte Herausgeber: »Klengel’s Kanons und Fugen, ein Werk in der Fassung des »wohltemperirten Claviers« von Sebastian Bach, sind uns ein werthvolles Vermächtniss des nun dahingeschiedenen Meisters geworden. Seit Jahren vor des Componisten Tode lag das Manuscript druckfertig bereit. Fast alle bedeutenden Musiker der letztvergangenen Decennien kannten und schätzten das Werk und erwarteten sehlich dessen Herausgabe. Auf seinen Reisen führte K. es stets bei sich, um es fortwährend der sorgsamsten Nacharbeitung zu unterziehen. Wo die Freunde, denen er Gelegenheit gab, diese Compositionen kennen zu lernen, Vollendung bewunderten, war Er, der tiefer eindringende, sein Ganzes auch im Einzelnen durchschauende oft noch nicht befriedigt und wusste unermüdlich noch zu bessern und zu ebnen, bis das Künstlichste auch in den kleinsten Theilen von jedem Zwange befreit zum kunstvoll Natürlichen sich gefügt hatte. K. ist an Sebastian Bach genährt und durch ihn, durch die gründlichste Kenntniss seiner Werke erzogen. Damit hat er aber mehr erlangt als nur uns Compositionen in Bach’s Manier vorzuführen; er hat sich befähigt, im Styl der Compositionen Seb. Bach’s, im Styl der Gattung dieser Compositionen sein Eigenthümliches, Selbstempfundenes auszusprechen, und spricht es nun nicht in einem antiquirten, sondern im Ausdruck unserer Zeit aus.« Als Vorläufer des grossen Kanon- und Fugenwerkes hatte K. bei W. Paul in Dresden folgendes Werk erscheinen lassen: »Les Avant-coureurs. Exercices pour le piano, contenant XXIV canons dans tous les tons majeurs et mineurs, calculés pour servir d’étude préparatoire du grand recueil des canons et fugues«. Unter den früheren Compositionen des Meisters sind zu nennen die Concerte op. 4 und 29, eine concertirende Polonaise (op. 35), ein grosses Trio mit Violine und Violoncell (op. 36), eine Fantasie zu vier Händen (op. 31), drei Sonaten (op. 2, 7 und 9), verschiedene Rondos, Diver- tissements, Nocturnes u. s. w.
3Klengel, Moritz, tüchtiger deutscher Violinist, geboren 1793, war lange Zeit Concertmeister und später Führer der zweiten Violinen des Leipziger Gewandhaus- und Theaterorchesters und wurde nach der Gründung des Leipziger Conservatoriums als Lehrer daselbst angestellt. Im J. 1866 pensionirt, starb er hochbetagt am 14. Septbr. 1870 zu Leipzig.
5Klengel, August Gottlieb, vortrefflicher deutscher Tenorsänger, geboren am 7. April 1787 zu Dresden, wurde 1798 Alumnus der Kreuzschule, daselbst und seiner schönen, biegsamen Sopranstimme wegen vielfach als Solist in der Kirche wie im Chor der italienischen Oper benutzt. Im J. 1808 bezog er die Universität Leipzig, um Theologie zu studiren, hielt im Januar 1811 in genannter Stadt seine erste Predigt, wurde aber durch den Kapellmeister Weber, der ihn im Gewandhaus-Concerte gehört hatte, bewogen, sich der Bühne zu widmen und schon im März desselben Jahres im Stadttheater zu Breslau als Murney in Winter’s »Opferfest« zu debutiren. Er war nach seiner glänzenden Aufnahme bis 1813 in Breslau, von 1813 bis 1820 in Mannheim, München, Leipzig engagirt und gastirte unter grösstem Beifall in Wien. Von 1820 bis 1835, in welchem letzteren Jahre er dem Theater entsagte, war er eine Zierde der Bühne in Hamburg, leitete hierauf mehrere musikalische Vereine und gab einen gediegenen Gesangunterricht. Seine Stimme wurde als klangvoll und schön, sein Geschmack als ein geläuterter und seine Methode als vortrefflich gerühmt. one of two readings
6Klengel, August Gottlieb, vortrefflicher deutscher Tenorsänger, geboren am 7. April 1787 zu Dresden, wurde 1798 Alumnus der Kreuzschule daselbst und seiner schönen, biegsamen Sopranstimme wegen vielfach als Solist in der Kirche wie im Chor der italienischen Oper benutzt. Im J. 1808 bezog er die Universität Leipzig, um Theologie zu studiren, hielt im Januar 1811 in genannter Stadt seine erste Predigt, wurde aber durch den Kapellmeister Weber, der ihn im Gewandhaus-Concerte gehört hatte, bewogen, sich der Bühne zu widmen und schon im März desselben Jahres im Stadttheater zu Breslau als Murney in Winter’s »Opferfest« zu debutiren. Er war nach seiner glänzenden Aufnahme bis 1813 in Breslau, von 1813 bis 1820 in Mannheim, München, Leipzig engagirt und gastirte unter grösstem Beifall in Wien. Von 1820 bis 1835, in welchem letzteren Jahre er dem Theater entsagte, war er eine Zierde der Bühne in Hamburg, leitete hierauf mehrere musikalische Vereine und gab einen gediegenen Gesangunterricht. Seine Stimme wurde als klangvoll und schön, sein Geschmack als ein geläuterter und seine Methode als vortrefflich gerühmt. one of two readings
8Klentzer, Bernhard Jakob, trefflicher deutscher Tonkünstler, geboren am 19. Octbr. 1815 in Bremen, wirkt seit 1834 als geschätzter Clavierlehrer und Dirigent verschiedener Gesangvereine in Papenburg im Hannover’schen. Als Componist hat er sich durch Festmärsche und Gesänge für Männerchöre vortheilhaft bekannt gemacht.
10Klerr, Johann Baptist, beliebter deutscher Componist und Theater-
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