Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876

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1während ihr Vater als Concertmeister, geschätzter Violinvirtuose und Dirigent von Concertkapellen ebendaselbst vielfach thätig war. Selten hat sich eine Sängerin so verwendbar für die verschiedensten Rollen in der Oper, Operette und im Singspiel und so fleissig erwiesen als sie. Mit diesem Ruf ging sie 1854 nach London, wo sie besonders in Concerten als Gesangstern erster Grösse gefeiert wurde und deshalb in England blieb, das sie nach allen Richtungen hin durchreiste. Die Engländer haben ihr eine schöne Pietät bewahrt, selbst als sie noch 1870 mit den Resten ihrer Stimmmittel öffentlich aufzutreten wagte. Sie wirkt gegenwärtig als Gesanglehrerin in London.
3Küchenthal, Johann Georg, deutscher Orgelvirtuose und beliebter Componist, war um 1700 in Nordhausen als Organist angestellt und durch seine übrigens nicht im Druck erschienenen Orgel- und Claviersachen weithin vortheilhaft bekannt.
5Küchler, Johann, tüchtiger und berühmter deutscher Fagottvirtuose und Instrumentalcomponist, war um 1780 in der kurfürstl. köln'schen Kapelle zu Bonn angestellt, befand sich aber etwa zehn Jahre später in derjenigen des Kurfürsten von Mainz. In der Zwischenzeit hat er sich u. A. auch im Concert spirituel zu Paris mit ungewöhnlichem Erfolge hören lassen. Zahlreiche Sinfonien, Quartette, Concerte und Duette seiner Composition sind im Druck erschienen. Auch eine Oper von ihm (oder einem Namensgenossen [?]), betitelt: »Azakia«, führt der Gothaer Theateralmanach von 1782 an.
7Kücken, Friedrich Wilhelm, begabter und berühmter deutscher Vocalcomponist und einer der populärsten Liedertondichter der Gegenwart, geboren am 16. Novbr. 1810 zu Bleckede im Hannover'schen, war der Sohn eines wohlhabenden Landmannes, der zugleich Ortsvorsteher von Kleinburg, Vorort von Bleckede, war und die Flöte vortrefflich blies. Die Musikübungen des Vaters gingen an dem Knaben nicht spurlos vorüber; er wandte aber dem Clavier seine Vorliebe zu und brachte es, durch einigen Unterricht zum Selbststudium angeregt, bald so weit, dass er im Trio- und Quartettcirkel des elterlichen Hauses mitwirken konnte. Mit zwölf Jahren versuchte er sich schon in der Composition von Tänzen und kleinen Clavierstücken. Sein Schwager, der Musikdirektor und Schlossorganist Friedr. Lührss in Schwerin, wusste endlich den widerstrebenden Vater K.'s zu bewegen, dass er den Sohn sich ganz der Musik widmen liess, und dieser trieb nun seit 1825 aufs Eifrigste Violin- und Flötenspiel, sowie Generalbass bei Lührss, Clavierspiel bei Aron und Rettberg in Schwerin. Zu seiner Uebung wirkte er später im grossherzogl. Theaterorchester, zuerst als zweiter Flötist, dann als Bratschist und endlich als erster Violinist mit. Seine damaligen Compositionen, eine Gelegenheits-Cantate, das Duett »Der Jäger« und das als »Thüringer Volkslied« allbekannt gewordene »Ach, wie wär's möglich dann«, fanden sofort die beifälligste Aufnahme, und der Grossherzog Paul Friedrich zog K. an den Hof, wo er als Clavierlehrer des Prinzen und der Prinzessin, sowie als Mitwirkender in den musikalischen Abendunterhaltungen der grossherzogl. Familie thätig war. K.'s Geist aber strebte weiter, und durch die Bemühungen eines tüchtigen Musikkenners, des Freiherrn von Sell, damaligen Gouverneurs der grossherzogl. Kinder, kam K. 1832 nach Berlin. Dort studirte er eifrig bei dem Contrapunktisten Birnbach Harmonielehre, und es entstanden u. a. die Lieder: »Du bist wie eine Blume«, »Maurisches Ständchen«, »Das Mädchen von Juda«, »Ach, wenn Du wärst mein eigen«, »Spazieren wollt' ich reiten«, »Ach, wär' ich doch des Mondes Licht«, sowie die sehr beliebt gewordenen Duette für zwei Sopranstimmen op. 8, 15, 21, 25 und 30. Viele dieser Sachen sind in Fleisch und Blut des Volkes übergegangen. Ausserdem aber auch mehrere Sonaten, Duos in Sonatenform und eine Oper »Die Flucht nach der Schweiz«, welche im königl. Theater in einem Winter vierzehn Mal mit dem grössten Beifall zur Aufführung kam, sowie ferner in Hamburg, Prag, Breslau, Mannheim, Schwerin u. s. w. In Berlin genoss K. der besonderen Protektion des Oberst-

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