Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 182

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876

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1Kämerers und Intendanten der königl. Schauspiele, Grafen Redern, und er widmete demselben die C-moll-Sonate für Pianoforte und Violine op. 90. Auch erwähnte der damals in Berlin lebende Prinz Georg von Cumberland, spätere König von Hannover, K. zum Leiter seiner musikalischen Studien. Ende 1841 begab sich K. nach Wien und studirte dort ein halbes Jahr lang bei Sechter Contrapunkt und Fuge, um dann nach Paris zu gehen. Er folgte aber einer Einladung und dirigirte im Sommer 1843 die grossen Männergesangfeste zu St. Gallen und Appenzell. Während seines einjährigen Aufenthaltes in der Schweiz componirte er u. A. das schweizerische Vaterlandslied »Auf, auf, ihr freien Söhne« und die Sonate in G-dur für Violoncello und Clavier op. 92, das Terzett mit Chor »Die sanften Tage« von Uhland, dem Grossherzog Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin dedicirt, wofür derselbe K. zum Hofcomponisten ernannte. Im Verein mit dem Präsidenten Roth gründete er in Teufen einen Gesangverein, der in kurzer Zeit einen bedeutenden Aufschwung nahm und erfolgreiche Resultate lieferte. Im J. 1843 ging K. endlich nach Paris und verkehrte dort besonders mit Halévy, der ihn in der Instrumentationslehre unterwies. Auch nahm er bei Bordogni Gesangunterricht, der ihn bat, seinen Unterrichtsstunden beizuwohnen, in welchen K. reiche Erfahrungen sammelte.
3Bei solcher Anregung konnte es nicht fehlen, dass K. zu neuem Schaffen begeistert wurde, und er schrieb damals die Oper »Der Prätendent«, den viel gesungenen Männerchor »Normannssang«, sowie das kleine hübsche Lied »Gretelein«. Auch schloss er in Paris mit einer englischen Musikhandlung einen noch jetzt bestehenden Contrakt, nach welchem seine sämmtlichen Compositionen zugleich für England in London erschienen. Nach drei ein halb Jahren kehrte K. nach Deutschland zurück, wandte sich zunächst nach Stuttgart und brachte dort seine Oper »Der Prätendent« am 21. April 1847 mit ausserordentlichen Erfolge zur Aufführung, ebenso in Hamburg, wo er dieselbe selbst vier Mal bei ausverkauftem Hause dirigirte. — In Berlin traf K. 1851 die Berufung zum Hofkapellmeister in Stuttgart. Mit Lindpaintner coordinirt, nach dessen Tode als alleiniger Hofkapellmeister, wirkte er bis zum J. 1861. In Stuttgart erschienen die nach biblischen Texten von dem Hofprediger von Grüneisen ausgewählten Motetten op. 66, sowie auch u. A. das so beliebt gewordene Lied »Du kleines blitzendes Sternelein« von Otto Roquette. Nach zehnjähriger erfolgreicher Thätigkeit als königl. Kapellmeister sehnte sich K. nach vollständiger Freiheit, und er erbat seinen Abschied, um seitdem seinen dauernden Aufenthalt in Schwerin zu nehmen. K.'s enorme Beliebtheit als Liedercomponist auch ausserhalb Deutschlands gab sich in dieser Zeit bei seiner Anwesenheit in Strassburg 1863 kund, wo er mit Berlioz, Abt und anderen als Preisrichter fungirte und durch die grössten Ovationen ausgezeichnet wurde. Die ganz ausserordentliche Beliebtheit und Popularität bei Sängern und in Gesangvereinen verdankt K. seiner ungewöhnlichen Begabung in Bezug auf Erfindung frischer, ansprechender Melodien und seiner Kunst, sanggerecht und dankbar zu schreiben. Vertiefung lässt er dagegen vermissen, und darum werden seine Compositionen fast ausschliesslich nur in Volks- und Dilettantenkreisen gepflegt.
5Küffner, eine in drei Generationen rühmlichst bekannte deutsche Musikerfamilie, deren Glieder sind: 1) Johann Jacob Paul K., geboren 1713 zu Nürnberg, wurde nach erlangter musikalischer Ausbildung Organist an der Walpurgiskirche seiner Geburtsstadt. Um 1750 zog ihn der Fürst von Thurn und Taxis als Hofcembalist in seine Dienste nach Regensburg, und dort ist K. am 12. Juni 1786 gestorben. Er galt in seiner Zeit für einen vortrefflichen Orgel- und Clavierspieler, sowie angenehmen Componisten, welchen Ruf auch seine im Druck erschienenen Sonaten und kleineren Stücke für Clavier, sowie seine Streichquartette bekräftigen. Seine besonders hochgeschätzten Clavierconcerte dagegen sind nicht herausgekommen. — 2) Wilhelm Joseph K.,

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