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Scan 187
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
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1musices effectibus«, welche in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts erschien und von Seiten Mattheson’s viel Lob erfuhr.
3Kümmel, Bernhard Christoph, musikkundiger deutscher Geistlicher, geboren um 1765 zu Mühlhausen in Thüringen, wartete nach Vollendung seiner theologischen Studien zehn Jahre lang vergebens auf eine Anstellung, so dass er sich, müde des langen Harrens, 1796 um die Stadtcantorstelle in Göttingen bewarb. Seine Probearbeit, ein Kirchenstück über einen bestimmten Text und ein vierstimmiger Choral, fand zwar den ausschlaggebenden Beifall des musikalischen Schiedsrichters, als welcher der Musikdirektor Weimar in Erfurt ernannt worden war, K. trat aber diese Stelle nicht an, da ihm gleichzeitig das Rectorat in Hedemünden angetragen wurde, welches ihm mehr zusagte. Von dort aus kam er 1801 als Prediger nach Besenrode in der Grafschaft Hohnstein. Er veröffentlichte von seiner Composition mehrere Hefte Lieder mit Clavierbegleitung, sechs Claviersonaten (Leipzig, 1788), Variationen für Clavier und zwei Hefte Hausmusik, betitelt: »Musikalische Feierstunden« (1802). — Ein älterer Namensverwandter von ihm war Johann Valentin K., welcher als Musiker und Instrumentalcomponist zu Anfang des 18. Jahrhunderts, wahrscheinlich zu Hamburg, lebte. Von seinen Compositionen erschien nach seinem Tode: »Neuer musikalischer Vorrath in Suiten für Hoboen und Hörner« (Hamburg, 1714).
5Kündinger, Georg Wilhelm, verdienstvoller deutscher Tonkünstler und Musiklehrer, geboren am 28. Novbr. 1800 zu Königshofen in Baiern, erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung, sowie die musikalische in Gesang, Clavier- und Orgelspiel zuerst im Kloster Heilsbronn, trat 1816 in das Schullehrerseminar zu Nürnberg, wo ihm der Cantor Zösinger Unterricht im Clavierspiel und Generalbass ertheilte und wurde 1819 Cantor in Windsheim, von wo er ein Jahr später als Cantor und Organist nach Kitzingen kam. Von 1825 bis 1831 suchte er in Würzburg bei Fröhlich, theilweise auch bei Küffner seine musiktheoretischen Lücken auszufüllen und trat dort, sowie auch in Nürnberg, Frankfurt a. M. u. s. w. häufig öffentlich als Pianist auf. Im Octbr. 1831 wurde er als Stadtcantor und Musikdirektor nach Nördlingen berufen, widmete sich dort eifrig der Hebung des Singechors, mit dem er grosse Musikaufführungen veranstaltete, und componirte verschiedene Kirchensachen. Im J. 1838 folgte er einem Rufe als Stadtcantor und Musikdirektor an der heiligen Geistkirche in Nürnberg und fand hier Gelegenheit zu einem umfassenden Wirken in seinem Amte sowohl, wie als Dirigent der grossen Musikvereine. Für die Kirche componirte er viele Cantaten, Hymnen, Responsorien u. s. w., für die Vereine Vocal- und Instrumentalwerke verschiedener Art. Ausserdem trat er noch als Concertspieler öffentlich auf, gab Unterricht u. s. w. Körperliche Leiden nötigten ihn endlich, diesem Wirkungskreise zu entsagen. Nachdem er einen Stellvertreter gefunden hatte, zog er sich nach Fürth zurück, wo er lediglich der Ertheilung von Unterricht sich hingab. — Von seinen Söhnen sind als tüchtige Musiker zu nennen: 1) August K., geboren am 13. Febr. 1827 zu Kitzingen, kam 1839 nach München und studirte beim Hofmusicus Hom Violinspiel und beim Hoforganisten Ett Musiktheorie. Von dort ging er 1842 auf das Conservatorium in Wien, wo ihn in denselben Fächern Böhm und Preyer unterrichteten. Nach ehrenvoller Entlassung aus dieser Anstalt bereiste er 1845 Deutschland als Violinvirtuose und hielt sich zwei Jahre lang in Jena auf, um philosophische Collegia zu hören. Im J. 1852 begab er sich nach St. Petersburg und ist seitdem als erster Violinist Mitglied des dortigen kaiserl. Orchesters. Componirt hat er Concertstücke für Violine, Lieder, Ouvertüren, eine Sinfonie, Mazurka’s für Clavier u. s. w., von denen Einiges in St. Petersburg im Druck erschienen ist. — 2) Kanut K., geboren am 11. Novbr. 1830 zu Kitzingen, erhielt auf dem Conservatorium zu München und bei dem königl. Kammermusiker Menter seine Ausbildung als Violoncellist und trat 1849 in die Hofkapelle zu Mannheim, der er noch gegenwärtig angehört. Sein
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