Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876

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1Kummer, Friedrich August, der zweite Sohn, ward den 7. Septbr. 1770 in Dresden geboren, kam 1789 als Oboist in die Kapelle zu Meiningen und 1797 in gleicher Eigenschaft in die kurfürstl. sächsische Kapelle. Seit 1831 pensionirt, starb er den 22. Juni 1849 in Dresden.
3Kummer, Friedrich August, der älteste Sohn des Vorigen, ward am 5. Aug. 1797 in Meiningen geboren. Durch die Berufung des Vaters in die kurfürstl. sächsische Kapelle kam er schon als zartes Kind nach Dresden. Zeitig entwickelte sich sein reiches musikalisches Talent, unterstützt durch trefflichen Unterricht. Als Hauptinstrument wählte er das Violoncell, auf dem ihn zuletzt der berühmte Justus Friedrich Dotzauer (seit 1811 in der Kapelle angestellt) unterwies. Schon im J. 1813 spielte der junge K. übungsweise die Recitativproben der italienischen Oper mit, wodurch sein sehnsüchtiger Wunsch, in die Kapelle zu kommen, nur erhöht ward; doch war gerade damals keine Stelle beim Violoncell vacant, weshalb ihm der Kapellmeister Morlachi rieth, die Oboe zu erlernen, da bei diesem Instrumente eine Stelle zu besetzen war. Der junge talentvolle und strebsame Künstler folgte mit Eifer schnell diesem Rathe und brachte es bald so weit auf dem neuerwählten Instrumente, dass er durch Rescript des damaligen Generalgouvernements von Sachsen an die Administrations-Commission des königl. Theaters, d. d. Dresden, 18. Novbr. 1814, als Oboist in der königl. Kapelle mit 200 Thlrn. Gehalt angestellt ward. Als sein College, der Violoncellist Karl Wilhelm Höckner (namentlich als geschickter Medailleur bekannt) starb, ging K., hauptsächlich auf Veranlassung Karl Maria von Weber’s, auch in der Kapelle zum Violoncell über und erhielt 1817 des Verstorbenen Stelle. Seit dieser Zeit schritt K. rasch und unermüdlich vorwärts und errang sich so einen Namen, der heut zu Tage mit hoher Achtung in allen Musikkreisen genannt wird. Als Virtuose, Lehrer, Quartett- und Orchesterspieler, sowie als Componist für sein Instrument zählt K. zu den berühmtesten Vertretern desselben. Mehr denn 163 Werke von ihm sind im Druck erschienen. Dazu kommen noch im Manuscript gegen 200 Entr’acte für das königl. Hoftheater, sowie eine Menge Concertstücke für Oboe, Clarinette, Fagott, Horn, Trompete u. s. w. K.’s Spielweise charakterisirte sich zunächst durch einen wundervollen mächtigen Ton, frei von allem materiellen Beiklang, gleich in allen Lagen, von grosser Wirkung namentlich auf den tieferen Saiten, unterstützt durch eine tadellose Bogenführung. Im Besitze einer vorzüglichen Technik, ging er mit dieser nie über die Grenzen des Instrumentes hinaus: absolute Schönheit zeichnete sein Spiel aus.
5Es ist begreiflich, dass, ausgestattet mit solchen Vorzügen, K.’s Leistungen nicht nur als Solist, sondern auch als Quartett- und Orchesterspieler vorzüglich waren. Im Vereine mit dem Concertmeister Franz Schubert, später mit Karl Lipinski, hat der treffliche Künstler dem Dresdener Publikum den ganzen reichen Schatz der Quartett- und Quintett-Literatur zugänglich gemacht. Mit wahrhaft classischer Ruhe bildete er das Fundament dieser Musterleistungen, sich dem Ensemble eng anschmiegend, ohne doch alle subjektive selbstständige Auffassung ganz aufzugeben. — Auch als Lehrer hat K. die ehrenvollsten Resultate erzielt. Unter seinen Schülern zeichneten sich besonders aus die königl. sächsischen Kammermusiker Fritz Schubert (†) und Schlick (†), ferner Grabau in Leipzig, Metzner in Meiningen (†), d’Arien in Hamburg, Cossmann in Wiesbaden, Drechsler jun. in Edinburg (†), v. Lutzau in Riga, Suhr in Schwerin (†), Goltermann in Stuttgart, Hausmann in London, Poorten in Petersburg, Bellmann in Schwerin, Graf Flemming u. s. w. Im J. 1864 feierte K. sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum und wurde an diesem Tage durch Verleihung des Ritterkreuzes des Albrechtordens ansgezeichnet; den Titel eines Kammervirtuosen hatte er bereits durch König Friedrich August IV. erhalten. Unmittelbar nach seinem Jubiläum trat K. in Pension und lebt seit der Zeit ruhig im Kreise seiner Familie, immer noch thätig als Lehrer am Conservatorium für Musik, mit regem Sinn theilnehmend an dem Dresdener Musikleben,

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