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Scan 207
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
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1für zwei Flageolets (1796), Trios für drei Hörner (1800), Quatuors für Horn, Violine, Viola, Violoncello (Offenbach, 1800), sowie Tänze für Clavier und auch für Orchester.
3Kunzen, Gottfried, vorzüglicher Fagottvirtuose, war eine lange Reihe von Jahren und bis zu seinem um 1790 erfolgten Tode Mitglied der herzogl. Kapelle in Schwerin.
5Kunzen, Johann Paul, tüchtiger deutscher Tonkünstler und geschickter Kirchenkomponist, geboren als Sohn eines Tuchmachers am 30. Aug. 1696 zu Leisnig in Sachsen, sang in seinem siebenten Jahre bei Kirchenaufführungen mit und konnte bald darauf auch den Organisten des Ortes, seinen Lehrer, vertreten. Neun Jahre alt kam er nach Torgau, dann nach Freiberg, wo er die Schule besuchte und im Singechor mitwirkte. Als armer Student in Leipzig seit 1716 musste er sich durch Unterrichtgeben in den Wissenschaften und in der Musik durchzukämpfen suchen. Seine Fertigkeiten im Gesang und auf verschiedenen Instrumenten, sowie die Empfehlungen seiner Lehrer und Freunde Rau und Kuhnau verschafften ihm einträgliche Lectionen; ausserdem sang er in der Oper, wirkte im Theater- und Concertorchester als Violinist mit und unterstützte gegen Bezahlung den Organisten Vetter an der Nicolaikirche. Zudem wurde er häufig nach Merseburg, Weissenfels, Gera, Gotha u. s. w. eingeladen, wo seinem Spiel und Sologesang der grösste Beifall zu Theil wurde, so dass er sich endlich entschloss, sich ausschliesslich der Musik zu widmen. Im J. 1718 wurde er als Kapellmeister in Zerbst angestellt, ging aber schon 1719 nach Wittenberg, wo er lehrte, häufig öffentlich auftrat, ein stehendes Concert begründete und sich verheirathete. Die Composition einer Serenade verband ihn mit dem Landrath von Wichmannshausen, der ihn nach Dresden empfahl, wo K. eifrig Umgang mit Heinichen, Volumier und anderen Künstlern pflegte. Er componirte daselbst Kirchenmusiken, Ouverturen, Concerte für Violine, Clavier u. s. w. Aus Reiselust schlug er die an ihn ergangene Berufung zum Kapellmeister der Kurfürstin von Sachsen aus und begab sich 1723 auf eine Einladung hin nach Hamburg, wo er einige seiner Opern (u. A. »Cadmus«), eine grosse Passionsmusik und andere seiner Vocalwerke zur Aufführung bringen liess und Unterricht ertheilte. Mit seinem achtjährigen Sohne Adolph Karl K., den er zum fertigen Clavierspieler gebildet hatte, trat er 1728 eine Kunstreise nach Holland und England an und lebte von 1729 an wieder in Hamburg, bis er 1732 als Organist nach Lübeck berufen wurde, in welchem Amte er aufs Ehrenvollste bis 1757 wirkte. Er starb erst um 1770 in Lübeck, wo er ebenfalls ein stehendes Concert errichtet und durch Lehre und Beispiel Gutes hervorgebracht hatte. Mattheson zählt ihn zu den grössten Componisten seiner Zeit; als sein Meisterwerk gilt sein Oratorium »Belsazar«. — Sein bereits erwähnter Sohn und Schüler, Adolph Karl K. (nicht Johann Adolph), geboren am 22. Septbr. 1720 zu Wittenberg, erregte auf mehreren Reisen als Wunderkind das grösste Aufsehen. Im Winter 1728 bis 1729 noch in London und ein Liebling des Dr. Pepusch, dann nach Hamburg zurückgekehrt, fehlen bis 1750, wo er Kapellmeister in Schwerin war, alle Nachrichten über ihn. Im J. 1757 übernahm er die Organistenstelle seines Vaters in Lübeck, die derselbe körperlicher Schwäche halber hatte niederlegen müssen. Im J. 1772 lähmte ein Schlagfluss seine Hand, so dass ihm sein Schüler Königslöwe (s. d.) adjungirt werden musste. Er starb 1781 zu Lübeck, hochgeschätzt als Clavier- und Orgelspieler, weniger als Componist, obgleich er Sinfonien, 21 Violin-, acht Flöten- und sechs Oboe-Concerte, 11 Clavier- und einige Violin-Sonaten geschrieben hatte; ferner ein grosses Passions-Oratorium und ein anderes, betitelt: »Die göttliche Berufung des Glaubens Abrahams«, endlich Motetten, Cantaten, Serenaden u. s. w., Alles, mit Ausnahme der in London erschienenen Sonaten und einiges von Cramer 1787 in der Sammlung »Flora« Veröffentlichten, Manuscript geblieben.
7Kunzen, Friedrich Ludwig Aemilius (oder Emil), der berühmte
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