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Scan 277
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
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1verfasst und musikalisch ausser vielen Abhandlungen über Choralgesang, dessen Notation, die Orgel, die Composition u. s. w. auch ein »Traité historique et pratique sur le chant ecclésiastique etc.« (Paris, 1741) geschrieben.
3Leblanc, französischer Violinist und Componist, geboren um 1750, war zuerst Orchesterchef am Théâtre comique et lyrique in Paris, 1791 an dem der jeunes artistes und wurde bald darauf am Théâtre d’émulation als Componist angestellt, welchen Posten er bis 1801 inne hatte. Von da an kam er in seinen äusseren Umständen immer mehr zurück, so dass er sich mit einer zweiten Violinistenstelle in einem Theater dritten Ranges begnügen und endlich als Notenschreiber sein Leben fristen musste, bis ihn in sehr hohem Alter der Tod erlöste. Seine ersten, sehr talentvollen Compositionen schienen ihm eine glücklichere Laufbahn zu versprechen, denn sie hatten den besten Erfolg. Da er jedoch nur für untergeordnete Theater, mangelhafte Kräfte und triviale Zwecke zu schreiben hatte, so vergeudete er seine Naturgaben und Kenntnisse handwerksmässig immer mehr. Ausser vielen Musiken zu Pantomimen, Melodramen, Ballets u. s. w. für die meisten Pariser Boulevards-Theater, sind von seinen zwei- und dreiaktigen Opern zu nennen: »La noce béarnaise« (1787 überaus beifällig gegeben), »Gabrielle et Paulin«, »La folle gageure«, »Rosine et Zélie«, »Le berceau de Henri IV.« und »Nicodème dans la lune«.
5Leblond, Gaspard Michel, gelehrter französischer Abbé und Musikschriftsteller, geboren am 24. Novbr. 1738 zu Caën in der Normandie, kam nach Paris, wurde daselbst an der Bibliothèque Mazarine als Custos angestellt und in die Akademie aufgenommen. Er starb am 17. Juni 1809 zu l’Aigle. Von seinen gelehrten Arbeiten berühren das Musikgebiet die »Mémoires pour servir à l’histoire de la révolution opérée dans la musique par le chevalier Gluck« (Paris, 1781), eine Compilation dessen, was für und gegen Gluck in Paris geschrieben worden ist.
7Leborne, Aimé Ambroise Simon, belgischer Tonkünstler und Operncomponist, geboren am 19. Decbr. 1797 zu Brüssel, war der Sohn eines Schauspielers und besuchte die Schule zu Versailles, wo er auch Musikunterricht genoss. Daselbst wiederholt prämiirt, trat er 1811 als Alumnus in das Pariser Conservatorium und studirte unter Berton Harmonielehre, unter Cherubini Contrapunkt und Composition. Im J. 1818 trug er den zweiten und zwei Jahre später beim Institut de France den ersten Compositionspreis davon, in Folge dessen er von 1821 bis 1823 als Pensionär der Regierung die statutenmässige Studienreise durch Italien und Deutschland unternahm. Nach Paris zurückgekehrt, widmete er sich hauptsächlich der dramatischen Composition und brachte 1828 an der Opéra comique ein dreiaktiges Werk zur Aufführung, das jedoch nicht gefiel. Dagegen componirte er einige reizende Einlagesstücke zu Carafa’s Oper »La violetta« in demselben Jahre. Im Juni 1833 liess L. die zweiaktige Oper »Cinq ans d’entr’acte« und 1838 die einaktige »Lequel« in Paris aufführen. Schon 1816 war er zum Coadjutor und 1820 zum wirklichen Professor der Solfeggienklasse des Pariser Conservatoriums ernannt worden. Im J. 1836 folgte er Reicha als Professor der Composition an demselben Institute. Ausserdem war er seit 1829 Direktor und Custos der Copialien der Grossen Oper und seit 1834 Bibliothekar der königl. Kapelle. Er gehört unter die verdienstvollsten Lehrer des Conservatoriums und übte alle die guten, praktischen Traditionen der italienischen Schule aus, wie sie Cherubini festgestellt hatte. In dieser Weise bildete er viele tüchtige Schüler aus, von denen nicht wenige Preise in den Concerten der Anstalt erlangten.
9Lebouc, Charles Joseph, französischer Violoncellovirtuose und Componist, geboren am 22. Decbr. 1822 zu Besançon, kam ziemlich gut vorgebildet 1840 auf das Pariser Conservatorium, wo ihn Franchomme im Violoncellospiel und Halévy in der Composition unterrichteten. Bei der öffentlichen Preisbewerbung von 1842 erhielt er den ersten Preis im Violoncellospiel, ein Jahr später den zweiten und dann den ersten Preis in der Harmonielehre und zwei
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