Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 293

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876

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1lehrten und scharfsinnigsten Denker aller Zeiten, wurde am 23. Juni (3. Juli neuen Stils) 1646 zu Leipzig geboren, wo sein Vater Professor der Rechte war, und starb als Geheimer Justizrath und Historiograph an einem Gichtanfall zu Hannover am 14. Novbr. 1716. Obwohl er nicht einzelne Werke hinterlassen hat, deren innere Vollendung der Grösse seines Wissens entsprochen hätte, sondern meist kurze Aufsätze in Zeitschriften und gelegentliche Aussprüche in seinen Briefen, so ist doch seine ungeheure Bedeutung, besonders für die Philosophie, Mathematik, Theologie, Geschichte und Politik unanfechtbar. Sein Alles umfassender Geist musste auch die Tonkunst berühren, und hier sind es die Fächer der Musikgeschichte, des Rhythmus, die mathematisch-musikalischen Principien und die Theorie der Töne, die durch ihn, wenn auch vielfach aphoristisch und fragmentarisch, so doch neu und scharfsinnig vorgebracht wurden.
3Leibrock, Joseph Adolph, vortrefflicher deutscher Violoncellist, Musiktheoretiker und Componist, geboren am 8. Jan. 1808 zu Braunschweig, war der Sohn des bekannten Schriftstellers August L. und erhielt eine sorgfältige Erziehung, in der auch Violinunterricht beim herzogl. Concertmeister Maucourt eingeschlossen war; Vorliebe trieb ihn jedoch bald zum Violoncello, das er nun beim Kammermusiker Gödeke studirte. Als er gerade zum Studium der Theologie zur Universität abgehen wollte, bot sich ihm eine Stellung als Violoncellist der braunschweig’schen Hofkapelle dar, die er annahm. Bei Zinkeisen trieb er nun eifrig noch Musiktheorie und unternahm grössere Reisen, um Kunst- und Lebenserfahrungen zu sammeln. Er fungirte 1830 ein Jahr lang als Musikdirektor am Theater zu Regensburg und kehrte dann in seine Stellung nach Braunschweig zurück, wo er seitdem auch tüchtige Schüler im Fache der Tonsetzkunst bildete. An Compositionen von ihm sind bekannt: die Musik zu Schiller’s »Räubern«, zu einigen Melodramen, eine Jubelouverture, mehrere andere Ouvertüren, Quartette, Lieder u. s. w.
5Leich, ein altdeutsches Wort, das ursprünglich Gesang überhaupt bedeutete, dann aber im Gegensatz gegen das eigentliche Lied gebraucht wurde, ebenso wie im Französischen Laïs (s. d.) im Gegensatz gegen chanson und im Latein des Mittelalters canticum oder modus im Gegensatz gegen hymnus oder carmen. Die Form des L. in dieser Bedeutung wurde schon in die althochdeutsche Poesie nach dem Muster der Sequenzen des lateinischen Kirchengesangs, d. h. der Texte, die man im 9. Jahrhundert den früher textlosen Modulationen der Jubilation das Alleluja unterzulegen anfing, eingeführt; sie wurde auch von den mittelhochdeutschen Dichtern aufgenommen und ausgebildet und scheint im 15. Jahrhundert ausser Gebrauch gekommen zu sein. Während das eigentliche Lied eine und dieselbe Strophenform durchweg festhält, bestehen die der Melodie untergeordneten L.e, die durchcomponirt waren, aus verschiedenen in Zahl der Zeilen, Reimen und Sylben von einander unabhängigen Systemen oder Reimreihen, in welchen ebensowohl, wie in ihren Unterabtheilungen oder Reimsätzen, die durch die Wiederholung der Melodiesätze bedingte Zweitheiligkeit vorherrscht. Ursprünglich und vorzüglich waren die L.e religiösen Inhalts; jedoch erscheint ihre Form auch frühzeitig für Gesänge weltlichen Inhalts angewendet, namentlich für Lob- und Klagesänge, dann auch für Liebesgedichte. Zu den letzteren gehört einer der künstlichsten L.e, der des Ulrich von Lichtenstein, im »Frauendienst«. Auch die Reihen (Reigen) und Tänze, die im 13. Jahrhundert in der mittelhochdeutschen Poesie aufkamen, unterschieden von den eigentlichen Tanzliedern, sind in der L.form gedichtet. Vgl. Ferd. Wolf, »Ueber die Lais, Sequenzen und Leiche« (Heidelberg, 1841).
7Leicht, Clavierbauer zu Breslau, geboren 1790 zu Pilsen in Böhmen, dessen Flügel wegen ihres hellen Glockentons und ihres überaus leichten Anschlags zu ihrer Zeit weithin geschätzt waren.
9Leichte Zeit, anderer Ausdruck für unaccentuirter Takttheil.

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