Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 295

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876

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1ausgezeichnet hatte. Da L. eine unausrottbare Vorliebe und Talent zur Musik zeigte, so erhielt er 1679 den Organisten Jacob Bölschen in Braunschweig als Lehrer, bei dem er fünf Jahre lang studirte. Dann reiste er nach Hamburg und suchte Reinecke und Buxtehude auf, kehrte jedoch nach Braunschweig zurück, um seinen mittlerweile erkrankten Lehrer Bölschen im Dienste zu unterstützen. Als derselbe jedoch noch in demselben Jahre starb, erhielt L. beide Organistenstellen, an St. Ulrich und St. Blasius. Er studirte unter Theile's Leitung noch eingehend die Lehre von der Tonsetzkunst und übernahm dann auch den Organistenposten an der St. Magnuskirche in Braunschweig. Im Besitz dieser drei Aemter starb er daselbst am 10. Mai 1710. Er galt als einer der ersten Orgelspieler seiner Zeit, und seine zahlreichen Clavier- und Orgelsachen waren ungemien geschätzt. — Sein Sohn und Schüler, Otto Anton L., geboren 1692 zu Braunschweig, war auch zugleich sein Amtsnachfolger und besass als Clavier- und Orgelspieler ebenfalls einen ausgebreiteten guten Ruf. Derselbe starb am 16. Mai 1740 in Braunschweig.
3Leier oder Leyer muss unterschieden werden von der alten Lyra (s. d.), die allerdings auch im Deutschen sehr oft L. genannt wird, weil Lyra ein lateinisches und kein deutsches Wort ist. Das Instrument, welches wir unter dem Namen L. kennen, heisst auch wohl Bauernleier (latein.: Lyra rustica oder pagana) und deutsche Leier (Lyra tedesca), weil sie ein rein deutsches, d. h. von den Deutschen erfundenes und von diesen auch besonders cultivirtes Instrument war (s. Bauernleier).
5Leierkasten oder Leierorgel, s. Drehorgel.
7Lejeune, Claude, auch kurzweg Claudin genannt, vorzüglicher französischer Tonsetzer, geboren um 1540 zu Valenciennes, stand als Kammercomponist in Diensten der Könige Heinrich III. und Heinrich IV. von Frankreich. Im J. 1581 muss er bereits am Hofe gewesen sein, denn er schrieb damals die Musik zu den Hochzeitsfestlichkeiten des Herzogs von Joyeuse und der Mademoiselle de Vaudémont. Gestorben ist er zwischen 1598 und 1603, denn der im letzteren Jahre zu Paris erschienenen, »Le printemps« betitelten Sammlung von Gesangsstücken von ihm findet sich eine »Ode sur la musique de défunct sieur Claudin L.« von Thomas d'Ambry vorgedruckt. L. war übrigens Calvinist, stand aber gleichwohl in ganz Frankreich in höchstem Künstleransehen. Von seinen Compositionen kennt man viele Chansons, Motetten, Psalme, Madrigale u. s. w., von denen die meisten erst nach seinem Tode im Druck erschienen sind. Als bei seinen Lebzeiten veröffentlicht können überhaupt nur zwei Werke gelten: »Livre de mélanges«, vier- bis achtstimmige Gesänge (Antwerpen, 1585) und »Dodecacorde«, 12 Psalme zu zwei bis sieben Stimmen (La Rochelle, 1598). Dies letztere, in den alten Tonarten componirte Psalmenwerk hat seinen Ruhm, der auf Eleganz der Melodie und Harmonie, sowie Frische der Empfindung beruht, weit verbreitet. An Tiefe und Bedeutsamkeit steht L. jedoch nicht nur den gleichzeitigen römischen und venetianischen Meistern, sondern auch den älteren französischen, wie Arcadelt und Jannequin, weit nach. Trotz seines grossen Zeitgenossen Orlando di Lasso aber wurde er von seinen dankbaren Landsleuten der »Phönix unter den Componisten« genannt. Ein Ballet von ihm, »Ceres und ihre Nymphen«, befindet sich im Archive der Grossen Oper in Paris. Das vollständigste Verzeichniss von L.'s Werken überhaupt, soweit sie noch bekannt sind, liefert Fétis in seiner »Biographie universelle«.
9Leim ist der Name einer stickstoffhaltigen, daher beim Verbrennen wie Haare oder Horn riechende, in heissem Wasser leicht auflösliche, beim Erkalten gelatinirende, stark klebende Substanz, welche sich in der Natur nicht fertig gebildet vorfindet, sondern aus der Substanz der Sehnen, Knorpel und Häute des thierischen Körpers durch Kochen mit Wasser entsteht. Die reinste Form des L.s ist die, welche die Schwimmbasen des Störs und Hausens (Hausenblase) liefern. Der gewöhnliche Tischlerleim, welcher auch in der Instrumenten-

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