Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876 › scan 296
Scan 296
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
26 lines. Read by computer on 23 September 2026. Printed page 290. See the scan on archive.org.
1baukunst seine wichtige Rolle spielt, wird durch längeres Kochen, oft unter erhöhtem Drucke im Popin'schen Topfe, aus Sehnen, Haut, Lederabfällen u. s. w. bereitet; er ist in Folge angehender Zersetzung mehr oder minder braun gefärbt, kann aber künstlich gebleicht werden, was man besonders gut in Frankreich versteht. Die bindende Kraft des L.s kann durch einen Zusatz von Bleiweiss erhöht werden; zu langes und öfteres Erhitzen färbt den L. immer dunkler und raubt ihm am Ende durch Zersetzung seine bindende Kraft. Ueber die Verwendung des L.s bei der Orgel, wo derselbe besonders einflussreich und wichtig auftritt, sehe man den Artikel Orgel.
3Leise = piano (ital.); mit leiser Stimme = sotto voce (ital.).
5Leisring, Volkmar, deutscher Geistlicher, kenntnissreicher Musikschriftsteller und Componist, geboren um 1590 zu Gebstädt bei Buttstädt in Thüringen, studirte zu Jena Theologie und ward um 1617 Rektor zu Schkölen bei Naumburg, 1619 Pfarrer zu Nohra bei Weimar und 1626 Prediger zu Buchfarth, wo er 1637 starb. Von seinen Compositionen werden genannt: »Brautlied aus dem 26. Capitel des Sirach« (Jena, 1609): »Cymbalum Davidicum 4, 5, 6 et 8 vocum, in lateinischen und deutschen Liedern« (Jena, 1611); »Taedae nuptiales in 16 lateinischen und deutschen Hochzeitgesängen von 4, 5 und 8 Stimmen« (Erfurt, 1624) und »Strenophoniae in 21 lateinischen und deutschen Neujahrs gesängen« (Erfurt, 1628).
7Leiste oder Zierleiste ist eine über den Tasten der Orgel angebrachte und an der Unterkante mit Tuch gefütterte Leiste; dieselbe verhindert beim Spiel das zu hohe Aufschnellen der Tasten.
9Leister, Joachim Friedrich, verdienstvoller deutscher Gelehrter und kenntnissreicher Dilettant, geboren um 1740 zu Wittstock, war seit 1770 Redacteur des Hamburgischen unpartheiischen Correspondenten und Verfasser vieler in demselben stehenden gründlichen musikalischen Recensionen. Ausserdem war er auch ein fertiger und geschmackvoller Clavierspieler, einsichtsvoller Beurtheiler von Musikwerken und vertrauter Freund von Phil. Eman. Bach. Im J. 1810 war er allem Vermuthen nach noch am Leben.
11Leitaccord, s. Leitharmonie.
13Leitclausel ist eine aus einigen Noten bestehende melodische Figur, welche eine Ausweichung herbeiführt, oder bei vorhergegangener Ausweichung entweder durch einzelne Töne, oder auch und gewöhnlich im Tempo verzögernd, durch Accorde in die ursprüngliche Tonart zurückführt.
15Leitdraht, auch Hauptventildraht und Leiter, Klappenleiter, Leitstift, Ventilstift und Ventildraht genannt, s. Leitstifte.
17Leiter, s. Tonleiter.
19Leitereigen nennt man diejenigen Töne und Accordbildungen, welche Bestandtheile derjenigen Tonart ausmachen, die einem Tonsatze zu Grunde gelegt ist, oder diejenigen Töne und Accorde, welche der Tonleiter einer solchen Grundtonart eines Tonsatzes eigen sind. Dagegen ist
21Leiterfremd die Bezeichnung derjenigen Töne und Accorde, welche nicht zur (Ton-)Leiter der herrschenden Tonart (Grundtonart) gehören, nicht in derselben enthalten sind, sondern nur aus zufälligen Erhöhungen und Erniedrigungen entstanden sind. In einem Tonsatze aus G-dur z. B. ist der Ton e leitereigen, dagegen der Ton cis leiterfremd, sowie überhaupt auch jeder Accord, in dem ein cis vorkommt.
23Leitereigene und leiterfremde Modulation, s. Modulation.
25Leitermayer, Michael, erfahrener deutscher Tonkünstler von umfassender Bildung, geboren am 21. April 1799 in Wien, wurde von seinem musikalisch wohlbewanderten Vater im Gesang, Violin-, Violoncello- und Guitarrespiel ausgebildet, so dass er 1817 eine erfolgreiche Concertreise durch Kärnthen, Steiermark, Krain, bis Oberitalien machen konnte. Von dort zurückgekehrt, ward er erster Violinist auf dem Chor der Pfarrkirche im Lichtenthale, gerade zu jener Zeit, als Franz Schubert in derselben Kirche seine ersten geistlichen
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.