Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 306

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876

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1tungen der Composition in gleich vollendetem Grade ausbildete, für den Hauptrepräsentanten der italienischen Musik der ganzen ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ungeachtet er besonders für das Leidenschaftliche, Grosse und Erhabene geschaffen war, so gelang ihm doch das Naive, Zarte, Scherzhafte nicht minder, wie dies u. A. seine komische Oper »Il cioè« (Das heisst) beweist. Uebrigens war er der erste Componist, der sich in seinen komischen Opern der Form des Rondos bediente. Als seine vorzüglichsten Operncompositionen aus der Zahl von etwa vierzig erwähnen wir noch »Olimpiade«, »La clemenza di Tito«, »Demofoonte« (mit der weltberühmten Arie »Misero Pargeletto«, die Piccini als unübertroffenes Muster dramatischen Ausdrucks bezeichnete), »Andromache«, »Alessandro in Persia«, »Ciro riconosciuto« und »Achille in Sciro« (1743 für Turin componirt), ausserdem noch in die 60 Intermezzi, Serenaten, Cantaten, Pastorales u. s. w. für das Theater; ferner die beiden Oratorien »Santa Elena al calvario« und »La morte d'Abele«, von denen das erstere für eines seiner vollendetsten Werke gilt. Seine Hauptwerke für die Kirche sind: vier Cantaten, fünf Messen (eine vierstimmig im Palestrinastyle, die anderen mit Orchester), ein Te deum mit Orchester, ein hochberühmtes Miserere für acht Stimmen a capella, ein anderes vierstimmig mit Orgel, zwei Magnificat, Responsorien, Motetten, Lamentationen, Tantum ergo, Alleluja's und jenes Ave Maria für Sopran, Streichinstrumente und Orgel, welches sich wie das achtstimmige Miserere durch erhobenen Styl, harmonische und contrapunktische Vollendung, sowie durch Adel, Klarheit und Reinheit der Schreibart auszeichnet. Auf instrumentalem Gebiete sind Toccaten für Clavier, zwei Bücher Orgelfugen, sechs Violoncelloconcerte u. s. w. von ihm zu nennen. Für das ihm untergebene Conservatorium schrieb er verschiedene Studienwerke, so sechs Bücher Solfeggien für alle Stimmlagen, zwei Bücher sogenannte Partimenti (bezifferte Bässe zur Uebung im Generalbass) und eine Manuscript gebliebene Musiklehre »Principi di musica«. Endlich hat er noch an 56 Hefte Duos und Trios für verschiedene Stimmen mit und ohne Instrumentenbegleitung componirt. — L. war nicht allein grosser Componist und Musiklehrer, sondern auch ein guter Orgel- und vortrefflicher Violoncellospieler, einer der ersten, welche dem Violoncello zu seiner dominirenden Stellung der Gambe gegenüber, die schliesslich in Verschollenheit gerieth, in Italien verhalfen.
3Leon de Saint-Lubin, s. Lubin.
5Leonaccini, italienischer Componist der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, aus Modena gebürtig, von dessen Lebensumständen nichts bekannt geblieben ist, trotzdem ihn Piccini unter die vorzüglichen Meister zählt.
7Léonard, Hubert, berühmter belgischer Violinvirtuose, Componist und Lehrer seines Instrumentes, geboren am 7. April 1819 zu Bellaire in der Provinz Lüttich des Königreichs Belgien, begann mit neun Jahren in Lüttich bei einem gewissen Rouma, einem tüchtigen Künstler, Violine zu lernen, der für seinen Zögling zugleich wie ein zweiter Vater sorgte. Mit 16 Jahren war L. in Paris auf Grund einer Unterstützung, die er von der Frau eines reichen Kaufmannes in Brüssel empfing, und im Juni 1836 wurde er als Zögling des Conservatoriums daselbst zugelassen, an welchem Habeneck sein Hauptlehrer wurde. Zugleich trat er als Violinist in das Orchester des Theaters des variétés, von wo aus er in dasjenige der Komischen und endlich der Grossen Oper kam. Im Juni 1839 verliess L. das Conservatorium, blieb aber noch bis 1844 in Paris, worauf er eine Concertreise unternahm, die ihn zunächst auf einige Monate nach Lüttich, dann nach Leipzig führte, wo er Mendelssohn kennen lernte, der sich sofort für ihn zu interessiren begann und ihm die besten Compositionsratschläge ertheilte. Mittlerweile hatte L. am 4. April im Leipziger Theater gespielt und namentlich durch seine Variationen über ein Thema von Haydn den allgemeinen Beifall gewonnen, der sich besonders auf seinen einschmeichelnden Ton, seinen eleganten Ausdruck und sein brillantes Staccato bezog. Hierauf wirkte L. zu Bonn bei den Festen mit, welche die Enthüllung

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