Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876

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1licher Musikfreund und ein für seine Zeit fertiger Clavierspieler, Sänger und Theoretiker war. Nach dem Tode der Mutter bezog der Knabe das Gymnasium seiner Vaterstadt, trat in das mit diesem verbundene kirchliche Sängerschor ein, das unter der Leitung des verdienten Cantors Böhmer stand, brachte es daselbst bis zum Praefectus Chori und fand dabei Gelegenheit, gründlicher den Chorgesang und nebenbei auch bezügliche Partituren zu studiren. Dem Unterricht des Vaters entwachsen, blieb er Autodidakt und hat von dieser Zeit an nirgends in irgend einem musikalischen Institut weitere Unterweisung gehabt. Im J. 1828 trat er zum ersten Male öffentlich vor das Publikum seiner Vaterstadt in einem Concert für einen wohlthätigen Zweck, worin er die Erstlinge seiner Compositionen meist für Orchester vorführte. — Nach glücklich bestandenem Maturitätsexamen bezog er die Universität zu Breslau, war daselbst ein eifriges Mitglied des damals bestehenden akademischen Musikvereins, an dessen Aufführungen er sich als Violinist betheiligte. In dieser Eigenschaft fand er auch Anlass, bei den sonntäglichen Messen in der katholischen Domkirche in Breslau mitzuwirken, wozu ihn der sich allgemeiner Liebe erfreuende Domkapellmeister Schnabel aufforderte, der warmen Antheil an ihm nahm und dem der junge Student manchen musikalischen Genuss zu danken hatte. Diese kirchlichen Produktionen veranlassten ihn nun, sich selber mit einer Missa solemnis zu versuchen, zu welchem Zwecke er auf Schnabel’s Anrathen strenge kanonische Studien nach Albrechtsberger machte, die ein Semester in Anspruch nahmen. Nach dieser Zeit hatte er die Freude, seine Compositionen in der Dominikanerkirche beim feierlichen Gottesdienst zu hören. Nach Schnabel’s plötzlich erfolgtem Tode begab er sich 1831 nach Leipzig, um dort seine begonnenen philologischen Studien fortzusetzen. Bald wurde er inne, dass für den Zweck des Lebensberufes eine Vereinigung der wissenschaftlichen mit den künstlerischen Studien, wie sie ihm vorgeschwebt hatte, nicht wohl möglich sei, und er gerieth in schwere Kämpfe zwischen Pflicht und Neigung. Ohne seine philologischen Studien im eigentlichen Sinne zu vernachlässigen, zog ihn das rege musikalische Leipziger Leben doch so gewaltig an, dass er den wissenschaftlichen Studien jedenfalls einen Theil der Kräfte entziehen musste, die sie beanspruchten. Hofrath Rochlitz, damals noch Redakteur der ehemals so berühmten »Leipziger musikalischen Zeitung«, nahm sich seiner freundlich an, liess sich seine Compositionversuche vorlegen und sprach mit ihm darüber, gab ihm auch, nachdem der angehende Kunstjünger bereits in der Gesellschaft »Euterpe« eine Ouverture und Variationen eigener Composition zu Gehör gebracht hatte, Gelegenheit, zwei Mal in den Gewandhausconcerten aufzutreten.
3Nach mancherlei Kämpfen entschloss sich L., ermuthigt durch ein schriftliches Gutachten H. Marschner’s, der ihm persönlich zwar gänzlich fremd, doch Veranlassung gefunden hatte, einige Arbeiten aus der Feder des philologischen Musikers kennen zu lernen, mit Erlaubniss des Vaters sich ganz der Musik zu widmen. Um diese Zeit (1835) machte er die Bekanntschaft Mendelssohn’s, der sich ihm wie so vielen Anderen liebenswürdig und gefällig erwies. Das Jahr 1841 verlebte er in ruhiger Zurückgezogenheit in seiner Vaterstadt. Er konnte da vollkommen ungestört sich seinen künstlerischen Arbeiten hingeben und schrieb daselbst auf Mendelssohn’s Veranlassung ein Streichquartett, welches dessen Beifall erhielt, die ersten Sätze einer später aufgeführten Sinfonie und Psalm 138 für Chor und Orchester. Um Weihnachten des nämlichen Jahres erhielt er vom Musikhändler J. Schuberth in Hamburg die Nachricht, dass eine von ihm eingesandte Clavier-Sonate einen Preis von dem damaligen Norddeutschen Musikverein erhalten hatte, und kam dadurch in einige Beziehung mit Musikalienhändlern. Neujahr 1842 traf er wieder in Leipzig ein und lebte daselbst still und zurückgezogen als Musiklehrer, hauptsächlich aber seinen musikalischen Arbeiten obliegend. Im J. 1845 gab er im Gewandhaus ein eigenes Concert, bestehend aus Arbeiten seiner Composition, vor einem ge-

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