Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 309

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876

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1ladenem Publikum. Eine Ouverture zu »Axel und Walburg«, schon früher in Hamburg zu Gehör gebracht, zweistimmige Lieder mit Clavierbegleitung, ein Claviertrio, der schon erwähnte Psalm und die Sinfonie wurden daselbst dem Publikum vorgetragen. Nachdem mehrfache Aussichten auf eine festere Lebensstellung fehlgeschlagen waren, erhielt er 1852 einen Ruf nach München an das dortige Conservatorium für Musik, um die Oberleitung des Clavierunterrichts zu übernehmen, wozu später die Leitung der Ensembleübungen kam. Nachdem er sieben Jahre lang in dieser Stellung verblieben, gab er sie auf und siedelte nach Dresden über, wo er am dortigen Conservatorium die gleiche Funktion übernahm und sie dreizehn Jahre lang, bis zu seinem Austritt 1873, fortführte. Seitdem hat er einer öffentlichen Lehrerthätigkeit entsagt und lebt als Privatmann in genannter Stadt, leitet aber noch immer die Studien einiger ihm gebliebener Schüler. Von seinen Compositionen sind bisher im Stich erschienen für Clavier allein: zwei Fantasien über Themen aus »Euryanthe« und »Montecchi und Capuleti«, ein Heft Variationen, III. Thèmes var. à 4m., vier Romanzen und genannte Claviersonate. Für Clavier mit Begleitung: zwei Sonaten für Clavier und Violine, zwei Trios für Clavier, Violine und Cello, ein Quartett für Clavier, Violine, Viola und Cello. Für Gesang: zwei Hefte einstimmige Lieder mit Pianofortebegleitung, fünf Duette für zwei weibliche Stimmen, zwei Hefte zweistimmige Volkslieder, vier Terzette für drei Frauenstimmen, ein Heft Gesänge für eine Bariton- und drei Bassstimmen. Chorwerke für Gesang: drei Kirchencantaten für vierstimmigen Chor mit Begleitung eines kleinen Orchesters, ein Oratorium »Johannes der Täufer«, nach Worten der Schrift für Soli, Chor und grosses Orchester (aufgeführt zu Görlitz, München, Lauban, Leipzig, Zittau), in Partitur und Clavierauszug bei Breitkopf und Härtel.
3Leonhardt, Andreas, tüchtiger theoretischer und praktischer Musiker, geboren am 20. April 1810 zu Asch, widmete sich der militärmusikalischen Laufbahn und hat sich als Armeekapellmeister in Wien viele Verdienste erworben, namentlich um den Bau der Flügelhörner, den er mit wesentlichen Verbesserungen bedachte. Auch als Componist, namentlich für Harmoniemusik, hat er sich durch zahlreiche Arbeiten ausgezeichnet. Um 1860 liess er sich pensioniren, wirkte aber noch weiter als Professor an der Wiener Hofoperenschule bis zu seinem Tode, der am 3. Octbr. 1866 erfolgte.
5Leoni, Leone, berühmter italienischer Tonsetzer zu Ausgang des 16. und zu Anfang des 17. Jahrhunderts, geboren um 1560, war Kapellmeister der Kathedrale zu Vicenza. Er gehörte zu der Zahl berühmter Componisten, welche 1592 dem Meister Palestrina eine Sammlung fünfstimmiger Psalme als Huldigungszeichen widmeten. Von 1601 bis 1623 veröffentlichte er in Venedig fünf Bücher fünfstimmiger Madrigale, fünf Bücher Motetten von einer und zwei bis zu acht Stimmen und viele Psalme, auf deren Titeln er sich meist »Academico olimpico« nannte. Ausserdem befinden sich Madrigale von ihm in der Sammlung »Il trionfo di Dori« (Venedig, 1596) und in derjenigen, welche den Titel »Madrigali pastorali a sei voci« (Antwerpen, 1604) führt.
7Leopold I., deutscher Kaiser von 1658 bis 1705, der zweite Sohn Kaiser Ferdinand’s III. und der Maria Anna von Spanien, geboren 1640, wurde ursprünglich für den Dienst der Kirche erzogen und gab sich in Folge dessen eifrig der Religions- und der Kunstübung sowie der Beschäftigung mit Sprachen und Wissenschaften hin. Namentlich in der Musik war er so gründlich unterrichtet, dass ihn schwerlich ein Fürst seines Jahrhunderts übertraf. Er spielte mehrere Instrumente, besonders das Clavier, sehr fertig und componirte Kirchliches sowohl wie Weltliches. Madrigale seiner Composition bewahrt die Hofbibliothek in Wien, welche er auch mit einer Sammlung von Werken der ersten Kirchen- und Theatercomponisten seiner Zeit ausstattete. Er, der sonst allem Luxus abgewendete Regent, unterhielt mit grossen Kosten eine starkbesetzte Kapelle von Sängern und Instrumentalisten, die er vor ihrer Aufnahme mit-

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