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Scan 323
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
12 lines. Read by computer on 17 September 2026. Printed page 317. See the scan on archive.org.
1della musica« (4 Bde., Mailand, 1826; französ.: Paris, 1839), an welchem Werke er zwölf Jahre lang fleissig gesammelt hatte; »Estetica ossia dottrina del bello, e delle belle arti« (Mailand, 1831) und »Mozart e le sue creazioni« (Mailand, 1842), eine Gelegenheitsschrift zur Einweihung des Mozart-Denkmals in Salzburg.
3Lichtmess oder Lichtmesse, ein um das Jahr 542 zum Gedächtniss der Darbringung Christi im Tempel und der Reinigung Maria’s vielleicht an die Stelle des abgeschafften heidnischen Volksfestes der Lupercalien eingesetztes Kirchenfest, welches auf den 2. Febr fällt, hat seinen Namen von den Kerzen, welche an diesem Tage für das ganze Jahr feierlich geweiht und mit Anspielung auf die Worte des Simeon im Evangelium, »Ein Licht, zu erleuchten die Heiden«, in feierlicher Prozession unter dem vorgeschriebenen Gesang umhergetragen werden. In Rom verrichtet der Papst selbst das Weihamt in der Kapelle des Quirinals.
5Lichtspalte oder Kernspalte, auch Mundlochschneide, Stimmritze, Mundschneide, Windbahnspalte, Schnitt, zweckmässiger Luftstrommündung, wird der dunkle Raum genannt, der sich zwischen dem oberen Theile des Unterlabiums und dem Kerne einer Orgelpfeife befindet. Letzterer ist, wenn dieselbe eine Zinnpfeife ist, an dieser Seite schräg hergerichtet und, je nachdem es die Intonation erfordert, mit kleineren Einschnitten versehen. Durch diese dunkle Spalte dringt der Wind, um einestheils die ruhende Luftsäule (s. d.) in Schwingungen zu versetzen, andererseits aber an dem Oberlabium vorbei zu streichen. Dass die L. eine der Mensur der Pfeife entsprechende Breite haben muss, ist für die gute Intonation der Pfeife von grösster Wichtigkeit.
7W.
9Lickl, Johann Georg, trefflicher Orgelspieler und fruchtbarer Kirchen-, auch Operncomponist, geboren am 11. April 1769 zu Kornneuburg in Niederösterreich, wo er, früh verwaist, als Chorknabe durch den Chorregenten Sebast. Witzig Unterricht im Gesang, Clavier- und Orgelspiel, auf den Streichinstrumenten und in der Composition erhielt. Im 14. Jahre schon versah er die Organistenstelle in seiner Geburtsstadt, ging aber dann als Musiklehrer nach Wien und componirte in allen Gattungen, u. A. auch Melodramen und Opern für das Schikaneder’sche Theater, z. B. »Der Zauberpfeil«, »Der Bruder von Kakran«, »Astaroth«, »Faust’s Leben, Thaten und Höllenfahrt«, »Der vermeinte Hexenmeister«, »Der Orgelspieler«, »Der Durchmarsch«, »Brigitta-Kirchtag«. Im J. 1805 wurde er zum Chorregenten der Hauptkirche zu Fünfkirchen ernannt und schrieb seitdem zahlreiche Messen, Vespern, Psalme, Motetten, Antiphonen, Hymnen, Litaneien und andere Kirchenstücke, von denen aber nur Weniges im Druck erschien. Sonst kennt man noch von ihm als gedruckt: drei Trios und drei Streichquartette, drei Quartette mit Flöte und Oboe, ein solches für Clavier, Flöte, Viola und Violoncello, viele Sonaten und Variationen für ein und für zwei Claviere, drei Sonaten für Clavier, Violine und Violoncello und zahlreiche Sammlungen von Tanzstücken. L. starb zu Fünfkirchen am 12. Mai 1843. — Von seinen beiden Söhnen und Schülern ist Karl Georg L., geboren am 28. Octbr. 1801 zu Wien, früher daselbst als Beamter angestellt gewesen, ein guter Pianist und ausgezeichneter Physharmonicavirtuose, der Zahlreiches für beide Instrumente geschrieben, namentlich aber für das letztere durch seine Compositionen und Arrangements eine Literatur in Wahrheit erst geschaffen hat. Der andere, Aegidius Karl L., geboren zu Wien am 1. Septbr. 1803, tüchtiger Clavier und Guitarrenvirtuose, liess sich zu Anfang der 1830er Jahre in Triest als Musiklehrer nieder und machte sich auch als Componist verschiedener Werke für Kirche, Kammer und Concert bekannt. Eine für das dortige Theater von ihm geschriebene komische Oper: »La disfida di Barletto« ist auch in Wien mit bedeutendem Erfolge einige zwanzig Mal zur Aufführung gelangt. Er starb zu Triest am 22. Juli 1864.
11Lidl, Anton, deutscher Virtuose und Verbesserer des Barytons oder
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