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Scan 324
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
8 lines. Read by computer on 17 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 318. See the scan on archive.org.
1Violoncelle d’amour, geboren um 1740 in Wien, erregte in seiner Heimath in Concerten grosses Aufsehen. Im J. 1784 liess er sich in Berlin mit ausserordentlichem Erfolge hören und starb (nach Burney) im J. 1789. Er hat u. A. die mit dem Daumen zu spielenden, hinten am Baryton angebrachten Saiten bis auf 27 vermehrt, so dass dieselben eine vollständige chromatische Leiter bildeten, und er aus fast allen Tonarten zu spielen im Stande war. Compositionen für sein Instrument hat er im Manuscript hinterlassen, veröffentlicht dagegen ein Andante mit Variationen für Clavier, sowie gegen 50 Duos, Quartette und Quintette für Violine, resp. zwei Violinen, Flöte und Violoncello. one of two readings
2Violoncelle d’amour, geboren um 1740 in Wien, erregte in seiner Heimat in Concerten grosses Aufsehen. Im J. 1784 liess er sich in Berlin mit ausserordentlichem Erfolge hören und starb (nach Burney) im J. 1789. Er hat u. A. die mit dem Daumen zu spielenden, hinten am Baryton angebrachten Saiten bis auf 27 vermehrt, so dass dieselben eine vollständige chromatische Leiter bildeten, und er aus fast allen Tonarten zu spielen im Stande war. Compositionen für sein Instrument hat er im Manuscript hinterlassen, veröffentlicht dagegen ein Andante mit Variationen für Clavier, sowie gegen 50 Duos, Quartette und Quintette für Violine, resp. zwei Violinen, Flöte und Violoncello. one of two readings
4Lidon, José, verdienstvoller spanischer Componist, besonders von Kirchenwerken, geboren 1752 zu Béjar in der Provinz Salamanca, erlernte die Musik in der Chorknabenschule zu Madrid und erwarb sich durch ein glänzendes Probespiel schon mit 16 Jahren Anrecht auf die Organistenstelle an der Kathedrale zu Malaga. Er zog es aber vor, als Vicekapellmeister an der königl. Kapelle zu Madrid zu wirken und wurde 1808 zum wirklichen Kapellmeister derselben ernannt. Seiner musikalischen Verdienste und seiner Compositionen wegen stand er im ganzen Lande in grossem Ansehen. Man kennt von ihm, da zum Theil erschienen, einige 60 Werke, bestehend in Messen, Misereres, Lamentationen, Vespern, Salves, Ave maris stella, Motetten und anderen Kirchensachen, sowie in Sonaten und Fugen für Orgel. Ebenso componirte er eine Art Oper, betitelt: »Glauca y Coriolano«, welche im Teatro del principe in Madrid aufgeführt worden ist. Ausserdem veröffentlichte er ein Lehrbuch: »Reglas muy útiles para los organistas y aficionados al piano, para acompañar con método etc.« (Nützliche Regeln für Orgel- und Clavierspieler, um methodisch zu begleiten). L. bildete zahlreiche tüchtige Schüler, unter diesen besonders seine beiden Neffen Andrés und Alfonso L., von denen der erste an der Kathedrale zu Cordova, der andere an der königl. Kapelle zu Madrid Organist war. L. selbst starb am 11. Febr. 1827 zu Madrid.
6Lie, Erika, eine der vorzüglichsten Pianistinnen der Gegenwart, geboren am 17. Jan. 1845 zu Kongsvinger, einer kleinen norwegischen Stadt unfern Christiania, wo ihr Vater Advocat war. Von ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester erhielt Erica den ersten Musikunterricht bis zu ihrem 15. Jahre, worauf sie Halfdan Kjerulf in Christiania im Clavierspiel weiter förderte. Ein Jahr später wandte sich Erika mit ihrer Schwester nach Berlin, um hier für einen Winter bei Theod. Kullak ihre künstlerischen Studien fortzusetzen und zugleich ihre Ausbildung durch die reichlich dort sich darbietende Gelegenheit, gute Musik zu hören, möglichst vielseitig zu fördern. Während die Schwestern von ihrer Heimath abwesend waren, starb ihre Mutter, und dieser Umstand bewog Erika, längere Zeit in Berlin zu bleiben und sich hier ganz zur Künstlerin auszubilden. Sie verweilte vier Jahre daselbst, indem sie während der beiden letzten Jahre zugleich als Lehrerin in Kullak’s Akademie der Tonkunst thätig war. In jeder der jährlichen öffentlichen Prüfungen dieser Akademie trat Erika auf, und nach Beendigung ihrer Studien gab sie auf Kullak’s Rath ein eigenes Concert, das von bestem Erfolge begleitet war. Hierauf ging die Künstlerin in zwei Wintern nach London, wo sie, ebenso wie in Kopenhagen, Stockholm, Christiania und anderwärts, viele Concerte gab und Aufsehen machte. In Stockholm wurde sie zum Ehrenmitglied der königl. musikalischen Akademie ernannt. Ende 1871 war sie in Leipzig, wo sie im Gewandhaus drei Mal mit dem glänzendsten Erfolge aufgetreten ist. Von da aus ging sie nach Hamburg, Köln, Frankfurt a. M., Bremen, Zürich u. s. w., überall reiche Ehren erntend. Gegenwärtig befindet sie sich, mit Musikunterricht beschäftigt, in ihrer Heimath. Erika L. ist in der That eine der ausgezeichnetsten Erscheinungen unter den Pianistinnen der Gegenwart, da sie eine meisterhaft abgeklärte Technik im Spiele, feinsten Geschmack und hohe Anmuth im Vortrage besitzt und die grösste seelische Wärme in der Darstellung entwickelt. one of two readings
7Lie, Erika, eine der vorzüglichsten Pianistinnen der Gegenwart, geboren am 17. Jan. 1845 zu Kongsvinger, einer kleinen norwegischen Stadt unfern Christiania, wo ihr Vater Advocat war. Von ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester erhielt Erica den ersten Musikunterricht bis zu ihrem 15. Jahre, worauf sie Halfdan Kjerulf in Christiania im Clavierspiel weiter förderte. Ein Jahr später wandte sich Erika mit ihrer Schwester nach Berlin, um hier für einen Winter bei Theod. Kullak ihre künstlerischen Studien fortzusetzen und zugleich ihre Ausbildung durch die reichlich dort sich darbietende Gelegenheit, gute Musik zu hören, möglichst vielseitig zu fördern. Während die Schwestern von ihrer Heimat abwesend waren, starb ihre Mutter, und dieser Umstand bewog Erika, längere Zeit in Berlin zu bleiben und sich hier ganz zur Künstlerin auszubilden. Sie verweilte vier Jahre daselbst, indem sie während der beiden letzten Jahre zugleich als Lehrerin in Kullak’s Akademie der Tonkunst thätig war. In jeder der jährlichen öffentlichen Prüfungen dieser Akademie trat Erika auf, und nach Beendigung ihrer Studien gab sie auf Kullak’s Rath ein eigenes Concert, das von bestem Erfolge begleitet war. Hierauf ging die Künstlerin in zwei Wintern nach London, wo sie, ebenso wie in Kopenhagen, Stockholm, Christiania und anderwärts, viele Concerte gab und Aufsehen machte. In Stockholm wurde sie zum Ehrenmitglied der königl. musikalischen Akademie ernannt. Ende 1871 war sie in Leipzig, wo sie im Gewandhaus drei Mal mit dem glänzendsten Erfolge aufgetreten ist. Von da aus ging sie nach Hamburg, Köln, Frankfurt a. M., Bremen, Zürich u. s. w., überall reiche Ehren erntend. Gegenwärtig befindet sie sich, mit Musikunterricht beschäftigt, in ihrer Heimat. Erika L. ist in der That eine der ausgezeichnetsten Erscheinungen unter den Pianistinnen der Gegenwart, da sie eine meisterhaft abgeklärte Technik im Spiele, feinsten Geschmack und hohe Anmuth im Vortrage besitzt und die grösste seelische Wärme in der Darstellung entwickelt. one of two readings
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