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Scan 337
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1876
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1Haltung nicht eine der Bedingungen ihrer magischen Kraft sei? Der mächtige Dämon, der ihr die Zaubermittel verlieh, hat ihr vielleicht versagt, sich an ihr selber und an dem Genuss Anderer zu erfreuen. Das ist ja der Dämonen Art, wenn sie Sterbliche mit hohen Gaben beschenken — sie sorgen für den Wermuthstropfen im goldenen Kelch.«
3Lindblad, A. F., melodiebegabter schwedischer Gesangscomponist, geboren um 1804 in der Nähe von Stockholm, lebte mehrere Jahre hindurch in Berlin, wo er eifrig musikalischen Studien oblag, und liess sich 1835 in Stockholm nieder, wo er seitdem als Gesanglehrer und Componist wirkte. Er hat eine bedeutende Menge schwedischer Lieder für eine Singstimme mit Clavierbegleitung componirt und veröffentlicht, die sich durch schöne, eigenthümliche Melodie, warme Empfindung, Liebenswürdigkeit und grosse Sangbarkeit auszeichnen. Durch Jenny Lind, seine Schülerin, in Deutschland eingeführt und beliebt gemacht, haben dieselben ihrem Componisten den Beinamen des nordischen Schubert erworben. Auch viele Gesang-Duette, Terzette und Quartette hat L. geschaffen, die in Schweden meist allbekannt sind. Im instrumentalen Fache sind es einige Orchesterwerke, darunter eine Sinfonie, sowie ein Duo für Pianoforte und Violine von ihm, die zwar gerühmt werden, aber selbst in seiner Heimath nicht durchgedrungen sind. L. starb zu Stockholm im Juni 1864.
5Lindemann, Johann, deutscher Tonsetzer, seit etwa 1570 Cantor und Hofmusicus in Gotha und daselbst 1630 gestorben, hinterliess als gedruckte Werke drei Sammlungen vier- und fünfstimmiger Motetten, betitelt: »Decades amorum filii dei« (Erfurt, 1594, 1596 und 1598).
7Lindenau, Leopold, vorzüglicher deutscher Violinist und trefflicher Componist, geboren 1806 zu Hamburg, war ein Schüler Spohr’s und Jugendfreund Mendelssohn’s. Durch gute Orchestercompositionen und Lieder hat er sich auch weit über seine Vaterstadt hinaus vortheilhaft bekannt gemacht. Er starb im J. 1859 in Hamburg.
9Lindley, Robert, berühmter englischer Violoncellovirtuose, geboren 1772 zu Rotherham in der Grafschaft Yorkshire, erhielt von seinem Vater zeitig Violinunterricht, warf sich aber mit neun Jahren auf das Violoncello. In seinem 16. Jahre hörte ihn Cervetto und übernahm L.’s weitere violoncellistische Ausbildung. Hierauf trat er in das Theaterorchester zu Brighton und von da 1794 als Nachfolger Sperati’s in das des königl. Theaters zu London. Später wirkte er auch als erster Violoncellist in den grossen Concerten der philharmonischen Gesellschaft mit. Er starb Ende Juni 1855 zu London. Auch als Componist war er nicht unbedeutend. Er veröffentlichte Solos, Variationen und Potpourris für Violoncello, Duos für zwei Violoncellos und für Violoncello und Violine, Streichtrios u. s. w.
11Lindner, Adolph, vorzüglicher deutscher Waldhornvirtuose, geboren 1810 zu Lobenstein im Reuss’schen, hatte seinen Vater zum Musiklehrer. Von 1826 bis 1828 war er Hornist in der fürstl. reuss’schen Kapelle und fungirte dann bis 1844 als Adjunct seines Bruders, des Stadt-Musikdirektors in Gera. Hierauf trat er als Solo-Hornist in die Gungl’sche Kapelle, mit welcher er die Hauptstädte Deutschlands bereiste und die allgemeine Aufmerksamkeit sich zuzuwenden wusste. Im J. 1846 nahm er eine Stelle als erster Hornist am Theaterorchester in Potsdam an und besuchte 1848 auf einer grossen, erfolgreichen Kunstreise Deutschland, Holland, Italien u. s. w., worauf er 1854 in das Leipziger Theater- und Gewandhausorchester als erster Hornist eintrat und wegen seines schönen Tons und seiner enormen Fertigkeit sehr geschätzt war. Er starb am 20. April 1867 in Leipzig. Bei seinen Solovorträgen bediente er sich stets des Natur-Waldhorns und niemals des Ventilhorns.
13Lindner, Elias, berühmter deutscher Orgelspieler, vortrefflicher Mechaniker und Mathematiker, war um 1730 Organist am Dom zu Freiberg. Als solcher entwarf er auch und leitete er den Bau der schönen, mit 45 Stimmen ausgestatteten Orgel in seiner Kirche.
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