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Scan 106
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1Er war in der Composition ein Schüler von Mattai, bereiste Deutschland und Dänemark und wurde Lehrer der Composition am Conservatorium in Mailand. Als er 1836 starb, wurde Vaccai sein Nachfolger. Von Compositionen sind zu nennen: »32 Vorbereitungen für Cadenzen in Form von Etüden« (Mailand, Ricordi), »Sonaten« (ebend.), »Sechs italienische Arietten« (Kopenhagen, Lose), »Sechs französische Romanzen« (ebend.) u. s. w.
3Piangevolmente, Vortragsbezeichnung = betrübt, traurig.
5Piatti (cinelli, bacinelli, Platten), die bekannten Metallschalen, welche bei der sogenannten Janitscharenmusik angewandt werden, nur schallverstärkend wirken und daher nur zu einzelnen, im wahren Sinne des Worts, schlagenden Effekten oder zur Unterstützung des Rhythmus dienen können. Während sie in früherer Zeit fast ausschliesslich bei der Marschmusik im Freien in Anwendung kamen, hat ihnen in neuerer Zeit die Sucht nach drastisch wirkenden Effekten auch in Oper und Concert den Eingang verschafft.
7Piatti, Alfred, berühmter Violoncellist, geboren in Bergamo 1823. Sein Vater, Karl Piatti, war Sänger und er selbst wurde früh in das Studium der Musik eingeführt. Unterricht auf dem Violoncell erhielt er zuerst von Zanetti, später im Conservatorium zu Mailand von Mérighi. Sein erstes Auftreten vor dem Publikum, welches in dieser Lehranstalt stattfand, wendete ihm gleich die enthusiastische Theilnahme des Publikums zu, so dass er in demselben Jahre im Theater la Scala ein Concert geben konnte, das ihm die Mittel zu einer Reise verschaffte. Er war damals 16 Jahre alt, ging nach Venedig und Wien, wo er sich einige Zeit aufhielt und kehrte nach Italien zurück, wo er ebenfalls glänzendem Erfolge in Mailand und Pavia concertirte. 1844 besuchte er die Hauptstädte Deutschlands, und ging dann nach Petersburg, wo er eifrige Beschützer in den Grafen Wielhorsky fand. 1846 besuchte er London, erwählte es zum beständigen Wohnsitz und verheiratete sich auch dort. Sein Talent verschaffte ihm den ersten Platz unter den Violoncellisten Englands, besonders in der Ausführung von Kammermusik hatte er keinen Rivalen. Componirt hat er folgendes: »Variationen über ein Thema aus: Lucia di Lammermoor für Violoncell mit Piano« op. 2 (Milan, Ricordi). Ferner: »Thème original varié«, »Passe-temps musical«, »Souvenir d’Ems«, »Litania« von Schubert, op. 4, »Souvenir de Somnambula« op. 5, »Mazurka sentimentale für Violoncelle und Quartett«, op. 6, »Les fiancées, caprice« op. 7, »Airs basqyrs Scherzo, viola e quatuor« op. 8, »Souvenir de Puritani, Fantasie für Violoncell und Piano«. Sämtlich für Violoncelle mit Begleitung bei Ricordi in Mailand erschienen.
9Piazza, Giov. Battista, ein Instrumentalcomponist und Virtuose auf der Viola. Er war in Rom in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts geboren und liess folgende Werke seiner Composition drucken: 1) »Canzoni per una viola« (Libro 1, Venezia, Bart. Magni, 1633); 2) »Canzoni« (ebend.; Libro 2 ebend. 1527); 3) »Balletti e correnti a una viola con basso« (Lib. 3, Venedig, Vincenti, 1628); 4) »Ciaconne, passacaglie, balletti e correnti per una viola« (Lib. 5); 5) »Correnti, Ciaconne e balletti per una viola« (Lib. 6); 6) »Canzonette per una viola« (Lib. 7, ebend.).
11Piazza, Leander, Kirchencomponist, war um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Segni geboren. Um 1775 gehörte er zur päpstlichen Kapelle in Rom. Von seinen Werken befinden sich in der Kapelle daselbst als Manuscript die Psalmen »Dixit« und »Beatus vir« zu acht Stimmen, welche wegen ihres klangvollen Eindrucks noch gesungen werden.
13Pib-be-gwun, eine 16 Zoll lange und mit 6 Seitenlöchern versehene Pfeife der Indianer.
15Picchianti, Luis, Virtuose auf der Guitarre, Componist und Musikschriftsteller, ist am 29. August 1786 in Florenz geboren. Er erhielt Unterricht von Dismar Ugolini, Professor an der Akademie der schönen Künste in Florenz. Nach längeren Reisen in Frankreich, Deutschland und England kehrte er später wieder nach Italien zurück. Von seinen Compositionen, von denen er
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