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Scan 126
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
32 lines. Read by computer on 15 September 2026. Printed page 118. See the scan on archive.org.
1Zweiter authentischer Ton.
3Dritter Ton.
5Zweiter plagalischer Ton.
7Vierter Ton.
9Dritter authentischer Ton.
11Fünfter Ton.
13Dritter plagalischer Ton.
15Sechster Ton.
17Vierter authentischer Ton.
19Siebenter Ton.
21Vierter plagalischer Ton.
23Achter Ton.
25Es leuchtet auf den ersten Blick ein, dass beim plagalischen Ton wie beim authentischen durchaus die Intervalle und deren Lagen gleich sind, allein die Wirkung wird durch die Verlegung der Quart nach unten eine wesentlich andere. Der authentische Ton bewegt sich von seinem Grundton aufstrebend bis zur Quint und von da gewichtig bis zur Octave des Grundtons, unter Umständen zu diesem zurück. Beim plagalen wird dieser Gang geradezu umgekehrt, die Quint, welche dort Mittelpunkt ist, wird hier Ausgangspunkt, und der Ruhepunkt der authentischen wird zum Mittelpunkt der plagalischen. Während daher die authentische Führung Energie und thatkräftiges Emporstreben bezeichnet, ist die Wirkung der plagalen Führung mehr schwankend, mild und freundlich. So werden diese Octavengattungen zugleich zu ganz bestimmten Mitteln der Charakteristik der Darstellung, und die Componisten wählten die zweckentsprechenden mit grosser Vorsicht. Bei der harmonischen Ausstattung dieses ganzen Systems bildeten sich natürlich gewisse Formeln, und eine ist unter dem Namen Plagalschluss, Plagalcadenz auch in die moderne Musik übergegangen, die harmonische Fortschreitung von der Unterdominant zur Tonika:
27Plagiaulos, αὐλος, πλάγιος oder πλαγιαυλος, eine von den Lydiern, nach andern von Pan erfundene Querpfeife der alten Griechen, aus Lotos gefertigt, weshalb sie auch Plagios lotinos genannt wurde.
29Plagis Proti, Deuteri, Triti, Tetrardi, die vier plagalen Kirchentöne.
31Plaidy, Louis, wurde am 28. Novbr. 1810 in Wermsdorf in Sachsen geboren. Den ersten Clavierunterricht erhielt er von Agthe in Dresden und L. Hache unterwies ihn im Violinspiel. Er lebte dann eine Zeit lang als Lehrer in Dresden, verliess aber wegen Mangels an Schülern diese Stadt und wendete sich nach Leipzig. Hier trat er als Geiger in das seiner Zeit rühmlichst bekannte Wunderlich'sche Chor, liess sich auch in den Euterpe-Concerten mit Beifall hören. Dabei wendete er von dieser Zeit sich mit Eifer hauptsächlich dem Studium des Clavierspiels zu, und mit solchem Erfolge, dass er
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