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Scan 127
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1am Leipziger Conservatorium, an das er durch Mendelssohn berufen wurde, als einer der vorzüglichsten Clavierlehrer galt. Seine »Technischen Studien für Pianoforte« sind ein, beim Clavierunterricht mit Erfolg anzuwendendes Werk. P. starb am 3. März 1874 in Grimma.
3Plaint-chant, die französische Bezeichnung für den ältesten Choralgesang der katholischen Kirche, den Cantus planus (s. d.).
5Plainte (franz.), Klage, Klagelied.
7Plaisanterie (franz.), unter diesem bezeichnenden Titel waren im vorigen Jahrhundert Tonstücke für irgend ein Soloinstrument sehr beliebt, die nichts weiter als leichte und angenehme Unterhaltung gewähren sollen; sie gingen ganz naturgemäss auf die Tanzweise hinaus. Später wechselten sie den Namen und hießen Amusement, Divertissement u. s. w.
9Plane Musik, Musica plana, im Gegensatz zur Mensuralmusik, der gleichmässige, in Tönen von gleichem Zeitwerth gehaltene Gesang, der Choralgesang.
11Plane, Jean Marie, Harfenspieler und Lehrer der Harmonie, wurde in Paris 1774 geboren. Von 1798 bis 1827 hat er gegen 30 Sonaten, Etuden und andere Werke für die Harfe veröffentlicht, Paris, bei Frey, später bei Richault. Ebendaselbst erschien: »Cours d’harmonie divisé en douce leçons claires et faciles, de J. M. Plane«.
13Planicizky, Joseph Anton, geboren in Böhmen in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts, gab 12 Motetten seiner Composition heraus: »Opella ecclesiastica seu ariae duodecim nova idea exornata nec non benevolo philomuso in lucem editae« (Augsburg, Lotter, 1723, in Fol.).
15Plantade, Charles Henry, französischer Componist, geboren zu Pontoise am 19. Octbr. 1764, wurde acht Jahre alt in die königl. Musikschule der Pagen in Versailles aufgenommen. Nachdem er diese wieder verlassen hatte, kam er nach Paris und genoss hier den Unterricht guter Lehrer, als Langlé, Hüllmantel, Petrini. Dieser Letztere, damals renommirter Harfenvirtuos, unterwies ihn mehrere Jahre, und eine Sonate für dies Instrument und eine Sammlung von Romanzen, die P. veröffentlichte, machten ihn bekannt. Eins dieser kleinen Stücke: »Te bien aimer, ô ma chère Zélie« kam so in Aufnahme, dass in kurzer Zeit 20,000 Exemplare davon verkauft waren. Dieser Erfolg hatte für ihn zunächst den Nutzen, Gesanglehrer an der Erziehungsanstalt St. Denis und der Mäd. Hortense Beauharnais zu werden. An der letzteren behielt er auch, als sie Königin von Holland wurde, eine Beschützerin, denn sie berief ihn als Kapellmeister an den Hof nach Holland. Vorher war er noch Professor am Conservatorium geworden. Als er Holland wieder verliess, wurde er Direktor der königl. Oper. Nach der Reorganisation des Conservatoriums vertrat er wieder das Lehrerkollegium desselben, dem er bis 1828 angehörte. Im J. 1814 erhielt er aus Anlass einer Composition (Scene lyrique) zum Feste Louis VIII. den Orden der Ehrenlegion und die Kapellmeisterstelle an der königl. Oper. Diese Stelle verlor er wieder nach der Revolution 1830. Er zog sich nach Batignolle zurück und starb nach längerer Krankheit 1839. Zehn Opern, Messen, Te deum und Requiem u. s. w. sind zwar in Paris ausgeführt worden, haben aber den Erfolg seiner Erstlingsarbeit nicht gerechtfertigt.
17Plaquer (franz.), anschlagen, auflegen. Accords plaqués, Accorde, die auf den Haupttakttheil fallen und ohne Rücksicht auf eine gute Stimmführung dem Gesange nur als Unterstützung durch die Instrumente gewissermassen »aufgelegt« werden.
19Plarr, August Theodor, Flötist, geboren in Dresden am 2. August 1746 und daselbst gestorben am 14. April 1803. Er war der erste Flötist, welcher seinem Instrumente die B-Klappe anfügte.
21Platel, Nicolas Joseph, Violoncellist, geboren in Versailles 1777. Sein Vater war Mitglied der Kapelle des Königs und später Chordirektor der Oper. P. besuchte zuerst die königl. Pagenschule und erhielt später Violoncellunterricht von Duport, der ihn mit Vorliebe unterrichtete. Er erreichte es, neben
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