Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 206

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1allmälig jene andere Bezeichnung, zunächst als Männerquartett und später auch als Frauen- und als gemischtes Quartett ein, auch wo ein ganzer Chor gemeint ist.
3Besondere Erwähnung verdient noch das Solo-Quartett, das sich in Chorcompositionen vom Gesammtchor lostrennt, nur von vier Stimmen ausgeführt wird, wie in der grossen Messe von Beethoven und der 9. Sinfonie mit Chor desselben Meisters. In beiden Werken ist ein Soloquartett emsig beschäftigt, um den individuellsten Ausdruck dessen zu gewinnen, was der Chor in machtvollster, weitumfassender Allgemeinheit ausspricht. Die Blasinstrumente gestatten ebenfalls mehrfach Quartettzusammenstellungen; ein solches bilden schon zwei Flöten und zwei Clarinetten, oder zwei Clarinetten und zwei Fagotte, oder Flöte, Clarinette und zwei Fagotte u. s. w. Vier verschieden geführte Hörner geben ein Hornquartett, vier Posaunen ein Posaunenquartett u. s. w. Die Natur und dadurch bedingte Behandlungsweise der genannten Instrumente hinderte eine selbständigere Ausbildung dieser Zusammenstellung in eigentlichen Formen. Dafür erwies sich das sogenannte Streichquartett, aus erster und zweiter Violine, Viola und Violoncello bestehend, einer solchen Entwicklung äusserst günstig und so entstand jene Kunstform, ausschliesslich Quartett oder Quatuor genannt, die von den grössten Meistern gepflegt, den höchsten Ideen dient und vollkommen künstlerischen Genuss zu gewähren vermag. Jedes der vier Instrumente verfügt schon an sich über einen bedeutenden Tonreichthum und in dem sie sich gegenseitig ergänzen, kommt in ihnen das für die Musikgestaltung günstigste Tonmaterial zur Erscheinung:
5Violino 1.
7Violino 2.
9Bratsche.
11Violoncello.
13Der Umfang der einzelnen Instrumente ist nach der Höhe nur ungefähr angedeutet; die erste Violine wird auch in noch höherer Lage verwendet, die zweite selten in so hoher Lage; auch Bratsche und Violoncello werden nur in Ausnahmefällen so hoch geführt, aber auch noch höher. Klang- und Tonvermögen, wie die ausserordentliche Spielfülle der Streichinstrumente und ihre mannichfache Behandlungsweise haben ihnen nicht nur eine hochbedeutende Stellung im Orchester eingeräumt, sondern liessen auch die sogenannte Sonatenform in veränderter Darstellung erscheinen als sogenanntes Quartett. Der Klang der Streichinstrumente ist ungleich inniger und seelenvoller, als der des Claviers und er ist zugleich einer bei weitem grösseren Mannichfaltigkeit fähig als der Clavierklang; die durch diesen Instrumentenverein dargestellten Formen müssen daher nothwendig Herz, Gemüth und Phantasie ungleich lebendiger und tiefer anregen und beschäftigen, als die durch das Clavier allein dargestellten. Dabei ist nicht zu übersehen, dass drei dieser Instrumente Violine, Bratsche und Cello wesentlich im Klange unterschieden sind, daher als Vertreter verschiedener Individualitäten gelten können. Deshalb ist hier erst jene lyrische Beschaulichkeit des Einzelobjekts, welche das Clavier

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