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Scan 22
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1war sein Lehrer für das Cello und mehrmals trug er den Preis davon. Nach seinem Austritt aus dem Conservatorium wurde er Cellist der königl. Theaterkapelle; später ging er nach Paris und von da als Lehrer des Violoncello an das Conservatorium nach Barcellona. Seit 1863 lebt er in London als Professor des Violoncellospiels an der Academy of Musik. Einige seiner Compositionen für Violoncello sind gedruckt.
3Parabosco, Geronimo, Organist und italienischer Schriftsteller des 16. Jahrhunderts, wurde in Piacenza 1510 geboren. Seine musikalischen Studien machte er in Venedig unter der Leitung des Adrien Willaert, und erhielt in späterer Zeit den Platz eines Organisten an der Markuskirche in Venedig. Man darf annehmen, dass er mehr componirt hat, als von ihm aufbewahrt ist. Bekannt ist nur eine Motette zu fünf Stimmen: »Ipsa te rogat pietas«, welche einer Sammlung von Compositionen eingereiht ist, die den Titel führt: »Di diversi musici de' nostri tempi motetti, a 4, 5 e 6 voci« (Venetia, 1558, in 4°). Als geistreicher Schriftsteller und Poet war er schon 1546 bekannt, auch fehlte es ihm nicht an hohen Gönnern. Seine Tragödien, Schauspiele, Reime und Novellen (J. Diporti) sind in den Jahren 1546, 1547, 1548 und 1552 erschienen. P. starb zu Venedig 1587.
5Parademarsch, s. Marsch.
7Paradeiser, Marianus, Mönch des Klosters Melk, geboren am 14. Octbr. 1747 in Riedenthal in Oesterreich, studirte Wissenschaften und Musik im College und in Wien, wo er die Universität besuchte. Er spielte gut Violine und componirte bereits in seinem 14. Jahre Quartette für Streichinstrumente. Eine kleine Oper, eine Cantate, sechs andere Streichquartette und sechs Trios, »Ave regina Coelorum«, »Salve Regina«, »Alma« blieben sämmtlich ungedruckt. Die Trios wurden in Wien vom Componisten, Kammermusiker Kreibich und dem Kaiser Joseph II., der Violoncello spielte, ausgeführt. P. starb 1775, erst 28 Jahre alt.
9Paradiazexusis heisst im griechischen Tetrachordsystem der, eine Terz betragende Klangraum zwischen den beiden unverbundenen Tetrachorden Synemmenon und Diezeugmenon; jenes endet mit d, dies beginnt mit h, so dass c ausgelassen ist.
11Paradies, Pietro Domenico, Componist und einer der besten italienischen Clavierspieler seiner Zeit. Er wurde in Neapel gegen 1710 geboren und war ein Schüler des berühmten Porpora. Bis 1747 componirte er hauptsächlich Opern, die in Venedig und Lucca aufgeführt wurden; die bekanntesten sind: »Alessandro in Persien«, »Il decreto del fato«, »Muse in gara« (eine Cantate) und »Phaëton«. Die letztere Oper wurde auch 1747 in London gegeben, als P. sich dorthin begab, um dort festen Wohnsitz zu nehmen und im Clavierspiel Unterricht zu ertheilen. Während seines Aufenthaltes in London erschienen sechs Sonaten unter dem Titel: »Sonate di gravicembalo dedicate a sua altezza reale la principessa Augusta etc.« (printed for the author by John Johnson). In zweiter Anflage Amsterdam, 1770. P. suchte später Italien wieder auf und starb in Venedig.
13Paradies, Maria Theresia, Tonkünstlerin, die als die Tochter eines österreichischen Regierungsrathes in Wien am 15. Mai 1759 geboren wurde. Sie hatte das Unglück, noch nicht fünf Jahre alt, in Folge einer Krankheit völlig und für immer zu erblinden. Ihre aussergewöhnliche Begabung für Musik mag sie wohl zum Theil für den Verlust des Augenlichts entschädigt haben, denn sie machte sich durch hohe Liebenswürdigkeit ebenso beliebt bei ihren Zeitgenossen, wie durch ihre Talente. Sie erhielt früh Unterricht in der Musik, sobald ihre Neigung für diese Kunst sich hervorthat, und fast noch Kind, sang sie in der Augustinerkirche in Wien in Gegenwart ihrer Taufpatin, der Kaiserin Maria Theresia, ein Sopransolo in dem Stabat mater von Pergolese und spielte dazu die Orgelbegleitung. Die Kaiserin setzte ihr ein Jahrgehalt von 200 Fl. aus, welches jedoch mit dem Tode der Fürstin wieder
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