Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 228

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1Arrangeure und Sänger liessen dabei der buntesten Laune freien Spielraum. In den Cantoreien wurden sie aus dem Steigreife geübt, und ganz besonders sahen die Cantoren einen gewissen Stolz darin, solche Quodlibets zu improvisiren. Früher noch waren sie bei den Niederländern im Schwunge und die Meister selbst verschmähten es nicht, bei der Zusammenstellung derselben aus Volksliedersätzen, Motetten- und Choralweisen und unter Nachahmung mancher Naturlaute gelegentlich auch ihre ganze contrapunktische Kunst dabei zu entfalten. Noch im Anfange dieses Jahrhunderts waren diese Quodlibets beliebt; doch beschränkten sie sich meist nur auf die drastischkomische Zusammenstellung einzelner Zeilen und Phrasen einstimmiger Lieder. Gegenwärtig sind auch sie ausgestorben und so ist nur noch eine Art dieser Quodlibets auf instrumentalem Gebiet vorhanden: die Potpourris.
3R.
5R. bedeutet als Abkürzung: Ripieno und auch: Rechte Hand, engl.: Right hand.
7R = Abkürzung für Responsorium (s. d.).
9Raagnies, auch Ragis und Ragynees. Wildphantastische Melodien der Hindu, über deren Wunderwirkung sich im Volke ein förmlicher Sagenkreis gebildet hat. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, sie nach ihrem freien Zeit- und Tonmaass niederzuschreiben.
11Rabani, auch Rabanna, eine Handtrommel der Negervölker an der Gold- und Sklavenküste; sie wird von den Negerinnen zur Begleitung des Gesanges und Tanzes mit der Hand geschlagen.
13Rabassa, Don Pedro, spanischer Componist, wurde 1713 an der Metropolitan-Kirche in Valencia und 1724 an der Kathedrale in Sevilla als Kapellmeister angestellt. Er starb 1760 in sehr hohem Alter. M. Eslava hat in der zweiten Serie seiner Sammlung »Lira sacra-hispana« eine der Compositionen Rabassa’s aufgenommen. Die übrige sehr grosse Anzahl von 4-, 8- und 12-stimmigen Kirchencompositionen befindet sich im Manuscript in den Bibliotheken von Valencia und Sevilla.
15Racani, Joan Baptista, Componist des 16. Jahrhunderts, war Kapellmeister an der Kirche St. Maria Maggiore zu Bergamo. Es sind von ihm gedruckt: 1) »Il primo libro de Madrigali a cinque voci« (Venezia, 1581, in 4°); 2) »Misse a quattro e cinque voci« (Venezia, 1588, in 4°).
17Rachelle, Pietro, erster Violoncellist am herzogl. Hof zu Parma, verfasste eine kurze Abhandlung, betitelt: »Breve melodo di violoncello compilato da, etc.« (Mailand, Ricordi, in Fol., 37 S.).
19Rackett oder Rankett, ein altes Blasinstrument von Holz, dessen Rohr neunmal gewunden war, sodass es bei nur 11 Zoll Länge dennoch einen Umfang von Contra-C bis klein g hatte. Auch dies Instrument war in fünf Arten vorhanden: Gross Bass, von C₁ und D₁ bis F G A; Bass von F bis klein c; Tenor und Alt von gross C bis klein c; Cantus von G bis d. Nach der Beschreibung von Prätorius waren diese Instrumente selbständig wirkend nicht gerade verlockend: »Am Resonantz seynd sie gar stille, fast wie man durch einen Kamm bläset«, dagegen in der Vereinigung mit andern, »mit Viola de Gamba oder besaiteten Instrumenten oder dem Clavicimbel mag er es wohl hören. Im Anfange des vorigen Jahrhunderts wurde es von Joh. Christ. Denner vervollkommnet unter dem Namen Stock- oder Rackettenfagott; dennoch musste es dem angenehmeren und entsprechenderen Fagott weichen.
21Rackett oder Rankett in der Orgel, war schon zu Werkmeister’s Zeit ein fast vergessenes Schnarrwerk. Bei Prätorius findet sich eine Beschreibung dieses Registers. Darnach waren Ranket und Rackett im Klange verschieden;

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