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Scan 229
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1Rankett war lieblicher, wohlklingender; Rackett aber eine 16- und 8füssige Zungenstimme. Prätorius gibt einen Abriss derselben und nennt sie auch Krummhorn, Barpfeife und Dulcian.
3Rackettfagott, Stockfagott, s. Rackett.
5Rackwitz, königl. schwed. privilegirter Orgelbauer, geboren in Schweden, lebte in Stockholm. Es ist derjenige, welcher nach Angabe des Abt Vogler das sogenannte »Orchestrion« baute und auch ein anderes Instrument, welches aus einem Fortepiano und drei einem halben Orgelregister bestand, verfertigte. Das Letztere wurde »Organo Chordium« genannt.
7Radawaschka, s. v. a. Redowak (s. d.).
9Raddoppiamento, die Wiederholung, auch deren Zeichen am Schlusse des zu wiederholenden Theiles.
11Raddoppiato (italien.), verdoppelt, zwei Mal auszuführen.
13Radecke, Louise, Primadonna an der königl. Hofoper von München, wurde am 27. Juni 1847 zu Celle im Hannoverschen geboren, von wo sie noch als Kind ihren Eltern nach Osnabrück folgte; sie erhielt daselbst die sorgfältigste Erziehung und wurde zur Gouvernante ausgebildet. Ihre ernstlichen Gesangsstudien begann sie in ihrem 17. Jahre bei Herrn Caggiati, Professor der Musik in Hannover, der auch ihre entschiedene Anlage für die Tonkunst und ausgezeichnete Stimme erkannte; die Mutter war indess gegen die Wahl des theatralischen Berufes eingenommen. Nachdem Louise ein Jahr lang in einer der angesehensten Familien Westfalens als Gouvernante gewesen, entschloss sie sich nach vielseitigen Aufforderungen, ihr schönes musikalisches Talent und ihre so wundervolle Stimme für die Bühne zu verwerthen. Sie trat Ende Mai 1866 als Schülerin in das Conservatorium in Köln, welches unter Hiller's Leitung sich eines bedeutenden Rufes erfreute, und ihre specielle Unterweisung im Gesange übernahm Frau de Castron-Marchesi. Louise machte solche Fortschritte, dass sie schon am 22. Febr. 1867 öffentlich aufzutreten wagen konnte als Agathe im »Freischütz« am Cölner Stadttheater, und sie gefiel so sehr, dass der dortige Theaterdirektor Herr Ernst sie sofort für jugendlich dramatische Gesangspartien engagirte. Hier wie in Bonn, wo sie gleichfalls sang, wurde sie sehr bald der Liebling des Publikums. Im J. 1869 wurde ihrem Wirken durch den Theaterbrand ein Ziel gesetzt, jedoch nur auf kurze Zeit, da ihr sofort von den Hofbühnen Berlin, Weimar, Karlsruhe und Schwerin Engagementsanträge gemacht wurden. Die Künstlerin zog Weimar vor, wo sie mit grossem Erfolge sang, und war es namentlich Franz Liszt, der ihren Leistungen besonderes Interesse widmete. Im J. 1871 folgte Louise Radecke dem wiederholten Rufe nach Riga, wo die Kunstvollendung der jugendlichen Sängerin und ihr Glücksstern in den Zenith trat; hier bildete sie sich vollkommen als grosse dramatische Sängerin aus; ihr Gretchen machte sie auch hier alsbald zum Lieblinge, ein silberner Lorbeerkrantz, aus jener Zeit stammend, zeugt hierfür am deutlichsten. 1873 folgte sie denn einem Ruf nach München, wo König Ludwig II. gar bald ihre so vorzügliche Auffassung der Wagner'schen Opern erkennend, ihr als besonderes Zeichen seiner Erkenntlichkeit den Originalcarton von Wilh. Kaulbach's »Lohengrin's Abschied« verehrte. Ihr Repertoire umfasste bei ihrem Abschied 72 Opernpartien, und sind die meistgesungenen: Agathe 42mal, Gretchen 34-, Elsa 22-, Valentine 22-, Madeleine (Postillon) 24- und Donna Anna 17mal. Ihre Glanzrollen waren unstreitig: Gretchen, Elsa, Senta, Valentine und Ingeborg (»Bergkönig«); sie concertirte in allen Haupt- und Grossstädten Deutschlands, auch mehreren des Auslandes, und die von ihr dort gefeierten Triumphe messen sich mit denen der grössten Künstlerinnen unserer Zeit. Leider nahm sie am 29. Juni 1876 als Valentine ihren Abschied von der Bühne, um Baron von Brümmer als Gattin nach Livland zu folgen, wo sie seitdem nur noch in Wohlthätigkeits-concerten singt.
15Radecke, Robert, wurde am 31. Octbr. 1830 zu Dittmannsdorf bei
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