Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 231

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1gart und machte 1851 bis 1853 seine musikalischen Studien auf dem Leipziger Conservatorium unter Rietz, Hauptmann und Moscheles. Seit 1859 lebt er in Berlin und wirkt als Gesangvereinsdirigent und Direktor eines Musikinstituts. In seinen Orchester- und Chorconcerten gelangten zur Aufführung: Beethoven’s 9. Sinfonie, dessen C-dur-Messe u. s. w., Gluck’s Orpheus, Oratorien von Händel und Haydn, Mendelssohn’s Chorwerke, Schumann’s Paradies und Peri, Faustmusik und Pilgerfahrt der Rose u. s. w. Als Componist war er thätig auf dem Gebiete der Orchester- und Kammermusik (eine Sinfonie, Ouvertüren, Trio’s, Duo’s). Seine in die Oeffentlichkeit gelangten Werke sind zum grössten Theile Lieder.
3Radeker, Johann, geboren in Harlem gegen 1730, wurde von seinem Vater zum Organisten ausgebildet, dem er auch im Amte als solcher in Harlem folgte. Er sowohl wie sein Vater haben Sonaten, kleine Concerte u. a. componirt und in Amsterdam herausgegeben. Joh. R. verfasste auch eine historische Beschreibung der Orgel in Harlem: »Korte Beschryving van het beroemde en prachtige Orgel, in de groote of Saint-Bavoos-Kerk te Haerlem« (Harlem, Enschede, 1775, 32 S.).
5Radicati, Lehrer des Violinspiels am Lyceum zu Bologna und Orchesterdirektor in dieser Stadt, ist zu Turin 1778 geboren. Sein Lehrer im Violinspiel war Pugnani (s. d.). Er bereiste die Lombardei und hielt sich eine Zeit lang in Wien auf. In Bologna wurde eine Oper von ihm aufgeführt: »Ricciardo Cuor di leone«. Sonst scheint er ziemlich ausnahmslos für Violine oder für Streichinstrumente geschrieben zu haben, als: »Duos für zwei Violinen«, op. 1, 2, 3; »Vier Capriccio«, op. 9, 10, 12, 19 (Wien, Artaria); »Quintette für zwei Violinen, zwei Alto und Violon«, op. 17 (Mainz, Schott); Idem, op. 21; »Vier Capriccio Quatuors für zwei Violinen, Alt, Bass«, op. 8, 11, 14, 16 (Wien, Artaria), op. 15 (Wien, Weigl); »Trios für Violine, Alt, Violoncell«, op. 7, 13 (Wien, Weigl), op. 20 (Mailand, Ricordi) u. s. w. Radicati war mit der Sängerin Térese Bertinotti verheiratet. Seinen Tod fand er am 14. April 1823 durch einen unglücklichen Fall aus dem Wagen, mit dem schein gewordene Pferde durchgingen.
7Radicchi, Josefo, dramatischer Componist, geboren zu Rom gegen die Mitte des 18. Jahrhunderts, schrieb zu Venedig 1778 die Oper »Il Medonte«.
9Radino, Giovanni Marie, Organist der Kirche San Giovanni in Verdara zu Padua in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ist bekannt durch ein Buch, welches Stücke für die Laute und fürs Clavier enthält. Es ist betitelt: »Il primo libro, d’intavolatura di balli d’arpicordo« (in Venetia, appresso Giacomo Vincenti, 1592, in klein 4°). Die Stücke sind für die rechte Hand auf einem Systeme von fünf Linien, für die linke auf einem von acht Linien notirt.
11Radowitz, Joseph Marie, General-Lieutenant in Preussen, Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin, geboren am 6. Febr. 1797 in Blankenburg, gestorben in Berlin am 25. Decbr. 1853. Im fünften Bande seiner Gesammtwerke (Berlin, bei Reimer) sind »Betrachtungen über die Kirchenmusik«, »Jean Jacques Rousseau als Musiker«, »J. S. Bach«, »Musikalische Eindrücke«, »Musikalische Kritik« und »Die Oper« enthalten. R. war ein auch musikalisch hochgebildeter Mann, ein feiner Kenner namentlich der alten Kirchenmusik, zugleich auch grosser Verehrer Bach’s, dessen Fugen er selber verständnissvoll spielte.
13Radziwill, Anton Heinrich, Fürst von, königl. preussischer Statthalter des Grossherzogthums Posen, Ritter des schwarzen Adler- und vieler anderer hoher Orden, wurde am 13. Juni 1775 in Wilna geboren und vermählte sich 1796 mit der Prinzessin Luise von Preussen. Im Sommer lebte er auf seinen Gütern im Grossherzogthum Posen, oder in Ruhberg in Schlesien, im Winter in Berlin. Als ein wahrer Freund der Tonkunst unterstützte er junge Talente und förderte die Künstler durch Rath und That, sobald er dazu Gelegenheit fand. Sein eigenes nicht unbedeutendes musikalisches Talent bildete er nach

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