Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 233

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1Die drei vorgezeichneten Schlüssel zeigen an, dass die Proposta von der ersten Stimme im Violin-, von der zweiten nachfolgenden im Diskant- und von der dritten folgenden im Tenorschlüssel zu lesen ist. Jetzt ist nur noch zu bestimmen, wo die nachahmenden Stimmen eintreten sollen. Das ist hier nur durch Versuche zu finden und diese zeigen den zweiten Takt der Proposta, so dass der Canon bei der Ausführung so erscheint:
3![Musical notation](https://i.imgur.com/3Q5z5QG.png)
5Dass noch einige andere Lesarten möglich sind, ist hier nicht weiter zu untersuchen, wo es sich nur darum handelt, einige Formen der Aufzeichnung solcher Räthselcanons zu zeigen. Häufiger wurden diese durch bestimmte Regeln angezeigt, daher der Name Canon, wie: Trinus et unus — Trinitatem et unitatem veneremur, erunt duo in carne una — Canon in Diapente post duo tempora; nicht immer waren indess diese Vorschriften so klar wie diese, sie wurden im Gegenteil schon häufig zu Räthseln. Ja selbst in eine Art von »Rebus« verstecken die Meister, wie Okeghem, die Regel für die Auflösung des Canons. In jener Zeit hatte diese ganze Weise eine gewisse Berechtigung, weil sie eben aus der Anschauung und der ganzen Musikpraxis der Zeit herauftrieb; in späteren Jahrhunderten wurde sie zum zunftmässigen Zopf und schliesslich zur Spielerei, an der selbst in unserer Zeit eitle Köpfe Gefallen finden.
7Räusch, Karl, ausgezeichneter Organist an der Hauptkirche in Rostock, ist in Wismar gegen 1810 geboren. Componirt hat er: 1) »Drei Präludien für Orgel«, op. 1 (Hamburg, Kranz); 2) »Präludien für Clavier und Orgel«, op. 2 (ibid.); 3) »Leichte Stücke für Orgel«, op. 4 (Leipzig).
9Raff, Anton, der bedeutendste deutsche Sänger des 18. Jahrhunderts, ist in Gelsdorf, einem Dorfe im Jülich'schen, 1714 geboren, sein Vater war dort Schäfer. Er selbst besuchte die Dorfschule, bis er später nach Köln kam, um bei den Jesuiten zu studiren, da er in den geistlichen Stand einzutreten bestimmt war. Schon zwanzig Jahr alt, kannte er noch keine Note, und erst, als er bei Herrn von Gudenau in Gelsdorf Haushofmeister geworden war, brachte er es mit vieler Mühe dahin, im Notenlesen einige Fertigkeit zu erlangen und leichte Lieder vom Blatte singen zu können. In dem Hause dieses Herren blieb er bis 1736, und in der letzten Zeit seines Aufenthaltes dort veranstaltete er mit den Hofmusikern aus Köln kleine Concerte im Hause. Seine schöne Stimme muss wohl schon damals aufgefallen sein, denn der Kurfürst, der davon gehört, ordnete die Aufführung eines Oratoriums an, in welchem Raff singen sollte. Dies geschah denn auch, nachdem er mit Hülfe eines Hofmusikers seine Partie einstudirt hatte. Der Kurfürst von Baiern, welcher bei Gelegenheit eines Besuchs in Köln ihn gehört hatte, bestimmte ihn, mit nach München zu gehen. Auch hier sang er mit Beifall, und erhielt die Unterweisung des Componisten Ferandini, der damals in München Hofkapellmeister war. Jetzt fasste er den Entschluss, sich ganz der Musik zu widmen und ging, um sich vollständig auszubilden, zu Bernacchi nach Bologna. Den Anweisungen dieses berühmten Gesangmeisters folgte er mit der grössten Gewissenhaftigkeit und ergab sich seinem Studium mit solcher Energie, dass Bernacchi selbst ihn zurückhalten musste. Das Ergebniss dieses ernsten Fleisses war erstens eine tadellose Aussprache und die Fertigkeit, die grössten Schwierigkeiten spielend zu überwinden. Im J. 1738, bei den Vermählungsfeierlichkeiten Maria Theresia's in Florenz, gestattete ihm Bernacchi zum ersten Male an die Oeffentlichkeit

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