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Scan 238
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
31 lines. Read by computer on 15 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 230. See the scan on archive.org.
1Raffael, s. Raphael.
2Raffy oder Rafy, Instrumentenmacher für Saiteninstrumente, lebte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Lyon. Das Andenken an seine guten Instrumente ist durch Verse von Clement Marot:
4„De moi auras un chalumeau
5Fait de la main de Raffy Lyonnois
6Le bon pasteur Michau, etc.“
8und Baïf:
10„Après tous ces propros j’apporte un musette one of two readings
11„Après tous ces proprós j’apporte un musette one of two readings
12Que Rafy, Lyonnois, à Marot avait faite.“
14erhalten.
16Raga oder Rafah ist die Bezeichnung für die Tongeschlechter der Inder. Das von Pavana herrührende System hatte sechs solcher Raga’s oder Tonnymphenfamilien. Jede derselben ist ein Genius, mit fünf Ragims vermählt und Vater von acht kleinen Genien, die Putras oder Söhne heissen.
18Ragina, die 30 Nebentonarten des Indischen Systems, welche neben den sechs Ragas bestanden.
20Ragis, s. v. a. Raagnies (s. d.).
22Ragué, Louis Charles, Musikdilettant, war ein vorzüglicher Harfenspieler. Er lebte von 1775 bis zur französischen Revolution 1792 in Paris. Zwei Opern von ihm, »Memnon« und »L’Amour filial«, die in Paris aufgeführt wurden, hatten nur mässigen Erfolg. Die Harfenliteratur hat er durch folgende Arbeiten bereichert: 1) »Sonaten für die Harfe«, op. 2, 4, 5, 15, 16, die beiden letzteren Uebertragungen aus den Werken von Pleyel; 2) »Sonaten für Harfe und Violine«, op. 12 und 13, ibid.; 3) »Duos für zwei Harfen«, op. 1, 7, 8, 18, ibid.; 4) »Trios für Harfe, Violine und Violoncelle«, op. 9, ibid.; 5) »Quartett für Harfe, Violine, Violoncelle und Bass«, op. 19, ibid.; 6) »Concert für Harfe und Orchester«, op. 6 (Paris, Leduc); 7) »Sinfonien«, op. 10 (ebend.).
24Ragueneau de la Chainaye, Armand Henri, geboren in Paris am 16. Jan. 1777, gab heraus: »Annuaire dramatique«, enthaltend die sämtlichen Namen der Direktoren, Sänger, Schauspieler, Orchestermitglieder u. s. w., das Repertoire der Opern, Komödien, Ballets u. s. w., nekrologische Notizen über Autoren, Sänger u. s. w. in Paris von den Jahren 1804 bis 1822, 17 Bände.
26Raguenet, L’abbé François, Literat, geboren zu Rouen gegen 1660. Nachdem er seine Studien vollendet hatte, trat er in den geistlichen Stand und wurde Präceptor des Neffen des Cardinals von Bouillon. 1698 begleitete er diesen nach Rom und ergab sich dort dem Studium der schönen Künste. Seiner Begeisterung für die italienische Musik gab er in einer Schrift Ausdruck, betitelt: »Parallèle des Italiens et des Français, en ce qui regarde la musique et les opéras« (Paris, 1702, in 12°; Amsterdam, 1704, in 12°, 104 S.). Diese Arbeit erschien 1709 in London in’s Englische übersetzt; in Paris fand sie natürlich Gegner und Lecerf de la Vieville de Fresneuse übernahm mit Wärme die Vertheidigung der französischen Musik, auf welche R. in einer Schrift: »Défense du Parallèle des Italiens et de Français etc.« (Paris, 1705) noch eine Entgegnung versuchte. Das »Journal des Savant« mischte sich auch in den Streit, indem es sich auf die Seite der Gegner R.’s stellte. Dieser starb 1722 fern von Paris, wo er in der Zurückgezogenheit lebte, wie man sagte durch Selbstmord.
28Ragoczi-Pfeife, auch Haborn-sip (ungarisch), Heerpfeife, eine schnarrende, stark durchdringende, unangenehm in die Ohren gellende, weithintönende Art von Schalmei, einer Oboe ähnlich, aber etwas kürzer, das älteste Musikinstrument die Ciganen (Zigeuner). Sie diente namentlich dazu, in Kriegsgefahr die Landbewohner schnell unter die Waffen zu rufen und da sich ihrer zum selben Zwecke auch der Herzog von Siebenbürgen, Ragoczi, bediente, so erhielt sie den Namen Ragoczi-Pfeife.
30Raik, Dieudonné, Priester, Organist und Componist, geboren in Lüttich
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