Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 239

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts. Er kam schon als Knabe nach Antwerpen in die Chorschule, erhielt auch seine wissenschaftliche Ausbildung an diesem Orte, und wurde 1726 daselbst Priester, nachdem er sich inzwischen als talentvoller Organist bekannt gemacht hatte. Wegen Misshelligkeiten nahm er seinen Abschied und ging nach Löwen, wo er 1727 Organist wurde. Nachdem er diese Stelle 1742 mit einer gleichen in Gent vertauscht hatte, berief man ihn nach Antwerpen in seine erste Stellung zurück, nach einer 33 jährigen Abwesenheit seines Talents sich erinnernd. Er starb daselbst am 25. Decbr. 1757 als Vicar und Chordirektor. Von seinen Compositionen, die einen guten Stil haben, sind die unten angeführten gedruckt, die übrigen sind im Manuscript in Gent, Löwen und Brüssel verstreut. 1) »Six suites de clavecin, dediées a MM. la comtesse Rose etc. de Dieudonné Raik« (Löwen beim Herausgeber; Brüssel, J. C. Rousselet, Graveur); 2) »Trois sonates pour le clavecin« (Gent, bei Wanters).
3Raillard, L'abbé F., Mitglied des Clerus St. Thomas d'Aquin zu Paris, ist 1804 zu Montormentier geboren. Die Liebe zur Musik war in seiner Familie erblich, denn sein Vater, Grossvater und Urgrossvater waren in der Musik erfahren, ohne sie zu ihrem Beruf erwählt zu haben. Ebenso R., er war Theolog, beschäftigte sich aber eingehend mit dem Studium der Musik des Mittelalters, dessen Resultate er in den folgenden Schriften niedergelegt hat: 1) »Explication des neumes ou anciens signes de notation musicale, pour servir à la restauration complète du chant grégorien, avec des tableaux de comparaison et un recueil de chants religieux, extraits d'un manuscrit du onzième siècle« (Paris, E. Repos, gross 8°); 2) »Chant grégorien restauré« (Paris, Perisse frères, 1861, 1 Band gross 8°, 106 S., nebst einer voraufgehenden Erläuterung von 16 Seiten); 3) »Sur l'emploi du quart de ton, dans le chant grégorien«; 4) »Sur les quarts de ton du graduel „Tibi Domini“ 1861«, beides abgedruckt in der »Revue archéologique«; 5) »Memoire sur la restauration du chant grégorien« (Paris, Perisse frères, 1862, gross in 8°, 46 Seiten, mit einer Tabelle der Neumen).
5Raimondi, Ignazio, talentvoller Violinist, in Italien in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geboren, war ein Schüler Barbella's. Er liess sich gegen 1760 in Amsterdam nieder, richtete dort Concerte ein, und galt für den besten Violinisten. 1777 wurde ein sinfonisches Tongemälde von ihm dort aufgeführt: »Die Abenteuer des Télémaque«. Später verliess er Amsterdam und scheint sich zuerst nach Paris gewendet zu haben, denn dort wurde 1791 eine Opera buffa von ihm: »La Muette« aufgeführt. Endlich ging er nach London, wo er sich ebenfalls rühmlich bemerkbar machte. Gedruckt sind von seinen Compositionen: 1) »Vier Violinquartette«, op. 10 (Berlin, bei Hummel); 2) »Drei Trios für Violine, Violoncelle und Bass«, op. 11, Lib. (London); 3) »Grande bataille, arrangirt für Clavier, Violine und Violoncelle« (Berlin, Hummel); 4) »Drei Violinconcerte« (ebendaselbst).
7Raimondi, Pietro, hochgeschätzter Componist und Lehrer des Contra-punkts, wurde in Rom am 20. Decbr. 1786 geboren. Seine Eltern waren ganz arm, so dass er durch diese niemals die geringste Unterstützung finden konnte. Als er elf Jahre alt war, starb sein Vater und seine Mutter, die sich wieder verheiratete, zog nach Genua und überliess den Knaben der Obhut einer Tante, der Schwester seines Vaters, die in etwas besseren Verhältnissen lebte. Diese nahm sich auch während einer Reihe von Jahren des Knaben liebreich genug an. Sie bestimmte ihn für den geistlichen Stand und liess ihm den geeigneten Unterricht zukommen. Als er jedoch eines Tages erklärte, dass er für den Beruf eines Geistlichen keinen Geschmack empfände, aber fest entschlossen wäre, Musiker zu werden, legte sie ihm auch, wunderbar genug, nicht nur kein Hinderniss in den Weg, sondern brachte ihn ungesäumt nach Neapel, und liess ihn in's Conservatorium la Pieta dei Turchini eintreten. Er blieb hier sechs Jahre und eignete sich während dieser Zeit die gründlichsten Kenntnisse in der Musik an, wie er in der Folge durch seine Compositionen bewies. Indessen

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