Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 243

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

8 lines. Read by computer on 10 September 2026. Printed page 235. See the scan on archive.org.

1Guillems von Baur, dann am Hofe des italienischen Markgrafen Bonifaz II. von Montferrat, der ihm den Ritterschlag ertheilte und ihn zu seinem Waffenbruder machte. Seine Huldigungen galten vor Allen der Schwester des Markgrafen Beatris, der Gattin Heinrichs von Carret und seine Minnelieder gehören zu den besten ihrer Art. Auch Kreuzlieder sind uns von ihm erhalten. Er zog mit seinem Gönner nach Palästina, und fiel mit diesem, der König von Thessalonich geworden war, in einer Schlacht gegen die Bulgaren 1207.
3Rambures, Mons. de, Grundbesitzer in Vaudricourt bei Abbeville (Somme), erfand 1846 ein neues System der Notenschrift, welchem er den Namen »Stenographie musicale« gab, und welche von der Unterrichtsbehörde in Abbeville für den ersten Unterricht genehmigt wurde. In der Picardie verbreitete sich die Anwendung dieser Methode in den Schulen und Gesangvereinen. Eigentlich ist sie keine Stenographie, denn sie vereinfacht kaum die Notenschrift, R. hat zwar versucht, durch Zusammenziehung mehrerer Noten in einer Linie diesem Zweck nahe zu kommen, jedoch da diese die Conturen jeder Note umschreibt, ist zu wenig erspart. Die Basis des Systemes besteht im vertikalen, rechts und links eingebogenen, und horizontalen Linien, durch welche Ungleichheit die verschiedenen Octaven bezeichnet werden. Sein System betreffend, hat R. veröffentlicht: 1) »Stenographie musicale appliquée à l'enseignement de la musique« (Abbeville, 1837, in 8°); 2) »Tableaux lithographies pour les modèles d'écriture de la notation sténographique« (ibid.); 3) »Notation musicale, rendue populaire par la sténographie« (ibid. 1845, in 16, 56 Seiten).
5Rameau, Jean Philippe, französischer Componist und Musiktheoretiker, ist am 25. Septbr. 1683 in Dijon geboren. Da es ihm bei der Liebhaberei seiner Eltern für die Musik an musikalischer Anregung und Anleitung nicht fehlte, so konnte sich sein Talent so schnell entwickeln, dass er schon im Alter von sieben Jahren auf dem Clavier gleichsam heimisch war. Trotzdem bestimmte ihn sein Vater für den Richterstand und unterbrach seine musikalischen Studien, um ihn im Jesuiten-Collegium für die Wissenschaften ausbilden zu lassen. Hier zeigte es sich bald, dass R. ausschliesslich zum Musiker geboren sei; seine Ungelehrigkeit und die Heftigkeit seines Charakters machten ihn unfähig, sich der Schulordnung zu unterwerfen, und indem die Musik unablässig seine Gedanken beschäftigte, konnte er aus dem wissenschaftlichen Unterricht nur geringen Nutzen ziehen. Dagegen wurde er nicht müde, seine und seiner Mitschüler Bücher und Schreibhefte mit Compositionsversuchen zu bekritzeln, bis man schliesslich die Hoffnung aufgeben musste, ihn zu bessern und er den Eltern zurückgegeben wurde. Nun konnte er sich seinen musikalischen Neigungen ohne Zwang hingeben; obwohl nur bis zur Quarta gelangt, las er hinfort kein Buch mehr, mit Ausnahme musikalischer Abhandlungen. Zum Unglück bot ihm seine Vaterstadt keine Gelegenheit, seine Compositionsstudien unter Leitung eines tüchtigen Meisters zu vervollständigen, und die dadurch gelassene Lücke in seiner Ausbildung hat auf seine ganze spätere Laufbahn einen nachtheiligen Einfluss geübt; dagegen fehlte es ihm in Dijon nicht an geeigneten Vorbildern, um seinem Eifer im Studium des Clavier-, Orgel- und Violinspiels Nahrung zu geben.
7Ein Liebesverhältniss zu einer jungen Wittwe lenkte um diese Zeit R.'s Aufmerksamkeit von der Musik ab; zwar brachte ihm der Umgang mit der Geliebten den Vortheil, dass ihm der Mangel einer wissenschaftlichen Erziehung zum Bewusstsein kam, und er die nötigen Anstrengungen machte, sich mindestens eine genügende Kenntniss seiner Muttersprache anzueignen; doch hielt sein Vater es für gerathen, um den nachtheiligen Folgen einer zu frühen Verbindung vorzubeugen, ihn nach Italien zu schicken, in der Erwartung, dass dort seine Theilnahme für seinen musikalischen Beruf neu belebt werde. So kam R. im J. 1701 nach Mailand, in einem Alter, welches ihn wohl befähigt hätte, die künstlerischen Leistungen der Italiener zu würdigen, wäre nicht die Gewöhnung an die französische Opernmusik ihm dabei hinderlich gewesen, so dass

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.