Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 281

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

9 lines. Read by computer on 15 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 273. See the scan on archive.org.

1in der Grossen Oper zur Aufführung gelangte; und als auch die folgende Oper »Sappho« (1822) mit Gleichgültigkeit aufgenommen wurde, verzichtete R. für immer auf die Bühnenwirksamkeit und widmete sich von nun an ausschliesslich der Instrumentalcomposition. Von seinen Arbeiten auf diesem Gebiete sind im Stich erschienen: Zwei Symphonien (op. 41 und 42) und eine Ouvertüre (op. 24) für grosses Orchester; ein Octett für zwei Violinen, Bratsche, Violoncell, Oboe, Clarinette, Horn und Fagott (op. 96); drei Quintette für zwei Violinen, zwei Bratschen und Violoncell (op. 92); zwanzig Streichquartette (op. 48, 49, 52, 85, Leipzig, bei Breitkopf & Härtel; op. 90, Paris, bei Petit; op. 94, 95, Paris, bei Pacini); ein Trio für Violine, Bratsche und Violoncell (Wien, bei Haslinger); Duette für zwei Violinen (op. 45, 53); vierundzwanzig Quintette für Flöte, Oboe, Clarinette, Horn und Fagott (op. 88, 91, 99, 100); ein Quartett für vier Flöten (op. 12); sechs Quartette für Flöte, Violine, Bratsche und Violoncell (op. 98); Trios für drei Flöten (op. 26, 51); Duette für zwei Flöten (op. 20, 21, 22, 25); ein Quintett für Clarinette, Violine, zwei Bratschen und Violoncell (op. 89); ein Quartett für Clavier, Flöte, Violoncell und Fagott (op. 104); Trios für Clavier, Violine und Violoncell (op. 47, 54, 101); Sonaten für Clavier und Violine (op. 44, 54, 55, 62); Sonaten für Clavier allein (op. 40, 43, 46); Etüden und Fugen für Clavier (op. 31, 32, 59, 61, 81, 86, 97); Variationen für Clavier (op. 83, 85, 87); »Die Kunst zu variiren«, 57 Variationen über ein eigenes Thema. — Von diesen Werken fanden besonders die Quintette für Blasinstrumente grossen Beifall, und wenn sie heutzutage vergessen sind, so ist dies schon aus dem Grunde zu beklagen, weil die späteren Instrumentalcomponisten keinen Ersatz dafür geliefert haben, und so die Vertreter der Blasinstrumente im modernen Orchester der Gelegenheit entbehren, sich gleich den Streichinstrumentisten durch Uebung in der Kammermusik die auch für das Orchesterspiel nötige Feinheit anzueignen.
3Schon bei verschiedenen Anlässen war R. zum Mitglied der Akademie der schönen Künste am Institut de France vorgeschlagen worden, jedoch vergebens, weil der Sitte gemäss diese Ehre in der Regel nur solchen Tonkünstlern zu Theil wird, welche sich eines Bühnenerfolges rühmen dürfen. Auch zu dem, durch den Tod des Componisten Catel 1831 freigewordenen Platz musste er seinem Nebenbuhler Paër den Vortritt lassen, obwohl er in einer Schrift*) an die Akademiker die Notwendigkeit nachzuweisen versucht hatte, auch einen Musiktheoretiker in ihre Mitte aufzunehmen. Endlich nach dem Tode Boieldieu’s (1835) erlangte er die langerstrebte Würde des Akademikers, doch sollte er sich nicht lange derselben erfreuen, denn er starb am 28. Mai 1836. Zuvor hatte er noch die Genugthuung gehabt, seine Compositionslehre in Deutschland verbreitet zu sehen (sie erschien mit deutscher Uebersetzung und Anmerkungen von Czerny in Wien bei Diabelli 1834); ferner mit dem Ritterkreuz der Ehrenlegion dekorirt zu werden. Die Achtung, welche er als Künstler und Mensch bei Lebzeiten genossen hatte, gelangte bei seiner Begräbnissfeier, an welcher sich die Mitglieder der ersten Pariser Operntheater vollzählig betheiligten, zu lebhaftem Ausdruck. one of two readings
4Schon bei verschiedenen Anlässen war R. zum Mitglied der Akademie der schönen Künste am Institut de France vorgeschlagen worden, jedoch vergebens, weil der Sitte gemäss diese Ehre in der Regel nur solchen Tonkünstlern zu Theil wird, welche sich eines Bühnenerfolges rühmen dürfen. Auch zu dem, durch den Tod des Componisten Catel 1831 freigewordenen Platz musste er seinem Nebenbuhler Paër den Vortritt lassen, obwohl er in einer Schrift*) an die Akademiker die Nothwendigkeit nachzuweisen versucht hatte, auch einen Musiktheoretiker in ihre Mitte aufzunehmen. Endlich nach dem Tode Boieldieu’s (1835) erlangte er die langerstrebte Würde des Akademikers, doch sollte er sich nicht lange derselben erfreuen, denn er starb am 28. Mai 1836. Zuvor hatte er noch die Genugthuung gehabt, seine Compositionslehre in Deutschland verbreitet zu sehen (sie erschien mit deutscher Uebersetzung und Anmerkungen von Czerny in Wien bei Diabelli 1834); ferner mit dem Ritterkreuz der Ehrenlegion dekorirt zu werden. Die Achtung, welche er als Künstler und Mensch bei Lebzeiten genossen hatte, gelangte bei seiner Begräbnissfeier, an welcher sich die Mitglieder der ersten Pariser Operntheater vollzählig betheiligten, zu lebhaftem Ausdruck. one of two readings
6Reichardt, Johann Friedrich, Componist und Musikschriftsteller, Kapellmeister der königl. italienischen Oper zu Berlin, wurde am 25. Novbr. 1752 zu Königsberg in Pr. geboren. Er zeigte musikalische Anlagen, die auch von Kindheit an gepflegt wurden. Sein erster Lehrer in der Composition und dem Clavierspiel war der Organist Carl Gottlieb Richter, und im Violinspiel ertheilte ihm Veichtner, ein Schüler Benda’s, Unterricht, dieser förderte sein Talent, so dass er, zehn Jahr alt, bereits in einem Concert mitwirken konnte. In den Jahren 1769—1770 besuchte er die Universität Königsberg und hörte hier
8*) A messieurs les membres de l’Académie des beaux-arts à l’Institut de France. Réflexions sur les titres d’admission dans la section de musique de cette Académie (Paris, 1831).

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