Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 292

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1wandernder Musikant, und der Knabe würde wohl ein gleicher geworden oder geblieben sein, wäre er nicht durch einen glücklichen Zufall zu Brüssel ins Conservatorium befördert worden, wo er unter Demeur in einigen Jahren zur höchsten Künstlerschaft auf der Flöte gelangte. Er erhielt den ersten Preis, machte Concertreisen, lebte in England und ging dann nach Brasilien, überall wo er gehört wurde, den grössten Enthusiasmas erregend. Er hat auch für die Flöte einige Stücke geschrieben, die durch Neuheit der Form und Kühnheit der Schwierigkeiten auffallen.
3Reichwein, Johann Georg, Kapellmeister an der Kathedrale zu Regensburg, lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es sind von ihm gedruckt: 1) »Deliciae sacrae, sive missae tres breves a quatuor vocibus concert. 2 violines ad libit. et 4 ripien. cum basso continuo nec non psalmi II ab. 1, 2, 3 et 4 voc. cum et sine violinis ac ripienis« (Regensburg, 1685, in Fol.); 2) »Sacra Thymiamata, id est offertoria per festa anni majora a 4 vel 5 vocibus concertantibus et 5 instrumentis« (Regensburg, 1683).
5Reiffenberg, Frédéric August Ferdinand, Baron de, Conservator der königl. Bibliothek in Belgien. Ursprünglich für den Militärstand bestimmt und erzogen, widmete er sich aus Neigung, nachdem er Officier geworden, den Wissenschaften. Er wurde Professor an der Universität Löwen, dann in Liège und zuletzt Conservator der Bibliothek in Belgien. Er war Mitglied vieler gelehrten Gesellschaften. Von seinen zahlreichen Schriften ist auf die Musik bezüglich nur: »Lettre à M. Fétis, directeur du Conservatoire de Bruxelles, sur quelques particularités de l’histoire musicale de la Belgique« (Bruxelles, 1834, in 8°, abgedruckt in »Revue encyclopédique belge«, October 1833).
7Reimann, Matthäus, eigentlicher Jöcher von Reimannswalde, war Doktor der Rechte und Rath Kaiser Rudolf II. Geboren war er in Löwenberg in Schlesien 1544. Gedruckt sind von ihm: 1) »Noctes musicae« (Leipzig, 1598, Fol.); 2) »Cithara sacra Psalmodiae Davidis ad usum testudinis accommodata« (Köln, 1613, in 4°). Diese beiden Werke sind nach Reimann’s Tode veröffentlicht, denn er starb am 21. Octbr. 1597.
9Reimann, Johann Balthasar, geboren zu Breslau am 14. Juni 1702, bildete sich unter Anleitung der Cantoren Willisch, Sturm und Gürtler in Breslau zu einem der vortrefflichsten Organisten. Er erhielt eine Anstellung als solcher an St. Maria Magdalena zu Breslau, vertauschte diese aber mit einer gleichen in Hirschberg, wo er 1749 starb. Gedruckt sind von seinen Compositionen: 1) »Cantate sur la mort de l’empereur Charles VI.« (Hirschberg, 1740); 2) »Recueil de cantiques anciens et nouveaux« (ibid. 1747, in oblong.). Diese Sammlung enthält 362 Melodien.
11Reime, Heinrich Gottlieb, deutscher Gelehrter, bekannt durch eine Dissertation über einen hebräischen Ausdruck, welcher auf die Musik bezüglich gehalten wird. Ugolini hat diese Abhandlung: »Dissertatio de voce Sela« in seinem Werke »Thesaur. antiq. sacr.«, T. 32, S. 727 aufgenommen. A. J. Bytemeister, Professor der Theologie in Helmstädt, hat eine Widerlegung der Schrift verfasst, welche Ugolini gleichfalls in sein Werk aufgenommen hat.
13Rein, wird in der Tonkunst in mehrfacher Bedeutung angewendet. Zunächst wird es als gleichbedeutend mit vollkommen gebraucht, und bezeichnet die Beschaffenheit derjenigen Consonanzen, die nur in einer Gattung Consonanzen sind. Es sind dies die Prime C—C, die Octave C—c, die Quint C—G und die Quart C—F. Sie bleiben nur in dieser einen Grösse Consonanzen; wird diese verändert, so werden sie zu Dissonanzen, wird die Quint G erhöht in Gis oder erniedrigt in Ges, so hören sie auf Consonanzen zu sein, sie werden zu Dissonanzen. Die unvollkommenen Consonanzen bleiben auch nach einer solchen Veränderung Consonanz, die grosse Terz kann in die kleine, und die grosse Sext in die kleine verwandelt werden, ohne den Charakter als Consonanz zu verlieren. Bei der Messung der Tonverhältnisse wird die Bezeichnung rein als gleichbedeutend mit natürlich und ursprünglich, nach der ur-

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