Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 293

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1sprünglichen Grösse der Intervalle, von der Temperatur abgesehen, gebraucht. Im temporirten System werden die meisten Intervalle nicht nach ihrem ursprünglichen mathematisch richtigen Verhältniss, nicht in vollkommener Reinheit, nach ihrem reinen Verhältniss gebraucht (s. Temperatur). Endlich, und am häufigsten, wird rein in Bezug auf Stimmung der Instrumente und Intonation der Singstimme u. s. w. angewendet. Die Stimmung eines Instruments ist rein, wenn alle seine Töne genau in dem nötigen Höhen- und Tiefenverhältnisse zu einander stehen; wenn seine Klänge genau nach der üblichen Scala abgemessen erscheinen. Mehrere Instrumente haben gegen einander reine Stimmung, sind rein eingestimmt, wenn die Stimmung jedes einzelnen nach demselben Normal- oder Stimmton erfolgt ist. Diese reine Stimmung ist natürlich das erste und wichtigste Erforderniss für eine künstlerische Gesammtwirkung, weshalb sie auch zuerst erzielt wird; die Instrumente müssen zunächst rein eingestimmt werden, ehe sie die Ausführung eines Kunstwerks beginnen. In Bezug auf den Klang wird Reinheit erreicht, wenn er von allem, die Schönheit trübenden Geräusch, von allen Nebenklängen befreit ist. Schlechte Zungenlage oder Mundstellung, unsichere Vocalisation, schlechte Atemführung trüben die Reinheit des Stimmklangs, lassen diesen verschleiert, unsicher, dumpf, gepresst u. s. w. erscheinen, während er bei rechter Stellung und rechtem Gebrauch der mitwirkenden Organe klar, voll und wohlklingend, mit einem Wort rein ist. Bei den Instrumenten wird die Reinheit des Klanges schon durch das Material bedingt, aus dem diese gefertigt sind. Aus unedlem Material gefertigten Instrumenten sind nur sehr schwer reine Klänge zu entlocken; ebenso wenn die Instrumente nicht in allen ihren Theilen sauber und accurat gearbeitet sind. Aber auch dann kann die besondere Art der Behandlung der besten Instrumente Klänge von der verschiedensten Reinheit der Wirkung erzeugen. Bei den Saiteninstrumenten kommen Bogenführung und die grössere oder geringere Sicherheit in der Fingersetzung, bei den Tasteninstrumenten kommt der Anschlag, bei den Blasinstrumenten der Lippenansatz etc. sehr in Betracht bei der Erzeugung mehr oder weniger reiner Klänge. Endlich heisst der Tonsatz rein, wenn er nach bestimmten Regeln entworfen ist (s. Reiner Satz).
3Rein, Joh. Balthasar, Tonkünstler zu Altona, wo er im 18. Jahrhundert lebte und daselbst am 24. Aug. 1794 starb. 1755 gab er ein »Vierstimmiges Choralbuch, worinne alle Melodien des Schleswig-Holsteinischen Gesangbuchs enthalten sind« (Altona, 1755) heraus. Es ist mit einem bezifferten Bass versehen.
5Reina, Sisto, Minorit und Kapellmeister an St. Marie und St. Francise zu Mailand, war zu Sarano im Mailändischen am Anfang des 17. Jahrhunderts geboren. 1653 wurden Psalme von ihm in Mailand gedruckt. Die zum Theil sonderbaren Titel seiner Werke sind folgende: 1) »Fiorita corona di melodie celeste a 1, 2, 3 e 4 voci con stromenti«, op. 7 (Milano, presso Comagni, 1660, in 4°); 2) »La Danza delle voci regolata ne’ salmi di Terza, e di Compieta, Te Deum e litanie a 8 voci, ed altri salmi a voce sola e a 3 voci con violini, le quattro antifone di compieta a quattro, e due sonate a quattro con violini«, op. 9 (Venetia, Francesco Magni, 1664, in 4°).
7Reinagle, Josef, Sohn eines deutschen Professors der Musik, ist in Portsmouth 1762 geboren. Erst für die Marine bestimmt, kam er später bei einem Goldarbeiter in die Lehre. Geschickt auf der Trompete, ging er in den Dienst des Königs, gab aber dies Instrument aus Gesundheitsrücksichten auf, vervollkommnete sich im Violoncellspiel und wurde Direktor der Concerte in Edingburgh. 1789 ging er nach Irland, kehrte aber wieder nach London zurück und lebte zuletzt in Oxford, wo er 1836 starb. Compositionen von ihm sind: 1) »XXIV Lessons progressive for the Harpsichord with the fingering marched« (London, 1798); 2) »XII Progressive Duetts for 2 Vc. expressly compos forthe Use of Beginners«, op. 2 (London, Preston, 1800); 3) VI idem, op. 3 (ibid.); 4) VI idem, op. 4 (ibid.); 5) VI idem, op. 5 (ibid.); 6) Quartette für zwei

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