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Scan 302
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1grosse Messe für 4 Stimmen und Orchester (Augsburg, Böhm), vierte grosse Messe mit Orchester (Wien, Diabelli), fünfte grosse Messe, Landmesse (Augsburg, Böhm), sechste, siebente, achte, neunte und zehnte Messe. Hymne für Männerstimmen, op. 177 (Berlin, Trautwein). Vepres complètes, 1823 in Dresden aufgeführt; Salve Regina, 1827 im Gewandhaus in Leipzig aufgeführt. Instrumentalmusik: Sinfonie für grosses Orchester, op. 120 (Berlin, Schlesinger); Ouverture, op. 128 (Leipzig, Peters); ein Quintett für zwei Violinen, zwei Alto und Violoncell, op. 90 (ibid.); drei Quartette für zwei Violinen, Alt, Violoncelle, op. 111 (ebend.); Quintett für Piano, zwei Violinen, Alt, Bass, op. 20 (Paris, Farence); Quartett (Bonn, Simrock); idem, op. 70 (Berlin, Schlesinger); idem, op. 108 (ibid.); idem, op. 135 (ibid.); idem, op. 141 (ibid.); Grosses Trio für Piano, Violine und Violoncell, op. 25 (Paris, Farence); idem, op. 40 (Leipzig, Hofmeister); idem, op. 56 (Leipzig, Kistner); idem, op. 75 (Bonn, Simrock); idem, op. 77 (Leipzig, Peters); idem, op. 85 (ibid.); idem, op. 97 (ibid.); idem, op. 103 (ibid.); idem, op. 105 (ibid.); idem, op. 125 (ibid.); Duos für Piano und Violine, op. 45 (ibid.); op. 94 (Berlin, Schlesinger); Duos für Piano und Clarinette, op. 130 (Dresden, Paul); Sonaten à quatre mains, op. 65 und 66 (Dresden, Paul); Sonaten für Clavier allein, op. 22, 41, 95 (Leipzig, Probst; Hamburg, Schubert); Rondos für Clavier allein, op. 21, 30, 31, 36, 37, 51, 55, 57, 58, 59, 64, 78, 83 (Wien, Berlin, Leipzig, Bonn, Paris); Concert für Flöte und Orchester, op. 60; Concertino für Clarinette und Orchester, op. 63; viertes Quartett für zwei Violinen etc., op. 155 (Dresden, Paul); fünftes, op. 179 (Berlin, Schlesinger); Clavierstücke, Variationen (ibid.); Siebzig Sammlungen Lieder und Gesänge enthaltend, von denen einige volksthümlich geworden; z. B. »Als Noah aus dem Kasten war«. Einer seiner Walzer erschien kurz nach dem Tode Weber’s zu Paris unter dem Titel: »La dernière pensée de Weber«. R. selbst schreibt am 7. Octbr. 1846 an Herrn Theodore Parmentier, dass er dies für eine Buchhändlerspeculation halte. Dieser betreffende Walzer sei bereits 1824 bei Peters in Leipzig unter den »Douze Valses brillantes pour le piano«, op. 62 erschienen, er habe ihn zwar Weber öfter vorgespielt, dem er gefiel und der ihn auch selbst gespielt habe, doch wisse er nicht, ob dies auch in Paris geschehen sei. Später erschien der Walzer in Deutschland unter dem Titel: »Walzer von Reissiger, genannt: Letzter Gedanke von Weber«.
3R. war Mitglied vieler musikalischer Gesellschaften, erhielt auch von mehreren Königen und Prinzen Auszeichnungen. Er starb nach längerer Kränklichkeit in Dresden am 7. Novbr. 1859. Sein Bild, lithographirt von E. Meyer, erschien in Dresden bei Friedel. Seine Lieder und namentlich seine Trios für Clavier, Violine und Violoncelle waren noch vor zwanzig Jahren ausserordentlich beliebt und weit verbreitet, heut sind sie, wie seine Opern, bereits verschollen.
5Reissiger, Friedrich August, Bruder des Hof-Kapellmeisters C. G. Reissiger zu Dresden, wurde am 26. Juli 1809 zu Belzig geboren. Der Vater ertheilte auch ihm den ersten Unterricht sowohl in der Musik als auch in den Sprachen und brachte ihn so weit, dass er in seinem 13. Jahre nach rühmlich bestandenem Examen dem Leipziger Thomaschor konnte einverleibt werden. Hier genoss er den Unterricht Schicht’s und Th. Weinlig’s, und die damals weltberühmten Gewandhaus-Concerete, wo die besten Schüler des Thomanerchores Gelegenheit hatten, mitzuwirken, und wo Beethoven’s, Mozart’s und Haydn’s Meisterwerke auf eine ausgezeichnete Weise zu Gehör kamen, übten einen wesentlichen Einfluss auf seine Geschmacksrichtung. Im J. 1830 bezog R. die Universität in Berlin, um Theologie zu studiren. Da er jedoch nur über ein Stipendium seiner Vaterstadt zum Belauf von 59 preussischen Thalern jährlich disponiren konnte, war er genöthigt, alle seine Freistunden mit Unterrichtgeben auszufüllen. Wenngleich es damit im Anfang sehr langsam ging, hatte er doch bald die Freude, sein Talent anerkannt zu sehen, und seine gutgeschulte Stimme, in Verbindung mit seinem komischen Talente, verschafften ihm Eingang in die besten musikalischen Familien. Dies bestimmte ihn, nach Professor Zelter’s Rath, die
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