Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 304

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

10 lines. Read by computer on 15 September 2026. Printed page 296. See the scan on archive.org.

1desselben, als R. auch zur Schriftstellerei veranlasst wurde. Der in jener Zeit entbrannte, von Weimar aus angeregte Kampf um das Kunstwerk der Zukunft brachte ihm die Ueberzeugung von der Unzulänglichkeit der vorhandenen Theorie der Musik; er erkannte, dass das einzige Rüstzeug in diesem Kampfe nur die festen aus der historischen Entwickelung gewonnenen Kunstprincipien sein können. Einen längeren Aufenthalt in Halle a/S. benutzte er daher zu eingehenden historischen Studien, als deren erste Frucht die kleine Schrift: »Von Bach bis Wagner« 1861 (Berlin, J. Guttentag’s Verlag) erschien. Noch in demselben Jahre folgte ihr das Werk, das ihn in den weitesten Kreisen bekannt machte: »Das deutsche Lied in seiner historischen Entwickelung« (1874 vollständig umgearbeitet unter dem Titel: »Geschichte des deutschen Liedes« neu gedruckt). Die darin geübte Methode: jede einzelne Form aus der, sie erzeugenden Idee zu construiren und dann nachzuweisen, wie sie in verschiedenen Jahrhunderten immer wieder neu gestaltet und so dem individuellsten Ausdruck dienstbar gemacht wird, wandte er dann auf die gesammte Musikgeschichte überhaupt an in seiner »Allgemeinen Musikgeschichte« (3 Bände, 1863—1865), und die daraus gewonnenen Kunstprincipien brachte er in der »Allgemeinen Musiklehre« (Berlin, 1864) und in der »Compositionslehre« (3 Bde., Berlin, 1866—1870) in ein System. Weiteste Verbreitung fanden seine Biographien der drei jüngsten Meister der Romantik: Robert Schumann (1871 in zweiter Aufl. erschienen), Felix Mendelssohn-Bartholdy (in zweiter Aufl. 1872) und Franz Schubert (1872). Seit 1863 lebt er in Berlin; während mehrerer Jahre hielt er Vorlesungen über Musikgeschichte im Conservatorium, die (1877) gesammelt bei Otto Janke im Druck erschienen sind. Daneben ist er aber auch auf dem Gebiete der Composition fleissig gewesen. Ausser einer Reihe von zum Theil weit verbreiteten Liedern und Balladen für eine Singstimme mit Pianofortebegleitung, Duetten, Terzetten und Chorliedern mit und ohne Begleitung und Clavierstücken sind: zwei Sonaten für Clavier und Violine (Berlin, Trautwein, Bahn’s Verlag), ein Concert für Solo-Violine und Orchester (Berlin, Bote & Bock), eine Suite für Solo-Violine und Orchester (Leipzig, Fr. Kistner), ferner: zwei dramatische Scenen für Soli, Männerchor und Orchester: »Drusus Tod« (Leipzig, C. F. W. Siegel’s Verlag, R. Linnemann) und »Loreley« (Berlin, Bote & Bock), die in Leipzig mit Beifall aufgeführte Oper »Gudrun« (Leipzig, C. F. W. Siegel, R. Linnemann) und ein Oratorium: »Wittekind« im Druck erschienen. Eine zweite grosse Oper: »Das Gralspiel« und eine komische: »Die Bürgermeisterin von Schorndorf« harren noch der Aufführung. Erwähnt sei ferner die Clavier- und Gesangschule, die R. 1875 veröffentlichte, welche mit dem ersten Unterricht im Clavierspiel zugleich eine gründliche Ausbildung im Gesange verbindet. Grosses und gerechtes Aufsehen erregte seine Broschüre gegen die Hochschule: »Die Königliche Hochschule für Musik in Berlin«, in welcher er schonungslos den Unfug aufdeckte, der hier mit Staatsmitteln getrieben worden war. 1875 verlieh ihm die Universität Leipzig die philosophische Doctorwürde.
3Reiter, Ernst, Professor des Violinspiels am Musikinstitut zu Würzburg, geboren in dieser Stadt 1804. In den Jahren 1835—1837 liess er sich in Concerten hören, 1839 nahm er in Strassburg, später in Basel eine Stelle als Musikdirektor an. 1843 dirigirte er das Musikfest zu Luzern. Erschienen sind von ihm: Lieder für eine Stimme (Wien, Haslinger); Quartette für zwei Violinen, Alto, Violoncell, op. 1 u. 8 (Wien, Diabelli); Oratorium: »Das neue Paradies«, aufgeführt 1845 und 1847 in Basel und Wien.
5Reiter, spanische, sind kleine Laufgräben, welche der Orgelbauer in der Windlade anbringt, um das Durchstechen der Töne zu verhindern.
7Rejdouva, Redowa, Redowak, Redowazka, ein böhmischer Tanz im abwechselnden 2/4- und 3/4-Takt.
9Rektah’s, bei den Indiern beliebtes Tonstück.

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.