Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 343

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1mit Orchester (idem). — Grosse Verdienste hat sich R. als Lehrer erworben. Eine ganze Reihe tüchtiger Cantoren und Organisten Schlesiens verdanken ihm ihre Ausbildung, und dass der Schulgesang hier in Blüthe kam, ist hauptsächlich sein Werk.
3Richter, Franz Xavier, Componist und Musikschriftsteller, geboren zu Holischau in Mähren am 1. Decbr. 1709. Nachdem er seine musikalischen Studien beendet hatte, trat er in den Dienst des Pfalzgrafen von Rhein zu Mannheim. 1747 erhielt er unter vielen andern Bewerbern die Stelle des Kirchenkapellmeisters zu Strassburg, welche Funktion er 36 Jahre lang ohne Assistenz versah. Erst 1783, im Alter von 74 Jahren, erbat er sich eine solche und erhielt sie in Pleyel (s. d.). R. starb zu Strassburg, 80 Jahr alt, am 12. Septbr. 1789. Der thematische Catalogue von Breitkopf & Härtel führt von ihm an: 26 Sinfonien im Manuscript, ein Clavierconcert und sechs Violin-Quartette. In Paris und Amsterdam wurden gedruckt: Drei Trios für Clavier, Violine und Violoncello, und sechs Sinfonien für Orchester; ein Dixit für vier Stimmen in Partitur für vier Stimmen (Paris, Porro). Die grösste Zahl der Compositionen von R. blieben ungedruckt und befinden sich in der Kathedrale Saint Dié. Es sind: »Missa hymnalis«, 4 st. mit 8 Instr. »Missa Caeciliana«, 4 st. und Orch. »Missa concert«, 4 st. mit 6 Instr. »Missa pastoralis«, 4 st. mit Orch. 3 grosse Messen. »Te deum«, 4 st. »Dixit et Magnificat«, 4 st. mit grossem Orch. »Domine salvum fac regem«, 4 st. mit Orch. »Lauda Sion Salvotorem«, 4 st. mit Orch. »Ecce sacerdos«, Motette für Bass und 8 Instrumente. »Deus, Deus ad te«, Sopransolo mit vier Instr. »Jesu Corona Virginum«, Sopransolo mit 6 Instr. »Quomodo cantabimus canticum«, idem. »O, doctor optime ecclesiae«, für Tenor und 6 Instr. »Est ut superba criminum«, Duo für Sopran und Tenor mit 3 Instr. »Coeli cives convolata«, für Sopransolo mit 7 Instr. »Adhaereat lingua mea«, Duo für Sopran und Bass mit 6 Instr. »Quam dilecta tabernacula«, Sopransolo mit 5 Instrum. »Lectio secunda Sabbati sancti«, Sopransolo mit 4 Instr. — Die Compositionen haben zum Theil ein individuelles Gepräge, besonders in späteren Jahren aber war er etwas zu gefällig gegen sein Zeitalter, indem seine Kirchenstücke oftmals theatralisch und weltlich klingen. »Das muss ich thun,« schrieb er einem Freunde, »sonst gehen die Leute gar nicht mehr in die Kirche.« Während seines Aufenthalts in Mannheim verfasste er auch ein Lehrbuch: »Harmonische Belehrungen oder gründliche Anweisung zu der musikalischen Tonkunst«. Das Original-Manuscript dieses Werkes befand sich in der Bibliothek von Fétis, eine Abschrift davon auf der kaiserlichen Bibliothek zu Paris. Eine Uebersetzung von C. Kalkbrenner, welche dieser als »Traité d’harmonie et de composition, revu, corrigé, augmenté« (Paris, 1804) herausgab, ist vielmehr als fehlerhafte und verstümmelte Uebertragung zu bezeichnen.
5Richter, Georg Gottfried, Magister und Pfarrer zu Neustädtel bei Schneeberg im Anfang des 18. Jahrhunderts, hat ein Schriftchen in den Druck gegeben, welches mehreres zur Geschichte der Orgel Gehöriges enthält. »Vivum Dei Organum, oder das lebendige Orgel-Werk Gottes, zeigete unter umständlicher Erzählung, wie Die Orgeln erfunden und in die Kirche gebauet worden, der Christlichen Gemeinde zu Neustädtlein bei Schneeberg Dn. XVI p. Tr. 24. Sept. 1719 bei Veranlaster Versetzung des neuen Orgelwerks II. Corinth. VI. 13 mit einfältigen Worten etc.« (Schneeberg, bei Chr. Heinr. Kanngiesser). Ohne die weitläufige 1720 unterschriebene Dedikation 47 Seiten 4°.
7Richter, G. Friedrich, wahrscheinlich ein Pianist, denn in Traeg’s Verzeichniss (Wien, 1799) sind folgende Clavierwerke seiner Compositionen (im Manuscript) angeführt: 1) Concert für zwei Claviere mit Orchester. 2) XII Concerte für Clavier mit Orchester. 3) Vier Sonaten für Clavier mit Violine. 4) Sonate für zwei Claviere. 5) Sonate, Fantasie und Fermate p. il Cembalo. 6) Allegretto und Variaz. p. il Cembalo. In einem der Westphal’schen Verzeichnisse unter dem Namen G. F. Richter finden sich III Sonates p. le Clav. av. V. obl., op. 7 (Paris, 1792) gestochen.

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