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Scan 344
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1Richter, Gottfried, Orgelbauer aus Döbeln gegen Ende des 17. Jahrhunderts, hat 1670 zu Pomssen, unweit Leipzig, ein Werkchen von zwölf Stimmen erbaut.
3Richter, Johann Christoph, geboren zu Dresden am 15. Juli 1700, wurde dort 1727 zum Hoforganisten beim evangelischen Hofgottesdienst und 1750 auch zum Direktor desselben ernannt. Er zog viele tüchtige Schüler, unter denen besonders Christian Gottlieb Dachselt, Organist an der Frauenkirche, zu erwähnen ist, und war zu seiner Zeit berühmt als guter Orgelspieler und Contrapunktist. Von ihm sind in Dresden zwei Opern vorhanden: Metastasio's »Il Ré pastore« in deutscher Uebersetzung und eine »Opera dramatica« zur Feier des Geburtstages der Kurfürstin Maria Antonia (1764). R. starb am 19. Febr. 1785 in Dresden.
5Richter, Johann Christian Christoph, Vater des besühmten Schriftstellers Jean Paul Friedrich Richter (Jean Paul), ist zu Neustädt am 16. December 1727 geboren. Grosse Armuth machte seine Jugend peinvoll. Er besuchte die Schule in Wunsiedel und später das »Gymnasium poeticum« in Regensburg, bis er in Jena und Erlangen Theologie studirte. Immer war aber die Musik seine liebste Beschäftigung, und nachdem er eine Zeit lang simpler Musiker der Kapelle des Prinzen von Thurn und Taxis gewesen war, erhielt er 1760 eine Organistenstelle in Wunsiedel, später wurde er Pastor in Jöditz bei Bayreuth, und nachdem in Schwarzenbach an der Saale. Er hinterliess im Manuscript ansprechende Kirchencompositionen.
7Richter, Jean Paul Friedrich, Dichter und Schriftsteller, Sohn des Vorigen, geboren am 21. März 1763 in Wunsiedel, war auch Musiker, das heisst am meisten seiner inneren Organisation nach, denn, um dem, was in ihm lebte, musikalisch genügenden Ausdruck zu geben, waren seine Studien in dieser Kunst nicht gründlich genug. Er sagt selbst, die musikalische Grammatik habe er nur durch Fantasiren und Notenschreiben, etwa so wie einer die deutsche Sprache durch Sprechen gelernt. Fantasiren auf dem Flügel war seine Lieblingsbeschäftigung, und auch hierüber sagt er selbst: »Einen ganzen Tag könnte ich fortfantasiren, sowohl poetisch wie musikalisch, und gerade in diesem langen Fantasiren höre ich erst jeden Ton rein. Nichts erschöpft und rührt mich mehr, als das Fantasiren am Clavier, ich könnte mich todt fantasiren« u. s. w. R. verliess 1779 das Elternhaus, lebte in Berlin, Meiningen, Hildburghausen, nahm dann seinen Wohnsitz in Bayreuth, wo er am 14. Novbr. 1825 starb.
9Richter, Johann Sigismund, Organist, geboren zu Nürnberg am 31. Octbr. 1657, besuchte daselbst die Schulen und ging 1674 auf die Akademie zu Altdorf, wo er drei Jahre studirte. Eine Stelle als Informator, die er annahm, war er genöthigt, zehn Jahre lang zu versehen, bis er 1687 in Nürnberg eine Schreiberstelle und bald darauf die eines Organisten an der Frauenkirche erhielt. Er kam von hier an die Egidienkirche und nach dem Tode Pachelbel's 1706 an die St. Sebaldskirche. Dies Amt verwaltete er bis zu seinem Tode am 4. Mai 1719. Er wird als fertiger Clavierspieler und guter Gesangscomponist von Zeitgenossen genannt. Es sind noch variirte Choräle im Manuscript von ihm vorhanden.
11Richter, Joseph, Tonkünstler zu Wien, von welchem Ende des 18. Jahrhunderts daselbst im Druck erschienen: 1) Drei Quartette für zwei Violinen, Violoncell, Bass, op. 1 (Offenbach, 1796). 2) Drei dergl. (Offenbach, 1797). 3) Drei Duos für zwei Violinen, op. 3 (ebend. 1797). 4) Drei Trios für Flöte, Violine, Violoncelle, op. 4 (ebend. 1798). 5) Drei Duos für zwei Violinen, op. 5 (ebend. 1798). 6) Vier Trios für zwei Violinen und Bass, op. 3 (Paris).
13Richter, Wilhelm, Flötist, gehörte Anfangs des 19. Jahrhunderts zur Kapelle des Grossherzogs von Mecklenburg-Schwerin. Er veröffentlichte: 1) »Sonate facile pour piano et flûte«, op. 1 (Leipzig, Breitkopf & Härtel). 2) »Grande sonate, idem«, op. 5 (Hamburg, Böhme). 3) »Duo concertant, idem«,
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