Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1direktor der königl. Kapelle. Seit 10 Jahren ist R. auch artistischer Direktor des unter dem Protektorat des Königs Albert stehenden Conservatoriums für Musik. Ein angestrengter amtlicher Wirkungskreis und eine bewundernswerth fleissige kritische Thätigkeit hat ihn in Dresden nicht zu so reicher Produktion kommen lassen, wie in Düsseldorf und Leipzig. Einige sehr gelungene Gelegenheitscompositionen abgerechnet, sind besonders zu erwähnen: eine grosse Messe in F-dur, ein Te deum für Männerchor und Blechinstrumente zum Dresdener Sängerfeste 1865 und eine Hymne »Das grosse deutsche Vaterland« von J. Pabst, für Basssolo componirt während der Auferstehung des deutschen Volkes im J. 1870. In neuerer Zeit hat der Meister bei etwas mässiger gewordener Amtstätigkeit wieder mehr Muse gefunden und Mancherlei geschaffen, so eine Sonate für Pianoforte und Violine, eine Sonate für Pianoforte und Flöte, eine Festouverture zur goldenen Hochzeitsfeier des sächsischen Königspaares und vieles Andere. Zum grossen Theil ward der treffliche Künstler in seiner dienstfreien Zeit von der kritischen Redaktion der Beethoven-Ausgabe (neun Sinfonien, zehn Ouverturen, sowie alle übrigen Orchesterwerke und Gesangssachen mit Orchester), der Mendelssohn-Ausgabe und der Partitur-Ausgabe der Mozart-schen Opern bei Breitkopf & Härtel in Leipzig in Anspruch genommen. Es sind dies unvergängliche Denkmäler deutschen Fleisses, deutscher Pietät und umfassender musikalisch-philologischer Bildung.
3In neuester Zeit ist der Meister auch an der Mozart-Ausgabe betheiligt. Otto Jahn hatte Recht, als er von seinem Freunde Rietz sagte, »dass in ihm ein Philolog verloren gegangen ist, was sehr zu bedauern sein würde, wenn er nicht Musiker geworden wäre«. Die künstlerische Thätigkeit von R. hat sich in fünffacher Art gezeigt: der Meister füllte würdig seinen Platz als tüchtiger Violoncellist aus, er schenkte der musikalischen Welt eine Reihe trefflicher Compositionen und ermöglichte, im Besitze einer umfassenden musikalisch-philologischen Bildung, seinen Zeitgenossen die genaue, von allen Schlacken frei gewordene Kenntniss vieler Meisterwerke der klassischen Musikperiode, er wirkte und wirkt noch segensvoll als Lehrer, in unübertrefflicher Weise aber als Dirigent. Es hiesse Eulen nach Athen tragen, in letzterer Beziehung noch Worte zu verlieren, die Musikkreise Düsseldorfs, Aachens, Leipzigs und Dresdens mögen hierfür Zeugniss ablegen. Als Componist erscheint R. als Schüler und Jünger Mendelssohn’s, ohne sich jedoch in erfindungslose, sclavische Nachahmung zu verlieren. Im Besitze vollständiger Beherrschung aller Formen- und Kunstmittel, wusste er aus jeder seiner bedeutenderen Compositionen ein Produkt einer durchempfundenen, selbsterlebten Seelenstimmung zu machen, so dass dieselben sämmtlich als wahr und tiefgefühlt erscheinen. Seine Concert-Ouverture, die Lustspiel-Ouverture, der »Schlachtgesang«, die »Dithyrambe«, das »Lied vom Weine« sind die bekanntesten von seinen Compositionen.
5R. steht mit vollem Mannes- und Künstlerbewusstsein auf »classischem Boden«, ohne jedoch in seiner Abgeschlossenheit sich den Schöpfungen der Gegenwart zu verschliessen; dafür sprechen die Programme der Concerte, welche er in Düsseldorf, Leipzig und Dresden dirigirte, dafür spricht seine Thätigkeit als Operndirigent, insbesondere in der sächsischen Residenz, wo er Wagner’s »Tannhäuser«, »Fliegenden Holländer« und »Die Meistersinger« mit gewissenhaftester Objektivität und entschiedenem Interesse leitete. Charakteristich bezeichnet das Ehren-Doktordiplom der Universität Leipzig ihn als Mann, »dessen Streben in der Theorie, wie in der Praxis, im selbständigen Schaffen, wie im Leiten der Ausführung fremder Tonwerke unverrückt dem Hohen und Schönen zugewandt ist und sich dem Echten in jeder Kunst ebenbürtige Ziele setzt«. Der Meister erschien ziemlich lange als weisser Rabe unter seinen Kapellmeister-Collegen, er hatte keinen Orden. Leicht wäre es ihm gewesen, durch Widmung seiner zahlreichen Compositionen an fürstliche Personen ein oder das andere Bändchen zu erlangen; ihm fehlte dazu alles und jedes Zeug. Erst 1872 hat ihm der verstorbene König Johann bei Gelegenheit seiner goldenen Hochzeits-

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