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Scan 412
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1»La Pucelle d'Orléans«, Monologue von Schiller mit Orchester, in Partitur, op. 38 (ibid.). 25) Ode von Kosegarten, vierstimmig und Orchester, in Partitur, op. 42 (Bonn, Simrock). 26) »Der Graf von Habsburg«, Ballade von Schiller, eine Stimme und Orchester, op. 44 (ibid.). 27) »Die Harmonie der Sphären« von Kosegarten, vierstimmig und Orchester, op. 45 (ibid.). 28) Dreistimmige Gesänge mit Clavierbegleitung (Hamburg, Böhme). 29) Opern: 1) »Das graue Ungeheuer«, Operette, 1790 zu Bonn; 2) »Der Rabe«, Operette, 1792 ebend.; 3) »Die Macht der Musik«, Operette, 1791 ebend. Alle drei mit Beifall aufgeführt. · Manuscript »Die Grossmuth Scipio« und die »Ruinen von Paluzzi« gedruckt. 30) Zwei Canons für drei und sechs Stimmen. 31) Sechs Lieder beim Clavier zu singen (Leipzig, Breitkopf, 1799). 32) »Der Messias« von Klopstock, Manuscript u. s. w. Ein Bruder von R., Balthasar, geboren 1775, zum Cellisten erzogen, starb 17 Jahr alt; eine Schwester, Therese, 1781 geboren, war eine geschickte Clavierspielerin.
3Romberg, Bernhard, ausgezeichneter Künstler auf dem Violoncell und Componist für dies Instrument, ist ältester Sohn des älteren Anton R. (s. d.) und wurde zu Dinklage im Grossherzogthum Oldenburg am 11. Novbr. 1767 geboren, den verschiedenen Angaben über das Geburtsjahr desselben gegenüber, bürgt für die Zuverlässigkeit der obigen Angabe ein Taufschein im Besitz der in Hamburg lebenden Tochter des Künstlers. In frühester Jugend lebte R. in Münster, ging als Knabe von 14 Jahren mit seinem Vater nach Paris, erregte schon damals grosses Aufsehen als Virtuose. Vom Jahre 1790 bis 1793 war er mit seinem Vetter Andreas R. bei dem kunstliebenden Kurfürsten von Köln angestellt, verlebte mit Beethoven, Ferd. Ries und anderen Kunstgenossen glückliche Jahre, bis der Ausbruch der französischen Revolution störend dazwischen trat. Bald nachher machte er mit Vetter Andreas eine Kunstreise durch Italien und Deutschland, kam dann nach Hamburg, wo er unter dem berühmten Schröder ein Engagement annahm. Im J. 1798 unternahm R. allein eine Kunstreise, die ihn bis Lissabon führte, in Madrid wurde er sogar vom König Ferdinand VII. in einem Hofconcert auf der Geige begleitet. Nach ungefähr zwei Jahren kehrte R. nach Hamburg zurück, und verheiratete sich mit Katharina Ramcke, ging dann nach Paris, wo er von 1801 bis 1803 als Professor am Conservatorium thätig war. Nachdem aber begab er sich wieder nach Hamburg und nahm 1805 wieder ein Engagement in Berlin bei der königl. Kapelle an. Durch die Zeitverhältnisse getrieben, ging er im Herbst 1807 über Königsberg nach Russland und bereiste mit Ries die Ukraine und die Hauptorte der russischen Provinzen und erntete auch dort die schönsten Lorbeeren. Von dem Besuche Moskaus wurden sie durch den Brand dieser Stadt zurückgescheucht. Im Frühling 1813 verliess er Russland und ging über Schweden nach England, kehrte dann nach Berlin zurück, wo er vier Jahre als Kapellmeister fungirte, bis er noch vor Spontini's Ankunft seinen Abschied nahm, und wieder nach Hamburg als Privatmann zurückging. 1822 machte R. wieder eine Kunstreise bis Wien und im J. 1825 unternahm er zum zweiten Male eine Reise nach Moskau und Petersburg. Auch besuchte er 1839 noch einmal London und Paris, in letzterer Stadt, um seine Violoncellschule im Conservatorium einzuführen. Er spielte auch noch öffentlich bei dieser Anwesenheit, hatte aber leider seit seiner letzten Anwesenheit in Paris, wo er mit Lamare und Duport concurriren konnte, bereits zu viel eingebüsst. Am 13. Aug. 1841 starb R. zu Hamburg, allgemein geachtet und geliebt im Kreise der Seinigen. Wenn irgend ein Künstler ein reiches schönes Leben gelebt, so war es R., der neben seinem Talent auch durch persönliche Liebenswürdigkeit Aller Herzen gewann. Wie R. seiner Zeit als Virtuose glänzte, so hat er sich auch durch eine grosse Anzahl von Compositionen, die durch Stil und Art vielfach als Studienwerke benutzt wurden, den Nachkommenden in Erinnerung erhalten. Ausser seiner Violoncellschule, in zwei Theilen (Berlin, Trautwein, 1840), sind es die folgenden: Drei Quartette für V., A., Vlle. in
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