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Scan 431
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1von Goblin Gesang und von Pradher, später von Zimmermann Piano-unterricht. Composition studirte er bei Dourlen, bei Fétis, und als der letztere als Direktor des Conservatoriums nach Brüssel ging, bei Halévy. Ausserhalb des Conservatoriums nahm er Clavierunterricht bei Henri Herz. 1835 beschloss er seine Studien und wurde bald einer der gesuchtesten Clavierlehrer in Paris. Seine Compositionen, die in Rondo's, Fantasien, Variationen, Opernthema's bestehen, sind ohne tieferen Gehalt, erfreuten sich aber einer ungemein grossen Verbreitung, auch in Deutschland, so dass die Verleger von Paris ihn »ihre Vorsehung« nannten. Die Zahl seiner Compositionen ist sehr beträchtlich, es befinden sich auch einige für Streichinstrumente darunter.
3Roselli, Hironimo, geboren zu Pérouse um die Mitte des 16. Jahrhunderts, war Mönch zu Montcassin, nachher Abt in Sicilien. Zarlino führt von ihm ein Buch an: »Trattato della musica sferica«. (Sopplim. lib. 4, cap. 12, p. 158.) Es ist aber nur im Manuscript vorhanden.
5Rosenbach, Johann Conrad, Organist und Componist, geboren am 1. August 1573 zu Seebergen im Schwarzburg-Rudolstädtischen. Sein Vater, der dort Prediger war und die musikalischen Anlagen des Knaben bemerkte, schickte ihn im 11. Jahre nach Erfurt zu Pachelbel, dem er nach fünf Jahren auch nach Stuttgart folgte, um noch zwei Jahre länger die Unterweisung des Meisters zu geniessen. Dann kam er nach Gotha, wo er sich zwei Jahre lang aufhielt, in der dortigen Kapelle mitwirkte, auch den Hoforganisten Witt öfter in seiner Funktion vertrat. 1693 ging er, nach einem kurzen Aufenthalt in Hamburg, nach Itzehoe in Holstein als Organist. Nach 20jähriger Verwaltung dieses Amtes vertauschte er es mit einem eben solchen in Glückstadt, wo er auch die Funktionen des Schlossorganisten mit übernahm. Von seinen Compositionen ist kaum etwas bekannt, doch hat er viel Gelegenheitscompositionen, Orgel und Claviersachen geschrieben. Mattheson in seiner Ehrenpforte rühmt insbesondere zwei Bücher variirter Choräle für die Orgel, die seinem Meister Pachelbel Ehre machen. R. unterrichtete einen blinden Knaben »Neth« acht Jahre lang auf dem Clavier und der Orgel, und brachte ihn so weit, dass er bei seinem Abgange seinen Platz als Organist einnehmen konnte.
7Rosenhain, Eduard, der Bruder des Jacob R., wurde am 18. Novbr. 1818 in Mannheim geboren und starb am 6. Septbr. 1861 zu Frankfurt a. M. Ein Schüler des Schnyder von Wartensee, war er selbst zu einem vorzüglichen Pianisten und Musiker herangebildet. Er lebte in Frankfurt als geschätzter Lehrer des Clavierspiels und der Composition und bildete eine Anzahl vorzüglicher Musiker. Auch auf das Musikleben der Stadt wirkte er fördernd ein. Obwohl sein eigentliches Instrument das Piano war, so trat er in einem Concerte, welches sein Bruder veranstaltete, als Geiger auf und spielte in demselben ein Violin-concert von Rode. Von seinen Compositionen seien angeführt: »Sonate für Clavier«, op. 12. »Serenade für Clavier und Violoncell«, op. 20. »Caprice pour piano seul«, op. 17. »Elegie«, op. 18. »Rondeau«, op. 13. »La Coquette«, op. 16. »Nocturnes«, op. 6 und 9, u. a.
9Rosenhain, Jacob, Clavierspieler und Componist, ist am 2. Decbr. 1813 zu Mannheim geboren, wo sein Vater ein grosses Bankgeschäft betrieb. Nachdem derselbe, in Folge der politischen Ereignisse, einen grossen Theil seines Vermögens verloren hatte, zog er sich vom Geschäftsleben zurück und widmete sich ganz der Erziehung seiner Kinder. In dem ältesten seiner Söhne, dem obengenannten, entdeckte er bei Zeiten eine ungewöhnliche Beanlagung zur Musik; er liess ihn schon vom sechsten Jahre an unterrichten — während zweier Jahre von dem später in Hamburg lebenden Jacob Schmitt — und schon im Alter von zehn Jahren hatte R. genügende Fortschritte gemacht, um sich öffentlich mit Erfolg hören zu lassen. Sein erstes Erscheinen machte solches Aufsehen, dass die Grossherzogin Stephanie von Baden ihn zu hören verlangte und dazu ein eigenes Concert veranstalten liess; auch die Aufmerksamkeit des Fürsten von Fürstenberg wusste der jugendliche Virtuose zu
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