Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 433

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

5 lines. Read by computer on 10 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 425. See the scan on archive.org.

1schädigen; zwar mussten die Vorstellungen in Paris durch den Urlaub Roger's, der die Hauptrolle hatte, früher, als erwünscht, abgebrochen werden, doch wurde sie später in andern Städten Frankreichs, in Brüssel und in Frankfurt a. M. mit gleichem Beifall gegeben. Dass Rosenhain's Laufbahn als Componist für die Grosse Oper in Paris mit diesem Werke seinen Abschluss gefunden hat, erklärt sich durch das zurückhaltende Naturell des Künstlers, welches ihn unfähig machte, jene Kämpfe mit materiellen Schwierigkeiten, Rivalitäten, Eigenliebe der Darsteller u. s. w. zu bestehen, welche den schaffenden Musiker durch sein Leben verfolgen, und selbst nachdem er sich eine geachtete Stellung errungen, eher zunehmen als sich vermindern. R. musste bald einsehen, dass es auch jetzt erneuter und erhöhter Anstrengungen bedurfte, um die Con- currenz der, in der Weltstadt wetteifernden Kräfte zu besiegen, und durch diese Erfahrung entmuthigt, entsagte er der Bühnenwirksamkeit, um sich nur vorwiegend der Kammermusik zu widmen, mit welchem Erfolge, dies beweist der Verlagscatalog der Pariser Firma Brandus & Dufour, welcher 76 grössten- theils der Kammermusik angehörige Werke Rosenhain's aufführt. Als be- sonders werthvoll aus dieser Anzahl sind zu bezeichnen — ausser den drei erwähnten Opern und einer vierten »Volage et jaloux«, einaktige Operette, für Baden geschrieben und dort aufgeführt im August 1863 — die folgenden: 1) »Erstes Trio für Clavier, Violine und Violoncell, E-moll«, op. 2, Ferdinand Ries gewidmet. 2) »Zweites Trio, D-moll«, op. 32, Habeneck gewidmet (auch bei Schott in Mainz erschienen). 3) »Drittes Trio, F-moll«, op. 50. 4) »Zweite Cello-Sonate, C-moll, op. 53 (beide auch bei Schott). 5) »Zweites Streich- quartett, C-dur«, op. 57, Vieuxtemps gewidmet. 6) »Drittes Streichquartett, D-moll«, op. 65, Jean Becker gewidmet. 7) »Clavierconcert mit Orchester«, op. 73 (auch bei Linnemann in Leipzig). 8) »Viertes Trio, E-moll«, op. 80. Orchestermusik: 9) »Erste Symphonie, G-moll«, op. 42, zum ersten Male aufgeführt im Gewandhausconcert zu Leipzig unter Mendelssohn's Leitung. 10) »Zweite Symphonie, F-moll«, op. 43, zum ersten Male aufgeführt im Conservatoire-Concert zu Brüssel unter Fétis' Leitung. 11) »Dritte Symphonie „Im Frühling“, F-moll«, op. 61, zum ersten Male aufgeführt in den Pariser Volksconcerten unter Pasdeloup's Leitung. Für Clavier allein: 12) »Zwölf charakteristische Etüden«, op. 17, Cherubini gewidmet, an den Conservatorien von Paris und Brüssel eingeführt (auch bei Hofmeister in Leipzig). 13) »Poëme«, op. 24 (Schott, Mainz). 14) »Réveries«, op. 26, zwei Hefte. 15) »Mélodies caractéristiques« (zweite Sammlung), op. 31 (Schott). 16) »Desgl. sechste Sammlung«, op. 68 (Kistner, Leipzig). 17) »Second Caprice«, op. 69 (Gotthard, Wien). 18) »Mélodies caractéristiques«, siebente Sammlung, op. 82 (Leukart, Leipzig). Vocalmusik: 19) »Adieu à la mer« von Lamartine, Concertscene mit Orchester oder Clavier, op. 44. 20) »Sechs deutsche Lieder für eine Singstimme (sechstes Heft), op. 54. 21) »Biblische Cantate für Solo, Chor und Orchester« (oder Orgel), op. 63. 22) »Sechs deutsche Lieder für eine Singstimme«, neuntes Heft, op. 71, zehntes Heft, op. 75, elftes Heft, op. 76, zwölftes Heft, op. 86 (sämtlich auch bei Kistner in Leipzig erschienen). one of two readings
2schädigen; zwar mussten die Vorstellungen in Paris durch den Urlaub Roger's, der die Hauptrolle hatte, früher, als erwünscht, abgebrochen werden, doch wurde sie später in andern Städten Frankreichs, in Brüssel und in Frankfurt a. M. mit gleichem Beifall gegeben. Dass Rosenhain's Laufbahn als Componist für die Grosse Oper in Paris mit diesem Werke seinen Abschluss gefunden hat, erklärt sich durch das zurückhaltende Naturell des Künstlers, welches ihn unfähig machte, jene Kämpfe mit materiellen Schwierigkeiten, Rivalitäten, Eigenliebe der Darsteller u. s. w. zu bestehen, welche den schaffenden Musiker durch sein Leben verfolgen, und selbst nachdem er sich eine geachtete Stellung errungen, eher zunehmen als sich vermindern. R. musste bald einsehen, dass es auch jetzt erneuter und erhöhter Anstrengungen bedurfte, um die Con- currentz der, in der Weltstadt wetteifernden Kräfte zu besiegen, und durch diese Erfahrung entmuthigt, entsagte er der Bühnenwirksamkeit, um sich nur vorwiegend der Kammermusik zu widmen, mit welchem Erfolge, dies beweist der Verlagscatalog der Pariser Firma Brandus & Dufour, welcher 76 grössten- theils der Kammermusik angehörige Werke Rosenhain's aufführt. Als be- sonders werthvoll aus dieser Anzahl sind zu bezeichnen — ausser den drei erwähnten Opern und einer vierten »Volage et jaloux«, einaktige Operette, für Baden geschrieben und dort aufgeführt im August 1863 — die folgenden: 1) »Erstes Trio für Clavier, Violine und Violoncell, E-moll«, op. 2, Ferdinand Ries gewidmet. 2) »Zweites Trio, D-moll«, op. 32, Habeneck gewidmet (auch bei Schott in Mainz erschienen). 3) »Drittes Trio, F-moll«, op. 50. 4) »Zweite Cello-Sonate, C-moll, op. 53 (beide auch bei Schott). 5) »Zweites Streich- quartett, C-dur«, op. 57, Vieuxtemps gewidmet. 6) »Drittes Streichquartett, D-moll«, op. 65, Jean Becker gewidmet. 7) »Clavierconcert mit Orchester«, op. 73 (auch bei Linnemann in Leipzig). 8) »Viertes Trio, E-moll«, op. 80. Orchestermusik: 9) »Erste Symphonie, G-moll«, op. 42, zum ersten Male aufgeführt im Gewandhausconcert zu Leipzig unter Mendelssohn's Leitung. 10) »Zweite Symphonie, F-moll«, op. 43, zum ersten Male aufgeführt im Conservatoire-Concert zu Brüssel unter Fétis' Leitung. 11) »Dritte Symphonie „Im Frühling“, F-moll«, op. 61, zum ersten Male aufgeführt in den Pariser Volksconcerten unter Pasdeloup's Leitung. Für Clavier allein: 12) »Zwölf charakteristische Etüden«, op. 17, Cherubini gewidmet, an den Conservatorien von Paris und Brüssel eingeführt (auch bei Hofmeister in Leipzig). 13) »Poëme«, op. 24 (Schott, Mainz). 14) »Réveries«, op. 26, zwei Hefte. 15) »Mélodies caractéristiques« (zweite Sammlung), op. 31 (Schott). 16) »Desgl. sechste Sammlung«, op. 68 (Kistner, Leipzig). 17) »Second Caprice«, op. 69 (Gotthard, Wien). 18) »Mélodies caractéristiques«, siebente Sammlung, op. 82 (Leukart, Leipzig). Vocalmusik: 19) »Adieu à la mer« von Lamartine, Concertscene mit Orchester oder Clavier, op. 44. 20) »Sechs deutsche Lieder für eine Singstimme (sechstes Heft), op. 54. 21) »Biblische Cantate für Solo, Chor und Orchester« (oder Orgel), op. 63. 22) »Sechs deutsche Lieder für eine Singstimme«, neuntes Heft, op. 71, zehntes Heft, op. 75, elftes Heft, op. 76, zwölftes Heft, op. 86 (sämtlich auch bei Kistner in Leipzig erschienen). one of two readings
4Wie in Frankreich, so wusste sich R. auch in seinem Vaterlande die Achtung der hervorragendsten Kunstgrössen zu erwerben. Verkehrte er dort im freundschaftlichsten collegialischen Verhältniss mit Cherubini, später auch mit Rossini, so wurden ihm hier u. a. von Mendelssohn bei Gelegenheit der Auf- führung seiner ersten Symphonie unzweideutige Beweise zu theil von dessen warmer Anerkennung seines künstlerischen Strebens. Schon früher war er wiederholt vom Weimarschen Hofe zu Concerten eingeladen; ein ihm dort gemachtes Anerbieten, die durch Hummel's Tod frei gewordene Capellmeister- stelle zu übernehmen, lehnte er seinem Pariser Wirkungskreis zu liebe ab. Robert Schumann sprach sich in der von ihm gegründeten »Neuen Zeitschrift für Musik« wiederholt lobend über Rosenhain's Compositionen aus. Die folgenden Sätze aus einer Kritik des Trio's op. 2 mögen hier Platz

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