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Scan 471
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1gehörig, baute ebenfalls treffliche Streichinstrumente. Er war gleichfalls aus der Schule des Amati hervorgegangen, wie ein Brief bestätigt, den er einem Violoncello beifügte, das im Besitz von Levaseur sich befand, mit der Jahreszahl 1714. Ein anderes aus dem Jahre 1717 besitzt Piatti.
3Ruggeri, auch Ruggieri, Giov. Martin, venetianischer Componist, lebte geschätzt als solcher gegen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts. Die nachbenannten Opern seiner Arbeit wurden aufgeführt: »Marianne«, 1696, »Milziade«, 1699, »Amar per vendetta«, 1702, »Arato in Sparta«, 1709, »Armida abbandonata«, 1710, »L'ingannatore ingannato«, 1710, »La gare di politica e d'amore«, 1711, »Arsinoe vindicata«, 1712. Gedruckt von ihm ist folgendes: »Scherzi geniali ridotti a regola armonica in dieci sonate da camera a tre, cioè due violini e violone a cembalo«, op. 2 (Venedig, 1690, in 4°). »Suonate da chiesa a due violini e violone o tiorbo con il suo basso continuo per l'organo«, op. 3 (Venedig, 1693, in 4°). »Suonate da chiesa a due violini e violoncello, col suo basso continuo per l'organo«, op. 4 (Venedig, 1697, in 4°). »12 Cantate, con e senza violini«, op. 5 (Venedig, 1706).
5Ruggi, Francesco, dramatischer Componist und Professor des Gesanges und der Composition, ist Mitte des 18. Jahrhunderts in Neapel geboren, wo er 1820 noch lebte. Er war Professor des Contrapunkts am königl. College S. Pietro a Majella und Mitglied der Akademie der schönen Künste. Er schrieb eine Anzahl Opern, von welchen die bemerkenswerthesten hier genannt werden: »La Félicità compita«, »Lombra di Nino«, La Guerra aperta«, »Il Sofi frippone«, komische Oper, am Theater della scala aufgeführt. Die kirchlichen Compositionen Ruggi's bestehen in Messen mit Orgel und Orchester, Intraden, Offertoriums, Hymnen, Vespern, mit Orchester und a capella, Credos, Litaneien, einem Salve Regina, dem Oratorinn Giosuè al Giordano, Passion nach dem Evangelium Johannes und den Todesstunden Jesu. Ruggi war der Lehrer von Michael Carafa.
7Ruhebett, musikalisches, ist die Erfindung eines Mechanikers; es spielt, wenn man sich darauf legt, ein bestimmtes Tonstück so lange als ein müder Mensch braucht, um sanft und angenehm einzuschlafen. Wird der Wecker richtig gestellt, so weckt das Ruhebett den Schläfer wiederum mit einem andern Tonstück von entsprechend verändertem Charakter genau zur festgesetzten Zeit.
9Ruhender Bass heisst der Bass, welcher mehrere Takte hindurch nur einen Ton festhält, während die andern Stimmen die Bewegung weiter führen (siehe Orgelpunkt).
11Ruhepunkt, Ruhezeichen (s. Fermate).
13Ruiomonte, Petrus de, spanischer Componist, geboren zu Saragossa, war im Anfang des 17. Jahrhunderts Kapellmeister des Erzherzogs Albert, Gouverneur der Niederlande; vom 23. Febr. 1605 wird er unter den Musikern dieses Prinzen als »maestro de musica de camara« aufgeführt und im März 1614 erhielt er eine Entschädigungssumme von 1500 flandrischen Gulden zur Rückkehr in sein Vaterland. Antonio führt unter dem Namen Ruimonte zwei Hefte Messen, Motetten und Lamentationen an, ausserdem hat man von ihm: »El Parnasso Español de madrigales y vilancicos a quattro cinco y seiz voces« (Antwerpen, P. Phalèse, 1614). Ruimonte wird nicht selten mit Pierre de la Rue verwechselt.
15Rullante, wirbelnd, so viel als Tremolando.
17Ruloffs oder Roeloffs, Bartholomäus, Organist an der Hauptkirche zu Amsterdam und Theaterdirektor des holländischen Theaters in dieser Stadt, in der er gegen 1737 geboren wurde. Er componirte mehrere holländische Opern, zu denen er auch die Texte schrieb und übersetzte, und arrangirte ferner französische Opern für das holländische Theater, welche während einer langen Reihe von Jahren auf dem Repertoire blieben. Im Druck erschienen nur wenige seiner Compositionen, als: Drei Sinfonien für Orchester, op. 1 (Amsterdam,
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