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Scan 473
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1orchester, welches er aber schon nach kurzer Zeit mit seiner gegenwärtigen Stelle als Violinspieler an der Hofkapelle zu Kassel vertauschte. Da er sich nebenher mit grosser Vorliebe und eingehendem Studium der Orgel zugewendet hatte, erhielt er neben seiner bisherigen Stellung 1866 das Amt eines Hoforganisten, welchem er mit anerkannter Tüchtigkeit vorsteht. Er beherrscht die Orgel nach allen Seiten hin künstlerisch, hat sich auch durch höchst gediegene Compositionen für dieselbe ausgezeichnet. Aber auch durch andere werthvolle Werke, die in jeder Weise den gründlich durchgebildeten Musiker bekunden, hat sich R. bekannt gemacht.
3Rung, E., dänischer Componist, war 1848 Professor des Gesanges in Kopenhagen und gründete hier den Cäcilienverein, nachdem er sich in Mailand unter Lamperti in der Gesangskunst ausgebildet hatte. Von seinen Compositionen wurde 1847 seine erste Oper »Der Sturm« mit einigem Erfolge zur Aufführung gebracht, im folgenden Jahre »Federigo«, eine dänische dreiaktige Oper. Ausserdem erschienen im Druck: Zwölf dänische dreistimmige Gesänge für Kinder, mit oder ohne Begleitung (Kopenhagen, Heitzel). Trinklieder für zwei Tenöre und zwei Bässe (Kopenhagen, Olsen). Sechs Romanzen von Hertz, für eine Stimme mit Piano (Kopenhagen, Lose). Havfruen, Ballade für zwei Soprane (ibid.). Zwei dänische Romanzen für eine Stimme mit Piano (ibid.). »Ulla Skalpaa Bal«, dramatische Ballade für eine Stimme und Chor (ibid.). Venezianische Barcarole für eine Stimme mit Clavier (Mailand, Ricordi). Er starb gegen Ende 1871 in Kopenhagen.
5Runge, Johann Georg, Dr. med. und Professor am Gymnasium zu Bremen, geboren am 13. Novbr. 1736, studirte in Leyden; verfasste die Abhandlung »Dissertatio de voce ejusque organis« (Leyden, 1753, in 4°).
7Rungenhagen, Carl Friedrich, königl. Musikdirektor und Professor, ord. Mitglied der musikalischen Section der Akademie der Künste und Direktor der Berliner Singakademie, wurde am 27. Septbr. 1778 zu Berlin geboren. Sein Vater war Kaufmann und gab nur ungern seine Einwilligung, dass der Sohn sich der Kunst widmen durfte, wofür aber nicht die Musik, sondern die Malerei aussersehen wurde. Doch auch hier erwuchsen nach einigen Jahren berechtigte Zweifel an dem richtigen Talent, und der junge Mensch trat deshalb in den Kaufmannsstand zurück. Nichts desto weniger gewann die Musik doch endlich wieder die Oberhand, und nun fand er in dem Concertmeister Benda (Carl Herm. Heinr.) den Lehrer, der sein Talent in die rechten Bahnen zu leiten wusste. Als der Vater 1796 starb und die Familie in schweren Sorgen zurückliess, vermochte er schon den grössten Theil des Unterhaltes derselben durch Musikunterricht zu bestreiten. Die Bekanntschaft und der nähere Umgang mit Männern wie J. P. Schmidt, Zelter, B. A. Weber, G. A. Schneider, Fürst Radziwill u. A. erweiterten seine Kenntnisse, und auch seine Compositionen machten ihn bald vortheilhaft bekannt. Seine Versuche auf dem Felde der Oper waren nicht von Glück gekrönt, deshalb wendete er sich, als er 1815 Vicedirektor der Singakademie wurde, ausschliesslich der geistlichen Musik zu. Nach dem Tode Zelter's ward er am 22. Jan. 1833 zum Direktor des genannten Instituts erwählt, noch in demselben Jahre zum ordentlichen Mitglied der neu gestifteten musikalischen Sektion der Akademie der Künste ernannt; 1843 wurde er mit dem Titel Professor ausgezeichnet, 1844 zum correspondirenden Mitglied der niederländischen Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst ernannt, und 1851 bei Gelegenheit seines 50jährigen Jubiläums mit dem Rothen Adlerorden dekorirt. Er starb am 21. Decbr. 1851. — Wie eifrig R. als Componist gearbeitet hat, mag aus folgendem summarischem Verzeichnisse hervorgehen. Er hinterliess vier Opern: »Der Eremit von Formentera«, zweiaktig, von Kotzebue, »Die Fischer an der Ostsee«, zweiaktig, »Eulenspiegel«, einaktiger Schwank von Kotzebue, »Ratibor und Wanda«, zweiaktig; drei Oratorien: »La morte di Abelle« von Metastasio, »Christi Einzug in Jerusalem« von C. Grüneisen, und »Die heilige Cäcilia« von Kannegiesser; ein
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